Einkaufen

Händler geben Oberzentrum Wuppertal schlechte Bewertung

Bei der Kaufkraftbindung gibt es Luft nach oben. OB-Kandidat Uwe Schneidewind sieht in Stadtentwicklung zu viele Ideen der 90er Jahre

Von Michael Bosse

Wuppertal. Wohin schreitet die Einkaufsstadt Wuppertal? Mit dieser Fragestellung, die sich vor allem an der Innenstadt Elberfelds festmachte, befassten sich der Oberbürgermeister und SPD-Kandidat Andreas Mucke, der OB-Bewerber für CDU und Grüne, Uwe Schneidewind, der Linken-Kandidat Bernhard Sander und der parteiunabhängige, frühere Rechtsdezernent Panagiotis Paschalis bei einer Podiumsdiskussion. Komplettiert wurde die Runde vom FDP-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Alexander Schmidt, und dem Vorstand der Interessengemeinschaft der Elberfelder Geschäftswelt, IG1, Matthias Zenker.

Dass der Einzelhandel noch Luft nach oben hat, wurde mit Blick auf die Kaufkraftbindung deutlich: Demnach liegt die Einzelhandelskennziffer in Wuppertal bei 98,2 Prozent, das heißt nicht einmal 100 Prozent der vorhandenen Kaufkraft fließt in den lokalen Einzelhandelsumsatz. Für ein Oberzentrum wie Wuppertal, das Attraktivität auch auf die Region und das Umland ausüben sollte, bleibt da also noch einiges zu tun.

IG1-Vorstand Zenker warf die Frage auf, wie es mit der Gestaltung der Innenstadt nach dem Umbau des Döppersbergs und mit Blick auf die geplante Qualitätsoffensive denn nun aussehe.

In sechs Jahren sei der Einzelhandel um ein Zehntel geschrumpft

OB Mucke sprach sich dafür aus, dass jeder einzelne Bürger den lokalen Handel noch weiter stärken sollte – und möglichst auf Bestellungen im Internet verzichtet. Ansonsten drohe ein sich „selbstverstärkender Prozess“: Innerhalb von sechs Jahren sei die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte bereits um ein Zehntel zurückgegangen. Bedauerlich sei zudem, dass es 90 Jahre lang kein Stadtentwicklungskonzept gegeben habe. Dieses sei erst im Herbst verabschiedet worden.

Raumgreifend in seinen Vorstellungen präsentierte sich Uwe Schneidewind. Er mahnte „eine Leitidee“ für die Stadtentwicklung an. So könnte sich die Stadt etwa als Gesundheitsstandort präsentieren oder mit einem Pfund wuchern, mit dem sie bundesweit schon Aufmerksamkeit erhalten hatte: das zivilgesellschaftliche Engagement der Bürger, wie beim Aufbruch am Arrenberg oder in der Utopiastadt. Die bisherigen Vorstellungen zur Entwicklung der Innenstadt seien jedoch noch zu sehr „der Idee der 90er Jahre“ verhaftet. Hier müsse man aber „anders denken“.

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