Workshop

Hochwasserschutz: Ein Deich für Beyenburg?

Beyenburg war vom Juli-Hochwasser im vergangenen Jahr stark betroffen. Archivfoto: Anna Schwartz
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Beyenburg war vom Juli-Hochwasser im vergangenen Jahr stark betroffen.

Wupperverband plant bis zu 80 Maßnehmen – Workshop am 19. Mai.

Von Martin Juhre

Wuppertal. „Es ist eine Generationenaufgabe“, sagt Georg Wulf vom Wupperverband. Zusammen mit seinem Kollegen Thomas Klein stellte er Lokalpolitikern jetzt die Pläne und Konzepte zum Hochwasserschutz vor. „Wir haben ein Paket von 70 bis 80 Maßnahmen vor. Das ist nicht in zwei, drei Jahren zu schaffen. Und das heißt auch, dass man beim Abarbeiten Prioritäten setzt.“

Auf jeden Fall sei es ein Prozess, der gemeinsam mit den Bürgern gestaltet werden soll. Am Donnerstag, 19. Mai, gibt es dazu in Beyenburg einen Workshop. Der Wupperverband will dort erneut sein Konzept erläutern und ist auch offen für Ideen zu weiteren Maßnahmen. Hier könnte es etwa um Abschottungen gehen. Diese würden eingerichtet, bis eine Machbarkeitsstudie ergibt, ob ein Deich für Beyenburg realistisch ist.

Wir haben ein Paket von 70 bis 80 Maßnahmen vor. Das ist nicht in zwei, drei Jahren zu schaffen.

Georg Wulf, Wupperverband

Den Vorschlag einer Eindeichung, den ein Landschaftsgestalter in der Bezirksvertretung vorgestellt hatte, hat der Wupperverband aufgegriffen. Insgesamt müsse aber mehr Rückhalteraum geschaffen werden. Das schließt den Bau weiterer Rückhaltebecken ein sowie Ausbreitungsmöglichkeiten für die einmündenden Bäche. Zu bedenken wäre auch, Pläne von 1957 aus der Schublade zu holen und im Dörpetal ein Staubecken von 12 Millionen Kubikmeter anzulegen.

Thomas Klein: „Weiter müssen wir die Talsperrenbewirtschaftung anpassen.“ Wobei es eine Herausforderung sei, die drei Hauptaufgaben der Talsperren in Einklang zu bringen: Trinkwasser, Hochwasserschutz, Reserve für Dürrezeiten. Helfen können dabei die Optimierung der Messdatensammlung und die Entwicklung von Modellen, die Hochwasserereignisse und deren Auswirkungen präziser und mit größerer Vorwarnzeit voraussagen können. Dazu soll die Zahl der Messpegel verdoppelt werden, auch Beyenburg wird weitere bekommen. Zur Zeit wird im Wirtschaftsministerium des Landes die Fördermöglichkeit für ein Forschungsprojekt geprüft, ein Prognosemodell in Zusammenarbeit mit der Universität Wuppertal zu entwickeln.

Nicht zuletzt gelte es, die Meldeketten von der Quelle bis zur Mündung zu verbessern. Dazu zählen ein Rotes Telefon zum Beispiel zur Feuerwehr Wuppertal, ein Videokanal für den Ereignisfall und eine Verbesserung des Hochwasserportals. Das gibt es schon seit 2017, es könne allerdings für Laien besser verständlich gestaltet werden. Im Übrigen gilt: Wenn über 20 Kubikmeter in der Sekunde aus der Wuppersperre abgelassen werden müssen, gilt eine Vorwarnstufe. Ab 50 Kubikmeter pro Sekunde rückt die Feuerwehr aus, um nach Schadensgefahren zu schauen. Bis Beyenburg seine Warnsirene bekommt, wird im Warnfall die Hupe am Betriebsgebäude des Wupperverbands ertönen. Klein: „Ich hoffe, sie ist laut genug. Zusätzlich wird die Feuerwehr mit dem Megafon unterwegs sein.“

Entscheidend ist die Vorwarnzeit der Prognosen,

Und dann ist da noch die Schadensregulierung bezüglich der Flutfolgen. Über 900 Schadensmeldungen habe es im Bereich des Wupperverbands gegeben. Im Wuppertaler Stadtgebiet seien 38 Schadens-Hotspots registriert, für die man mit Kosten von 85 Millionen Euro rechne. Wie sähe es aus, wenn schon zum Jahrestag der Flut ein vergleichbares Regenereignis einträte, wollten die Bezirksvertreter wissen.

Entscheidend sei die Vorwarnzeit der Prognosen, sagte Klein, um rechtzeitig die Sperren vorzuentlasten. Bei flächendeckendem, nicht punktuellem, langen Starkregen sei das Ablassen aus den Talsperren natürlich problematisch, ergänzte Wulf. Entscheidend sei grundsätzlich die Kombination aus rechtzeitiger Vorentlastung und größeren Puffern für die Wassermassen.

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