Prozess

Handwerksbetriebe wollen die Digitalisierung als Chance nutzen

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf koordiniert Forschungsprojekt.

Von Stephan Eppinger

Düsseldorf. Von der Online-Terminvereinbarung bis zur digitalen Konfiguration von Produkten: Digitalisierung spielt auch im Handwerk eine immer größere Rolle. Dennoch fällt es vor allem kleineren Betrieben schwer, einzuschätzen, welche Schritte sie im Digitalisierungsprozess konkret unternehmen sollen. Hier setzt das Verbundprojekt „Digiwerk“ an, das Handwerksbetriebe bei der Gestaltung der digitalen Zukunft unterstützen möchte. Es handelt sich um ein seit Mai 2019 laufendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Nun wurden die Ergebnisse präsentiert.

Das Projekt wird durch den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf koordiniert. „Bislang wurde das Handwerk viel zu selten von der Forschung in den Blick genommen“, so Professor Stefan Süß, Inhaber des Lehrstuhls Arbeit, Personal und Organisation und Projektkoordinator. „Das haben wir mit Digiwerk geändert“. Gemeinsam mit der Kölner Uni, drei mittelständischen Handwerksbetrieben, dem Fachverband Sanitär Heizung Klima NRW, einer Kommunikationsberatung sowie einem Softwarehaus hat das Team ein betriebliches Handlungskonzept zur Digitalisierung im Handwerk erarbeitet.

Dieses beinhaltet einen Digitalisierungsleitfaden inklusive Selbsteinschätzungstool, ein Informationsportal zur Softwareanwendung, Best Practices für den Einsatz digitaler Lösungen sowie Digitalisierungsberatung und -schulungen. „Viele Betriebe wollen etwas ändern, aber wissen nicht so richtig wie“, erklärt Süß. „Unser Handlungskonzept bietet grundlegende Infos und erprobte Beispiele zur digitalen Kundenkommunikation und Arbeitsorganisation, aber auch Hilfe zu Themen wie Change-Management.“

Neue Perspektiven für die Kundenkommunikation

Ende Juni fand die Abschlussveranstaltung des Projekts im Haus der Universität in Düsseldorf statt. Im Rahmen der Veranstaltung, die sich an Vertreter von Handwerksbetrieben und handwerksnahen Organisationen richtete, wurden die Projektergebnisse präsentiert. Zum einen wurden Lösungsansätze vorgestellt, wie Handwerksbetriebe mithilfe der Digitalisierung Wettbewerbsvorteile erzielen können. Beispielsweise kann mithilfe eines Online-Terminvereinbarungs-Tools oder eines externen Telefonsekretariats die Kundenkommunikation attraktiver und effizienter gestaltet werden.

Außerdem präsentierte das Team von „Digiwerk“ Möglichkeiten, wie Handwerksbetriebe mithilfe digitaler Lösungen ihre internen Prozesse optimieren können. Dabei wurde nicht vernachlässigt, dass die Digitalisierung auch besondere Herausforderungen mit sich bringen kann, wie Ängste und Widerstände seitens der Beschäftigten. An Runden Tischen hatten die Teilnehmer anschließend die Möglichkeit, mit den Wissenschaftler und den beteiligten Handwerker zu diesen Themen ins Gespräch zu kommen.

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