Händler fordern Entscheidung zum DOC

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Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (l.) hält die Händlerbefragung seines Wuppertaler Kollegen Andreas Mucke für Verzögerungstaktik. Die meisten Einzelhändler sehen das nicht anders. Foto: Tim Oelbermann

Kaum Resonanz aus Wuppertal auf Einladung der IHK. Kritik an der Fragebogenaktion der Stadt. Elberfelder und Investor einigen sich.

Von Andreas Boller

Wuppertal/Remscheid. Im großen Sitzungssaal der Bergischen Industrie- und Handelskammer in Wuppertal blieben viele Stühle frei. Eingeladen waren 960 Einzelhändler, um über den Streit mit Remscheid über das geplante Designer Outlet-Center in Lennep und speziell über die Klage der Stadt Wuppertal gegen das DOC zu diskutieren. Doch nur sieben Händler und knapp 20 Personen waren der Einladung gefolgt – darunter mit Alexander Schmidt (FDP) sowie Gunhild Böth und Gerd-Peter Zielezinski (Linke) drei Ratsmitglieder.

„Das Schlimme ist, dass wir seit Jahren immer wieder stundenlange Diskussionen über dieses Thema führen. Wir möchten endlich Gewissheit haben. Durch den Antrag des Stadtrates, die Einzelhändler zum Rückzug der Klage zu befragen, wird die Entscheidung noch einmal in die Länge gezogen. Es muss jetzt entschieden werden“, sagte Buchhändler Michael Kozinowski und brachte damit die Meinung der Einzelhändler auf den Punkt.

„Der Wuppertaler Rat ist nicht Manns genug für eine Klagerücknahme.“Ralf Engel, Handelsverband

IHK-Präsident Thomas Meyer und Hauptgeschäftsführer Michael Wenge sprachen sich erneut für die Rücknahme der Klage der Stadt Wuppertal gegen das DOC ausgesprochen. „Die Vollversammlung der IHK, auch Einzelhändler aus allen drei Regionen, haben die Entscheidung für das DOC getroffen“, erklärte Meyer.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Alexander Schmidt zeigte sich hingegen davon überzeugt, dass das Meinungsbild unter den Einzelhändlern je nach persönlicher Betroffenheit unterschiedlich ausfallen wird. Auch die Linke sieht die Befragung als notwendig an: „Ein Meinungsbild ist wichtig“, sagte Gerd-Peter Zielezinski.

IHK und Einzelhandelsverband kritisieren, dass in dem Fragebogen nicht nach den Sortimenten der Händler gefragt werde und anonyme Antworten möglich sein sollen. Diese Informationen seien aber wichtig, um die Betroffenheit überhaupt einschätzen zu können. Der Stimme des Elberfelder Kaufhofs müsse wegen seiner Größe eine andere Bedeutung zugemessen werden als der eines kleineren Geschäftes, lautet ihre Forderung.

Die Interessengemeinschaft der Elberfelder Einzelhändler hat dem DOC-Investor McArthurGlen unterdessen einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der vom Investor akzeptiert wurde. Der Kompromiss sieht eine Reduzierung von Verkaufsflächen im DOC gegenüber der ursprünglichen Planung vor. „Dass wir diese Zahlen eingereicht haben, hat nichts mit einer Zustimmung zur Rücknahme der Klage zu tun. Vielmehr gilt das Motto: Der Spatz in der Hand. . .“, sagte Katrin Becker, Center Managerin der City Arkaden.

Andere sehen durchaus ihre Existenz bedroht. Der Juwelier Mathias Wewer wies etwa auf die große Verunsicherung unter den Händlern hin: „Die Quadratmeterzahl ist nicht unbedingt der entscheidende Faktor, weil nicht bekannt ist, welche Uhren-Marken auf welchen Flächen dort angeboten werden, die ich bisher exklusiv im Angebot habe. Die Befragung sollte das repräsentative Meinungsbild einholen – und dann liegt der Ball wieder bei der Politik.“

Ralf Engel, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes in Wuppertal, forderte dagegen, von der Fragebogenaktion Abstand zu nehmen und die Klage zurückzunehmen. Doch dafür sei der Wuppertal Rat offenbar „nicht Manns genug, ohne sich hierfür einen Persilschein vom Einzelhandel ausstellen zu lassen“.

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