Aufstieg

Hurra: Das RTV-Judoteam ist Bundesligist

Kapitän Junior Degen und die jubelnde Mannschaft. Da taucht OB Burkhard Mast-Weisz erst einmal ab. Foto: Jürgen Steinfeld
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Kapitän Junior Degen und die jubelnde Mannschaft. Da taucht OB Burkhard Mast-Weisz erst einmal ab.

600 Zuschauer in der Halle Neuenkamp bilden eine stimmungsvolle Kulisse – Viele Ehemalige drücken die Daumen. Auch Promis wie Thorsten Legat fieberten mit.

Von Andreas Dach

Remscheid. Geschafft! Seit Samstag, kurz vor 18 Uhr, darf sich der Remscheider Sport über einen weiteren Bundesligisten freuen. Das Judoteam des Remscheider TV hat seine märchenhafte Erfolgsgeschichte um ein weiteres Kapitel bereichert und den Aufstieg ins Oberhaus perfekt gemacht. Nach Erfolgen über den JC Koriouchi Gelsenkirchen (6:1) und den TSV Bayer Leverkusen (5:2) fielen alle Lasten von den starken Männern und ihren Machern ab. Es wurde gefeiert. Nur noch gefeiert.

Zuerst in Form einer La Ola mit den 600 Fans, welche die Kämpfe mit einer großartigen Unterstützung bereichert hatten. Da war ein solches Dankeschön fällig. Dann mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der kurz das Wort ergrifft und sagte: „Wir in Remscheid sind stolz auf euch. Ich lade euch alle auf den Rathausbalkon ein.“

Schließlich dann im Restaurant Esszimmer auf der Alleestraße, wo Manager Cedric Pick schon lange im Vorfeld dieses dritten und letzten Kampftags 50 Plätze reserviert hatte: „Wir kommen dort zusammen, 1., 2. und 3. Mannschaft, Trainer, Betreuer und Umfeld.“

Dazu auch: Remscheid ist nun der offizielle Talentstützpunkt Bergisches Land des nordrhein-westfälischen Judoverbandes

Kurz: alle, die an diesem Judowunder zum Teil über Wochen und Monate, zum Teil auch schon seit Jahren mitgeschraubt haben. Wirklich ein Wunder? Nein, Aufstiege lassen sich halt doch planen. Ein Stück weit jedenfalls. Nachdem sich die Konkurrenten aus Leverkusen und Gelsenkirchen bei der ersten Auseinandersetzung die Punkte geteilt hatten (3:3), war sich Pick sicher: „Wir schaffen das.“

Judogenerationen: Philip Mähler, Paul Klenner, Corrado Gradante und Kaweh Scheida (v.l.).

Worte, die nichts von dem berühmten Rufen im Walde hatten, sondern pure Überzeugung ausstrahlten. So kam es dann auch. Vor den Augen vieler Judogrößen von früher, wie Peter Frese, Dirk Mähler, Marcus Temming („Ich weiß noch, wie ich selbst hier vor 40 Jahren auf der Matte gestanden habe“) oder Paul Klenner („Was Cedric Pick auf die Beine gestellt hat, ist top“) legte das RTV-Judoteam gegen den Kontrahenten aus dem Ruhrpott los wie die Feuerwehr. Johannes Frey (+100 kg), Christos Pintsis (-60 kg), Bas Koffijberg (-66 kg), Cedric Thyssen (-90 kg), Junior Degen (-81 kg) und Rodel Arnolds (-73 kg) machten kurzen Prozess mit ihren Gegnern. Das war ein Klassenunterschied. Dass Sascha Schmitz (-100 kg) seinen Kampf verlor, war noch nicht einmal ein Schönheitsfleck. Diese Meinung hat RGA-Sportchef Andreas Dach zum Aufstieg der RTV-Judoka.

Souverän am Mikro: Alexander von der Groeben.

Die Halle kochte. Geschäftsführer René Endres bearbeitete seine Trommel, als wenn er Holz hacken würde. Ein Remis gegen Leverkusen musste noch her, besser ein Sieg. Aufmunterndes Abklatschen hier, ein paar kurze Schreie da – so etwas gehört dazu. „Welche von beiden Mannschaften wird es packen?“ Alexander von der Groeben, der als Moderator fachkundig durch die Kämpfe führte, versuchte die Spannung noch einmal zu schüren.

Jetzt geht die Arbeit für uns wieder weiter!

Cedric Pick (Manager)

Doch es wurde nicht spannend. Das RTV-Judoteam war einfach zu stark für Leverkusen. Frey, Pintsis, Koffijberg, Degen und Schmitz gewannen, Thyssen (nach viel Gegenwehr) und Arnolds (Kampfrichterentscheid) verloren. Da zückte auch „Kasalla“ Thorsten Legat auf der Tribüne sein Handy, filmte. Tage wie diese muss man bildlich festhalten.

Gute Unterstützung ist alles: Der überragende Christos Pintsis und René Endres.

Noch einmal aufsteigen kann der RTV nicht. Er ist oben. Was ist das nächste Ziel? „Wir wollen uns für die Finalrunde qualifizieren“, sagte Junior Degen. Die Bundesliga ist in eine Nord- und eine Südgruppe geteilt. Die jeweils besten Vier (von Acht) kämpfen nach einer Vorrunde um den Titel. Da will man dazugehören. „Deshalb geht die Arbeit für uns auch jetzt schon wieder weiter“, bleibt Pick und seinen Mitstreitern nicht viel Zeit.

In Feierlaune: Thorsten Legat und Cedric Pick.

Verabschiedung: Aclan Wendt steigt aus

Er hatte sich extra noch einmal ins Auto gesetzt, war die 600 Kilometer von Rostock nach Remscheid gefahren, um seine Teamkameraden zu unterstützen. Zwischen beiden RTV-Kämpfen wurde Aclan Wendt offiziell verabschiedet. „Ich mache eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger und habe nicht mehr die Zeit für den Aufwand“, begründete er den Abschied.

Christos Pintsis, der seinen eigenen Fanclub aus Wuppertal mitgebracht hatte, siegte zweimal spektakulär.

Meinung: Das hatte Stil und Klasse

andreas.dach@rga.de

Der Einwurf von Andreas Dach

Nach über 30 Jahren hat Remscheid wieder einen Judo-Bundesligisten. Herzlichen Glückwunsch, RTV-Judoteam. Das hatte am Samstag Klasse und Stil in Neuenkamp. Auf der Matte und Drumherum.

Der siebte Aufstieg innerhalb von acht Jahren ist die vorläufige Krönung des Schaffens, an dem viele mitgewirkt haben. In vorderster Reihe Cedric Pick und René Endres. Solch ein Durchmarsch von der Bezirksliga bis in die Bundesliga wäre aber nie möglich gewesen, wenn nicht immer auch Menschen dagewesen wären, die ihnen den Rücken freigehalten haben. Das hatte und hat etwas von bedingungsloser Unterstützung.

Ab sofort wird der Blick nach vorne gerichtet. Stillstand ist Rückstand beim RTV-Judoteam. Wenn Endres sagt, „dass wir auch in der Bundesliga angreifen wollen und werden“, sind das keine leeren Versprechungen. Freuen wir uns einfach auf das, was da noch kommt.

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