Sicherheitslücken

Hacker stören Treffen mit Pornobildern

Wie der Weg zur Arbeit klimaneutral wird

Von Michael Bosse

Wuppertal. Mit den Sicherheitslücken der digitalen Technik hat sich die Reihe „Transformationstandem“ mühen müssen. Wegen des Corona-Virus fand die Sitzung im Internet statt. Die Online-Übertragung wurde aber schon nach Minuten von Hackern gekapert, die das digitale Format mit antisemitischen, rechtsradikalen und pornografischen Inhalten fluteten. Immerhin konnten die Störer schnell aus dem Zoom-Meeting ausgeschlossen werden.

Der Zwischenfall stand im Gegensatz zum seriösen Thema des Abends, das sich um „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ in städtischen Quartieren drehte und der Frage nachging, wie mehr Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen.

Zunächst präsentierte Professor Dr.-Ing. Oscar Reutter (Wuppertal Institut und Uni) eine Studie, die Möglichkeiten und Erfolgsbeispiele des betrieblichen Mobilitätsmanagements (BMM) im Bergischen untersucht hat.

Untersucht wurde unter anderem die Situation in den Rathäusern

Dazu wurden sieben Quartiere und 30 Unternehmen in den drei Städten ausgewählt und etwa analysiert, wie deren Mitarbeiter zum Arbeitsplatz kommen. Untersucht wurde unter anderem die Verkehrssituation am Bürostandort an der Wuppertaler Ohligsmühle, der Uni oder an den Rathäusern in Wuppertal, Solingen und Remscheid. Durchgeführt wurde auch eine Analyse von Dienstreisen: Immerhin bei der Hälfte aller untersuchten Dienstreisen nutzten die Hochschulvertreter den Öffentlichen Personennahverkehr, 36 Prozent entfielen auf das Auto, ein Zehntel auf das Flugzeug.

Die Veränderung des Verkehrsverhaltens erfordere „einen langen Atem“, betonte der Verkehrsexperte. Gerade in den Stadtteilen gebe es Initiativen für eine Verkehrswende.

Den persönlichen Ansatz favorisierte auch der zweite Referent des Abends, Stephan Bongwald, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Barmenia-Versicherungen. Man müsse deutlich machen, inwieweit eine andere Verkehrsnutzung „die Lebensqualität“ des einzelnen verbessern könne. Dazu müssten möglichst konkrete Anreize gemacht werden. Die Hauptverwaltung des Versicherungskonzerns arbeitet seit 2015 klimaneutral. Dazu wurden etwa die Dienstreisen deutlich eingeschränkt und ein Jobticket mit hohen Rabatten geschaffen. Es bleibe aber Überzeugungsarbeit zu leisten: Bislang nutzen erst zehn Prozent aller Mitarbeiter am Standort das Ticket.

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