Haftstrafe für den geständigen Täter

Fenster der Schwebebahn eingeschlagen

Von Katharina Rüth

WUPPERTAL Sein ungewöhnlicher Ausstieg machte dank eines Handy-Videos Karriere im Internet: Ein Fahrgast hatte gefilmt, wie der 31-Jährige am 19. September 2019 aus dem Fenster auf den Bahnsteig der Schwebebahnstation Werther Brücke sprang und dann den Bahnhof verließ. Der kleine Film erreichte hohe Klickzahlen. Jetzt musste sich der Aussteiger unter anderem wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung, aber auch für sechs Einbrüche vor dem Amtsgericht verantworten.

Dort räumte er die Taten ein. Mit der Beute aus Einbrüchen in Büros, Eiscafé, Nagelstudio und zwei Friseursalons hatte er sich Geld für seinen Konsum von Heroin und Kokain beschafft. Die Scheibe der Schwebebahn habe er eingeschlagen, weil er Panik bekommen habe, erklärte er.

Die Bahn sei in dem Bahnhof zwar losgefahren, dann aber wieder stehengeblieben. Das Ende der Bahn habe sich deshalb noch im Bereich des Bahnhofs befunden. 15 Minuten sei nichts geschehen. „Ich habe dann eine Panikattacke gekriegt und den Nothammer genommen.“ Damit schlug er die Scheibe ein, trat die Scherben aus dem Rahmen. Er habe an dem Tag auch viele Drogen genommen. Aber unter Entzug habe er nicht gestanden. Die Schwebebahn blieb damals nach der Umstellung auf ein digitales Betriebssystems öfter auf der Strecke stehen, weil es Schwierigkeiten mit der Funkverbindung gab.

Der Staatsanwalt hielt dem Angeklagten vor, dass er in dem Video gar nicht wie in Panik gewirkt habe. Der Angeklagte erwiderte: „Das Video fängt ja erst an, als ich die Scheibe schon eingeschlagen hatte.“ Und sein Anwalt verdeutlichte, das sei ja auch nur eine Erklärung, keine Rechtfertigung.

Für die gemeinschädliche Sachbeschädigung verhängte das Gericht vier Monate Strafe, für die Einbrüche Strafen zwischen mehreren Monaten und einem Jahr. Daraus bildete das Gericht eine Gesamtstrafe von 22 Monaten. Weil der Angeklagte mehrfach wegen Einbrüchen vorbestraft ist, gab es keine Bewährung.

Kein Thema im Prozess war die Kletterpartie des 31-Jährigen auf das Schwebebahngerüst zwischen Adlerbrücke und Altem Markt einen Monat später. Damit hielt er erneut den Betrieb der Schwebebahn auf – für drei Stunden. Polizei, Feuerwehr und ein ausgebildeter Verhandlungsführer konnten ihn schließlich überzeugen herunterzukommen. Er war wohl vor einem Zivilbeamten geflohen, der ihn wegen eines Einbruchs verfolgte.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wer hat diesen Mann gesehen?
Wer hat diesen Mann gesehen?
Zauber-Weltmeister gewährt Blick hinter die Kulissen
Zauber-Weltmeister gewährt Blick hinter die Kulissen
Düsseldorf will Hotelschiff auf dem Rhein als Quarantäne-Station nutzen
Düsseldorf will Hotelschiff auf dem Rhein als Quarantäne-Station nutzen
Feuer in Wuppertal-Barmen - Feuerwehr rettet 79-Jährigen und Katze
Feuer in Wuppertal-Barmen - Feuerwehr rettet 79-Jährigen und Katze

Kommentare