Volksfest

Haaner Kirmes: Eine Stadt im Ausnahmezustand

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Weithin zu sehen ist das 50 Meter hohe, prachtvolle Riesenrad – hier hinter dem „Wellenflug“. 

HAAN Trotz schlechten Wetters kommen viele Besucher. Schluss ist erst am Dienstagabend.

Von Cristina Segovia Buendía

Die Gartenstadt befindet sich seit dem Wochenende im Ausnahmezustand – aus freudigem Anlass. Seit Samstag läuft die Haaner Kirmes, und tausende Besucher aus der Region pilgern in die Innenstadt. Von anhaltendem Herbstregen lässt sich keiner abhalten, es wird trotzdem gefeiert in der großen bunten Jahrmarktwelt.

Es blitzt und funkelt, bunte Farben flackern über dem Haaner Nachthimmel und die Geräuschkulisse betört alle Sinne. Große Fahrgeschäfte locken mit Lichtern, rotierenden Gondeln und Rädern, aus den Lautsprechern dröhnen Rummel- Ansagen, die die Fahrten anpreisen. Aus dem Innern der Geisterbahn mischen sich Angstschreie und Gelächter.

Reizüberflutung für Sehnerven und Nase

Der „Break Dance“ ist nach wie vor Treffpunkt der Jugend, vor dem mehrstöckigen Laufgeschäft „Krumm und Schief Bau“ hat sich eine längere Schlange gebildet, und vor den Neuheiten in diesem Jahr, wie das Fahrgeschäft „Mr. Gravity“, stehen Schaulustige mit gezücktem Handy, filmen den in alle Richtungen rotierenden Teller auf dem die gesicherten Sitze befestigt sind.

Reizüberflutung für Sehnerven und Nase: Gerüche frisch gebackener Waffeln und Crêpes mischen sich mit dem Duft gekochter Champignons und gebratener Würstchen, italienische Pizza und asiatische Nudeln komplettieren das Angebot. Wo man hinschaut, überall sind Menschen. Die einen flanieren gemütlich über den Platz, andere sind an diversen Attraktionen stehengeblieben und amüsieren sich beim Dosenwerfen oder am Schießstand, versuchen für die Liebste ein Andenken zu gewinnen.

Aus Lautsprechern dröhnen Musik und Ansagen, die großartige Gewinne an Losbuden versprechen, Kinder jubeln ihren Eltern vom Märchenkarussell aus zu, jedes Mal, wenn ihr fantasievolles Gefährt an den wartenden Eltern vorbei kreist. In der Ferne ist das 50 Meter hohe, prachtvolle Riesenrad zu sehen. Bemerkenswert, nicht nur wegen der Größe und Masse: Der Herbst hat das Bergische mit voller Wucht erreicht. Doch Regen und Kälte sorgen keineswegs für eine verwaiste Kirmes. „Von dem bisschen Regen lassen wir uns doch nicht einschüchtern“, sagt Ralf Thiele und lacht. Der 43-Jährige besucht jedes Jahr die Haaner Kirmes. „Es wäre dumm, nicht zu kommen. Es liegt vor der Haustür und ist immer eine Reise wert“, sagt der sichtlich begeisterte Solinger von den Nachbarn der Gartenstadt.

KIRMES

TERMIN Die Haaner Kirmes ist noch heute und morgen geöffnet. Für den Dienstagabend ist ein Großfeuerwerk angekündigt. Weitere Informationen und ein detailliertes Programm gibt es im Internet.

www.haaner-kirmes.de

Auch Familie Franzen kommt extra aus Langenfeld zur Kirmes nach Haan. „Für die Kinder ist das ein Schlaraffenland“, sagt Mutter Monika. „Da muss man schon aufpassen, dass man nicht das halbe Monatsgehalt hier ausgibt.“ Neben Karussellfahrten und kandierten Äpfeln für die Kinder, warten auch andere Verführungen auf die Eltern, offenbart Vater Lukas. „Man kann nicht zur Haaner Kirmes kommen und kein Würstchen essen oder Bierchen trinken. Geht gar nicht. Obwohl man bei diesem Wetter doch eher Lust auf Glühwein bekommt.“

Des Wetters wegen zu Hause zu bleiben, das ist auch für Mario (20) und seine Jungs keine Option. „Kirmes ist nur einmal im Jahr, da kann man keine Rücksicht auf das Wetter nehmen. Und wir sind ja auch nicht aus Zucker.“ Seine Clique besucht gerne das Volksfest, „weil es einfach Spaß macht. Es gibt viel zu erleben, und man trifft immer irgendjemanden, den man länger nicht gesehen hat“, erzählt der Haaner Student, der mittlerweile in Münster lebt und wie viele andere die Kirmes als Treffpunkt nutzt.

Auch seine Freundin Sarah, erstmals dabei, ist von der Haaner Kirmes sichtlich angetan: „Ich hätte nicht erwartet, dass hier so viel los ist. Ich hatte eher mit so einer kleinen Dorfkirmes gerechnet. Wenn man die Stadt im Normalzustand kennt, dann ist das hier schon eine echte Überraschung.“ Da klinkt sich der Haaner Mario noch einmal ein: „Und das hier ist noch gar nichts“, sagt der Student beinah mit einem triumphierenden Ausdruck gegenüber der Großstädterin: „Bei gutem Wetter ist noch viel mehr los.“

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