Heidberger Mühle

Nach Flut: Teich bleibt vorerst ohne Wasser

Die Flut vom 14. und 15. Juli hat die technischen Anlagen beschädigt. Foto: Stephan Köhlen
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Die Flut vom 14. und 15. Juli hat die technischen Anlagen beschädigt.

Beliebtes Ausflugsziel Heidberger Mühle zwischen Solingen und Haan.

Von Peter Clement

Haan. Sie hat zwei Weltkriege überstanden, viele Umbauten, Ausbauten und jede Menge Renovierungsarbeiten – all das hat ihr nichts anhaben können. Die Heidberger Mühle auf der Grenze zwischen Haan und Solingen zeigt sich noch immer in bestem Licht und gilt als die beliebteste Gaststätte für Wanderer, die das Ittertal und damit auch die Geschichte erkunden wollen.

Doch momentan fehlt ein wichtiger Bestandteil des Ausflugslokals, das auch abseits der Sommersaison seine treuen Fans hat: der Teich. Rund um den als Mühle gestalteten kleinen Pavillon vor der Außenterrasse plätschert momentan kein Wasser, sondern wachsen Pflanzen in die Höhe. Und das dürfte wohl noch eine Weile so bleiben: Die Flut vom 14. und 15. Juli mit ihren Schlamm-Massen hat die technischen Anlagen an dem Gewässer stark beschädigt. Und beim Teich der Heidberger Mühle geht die kostspielige und aufwendige Reparatur nicht von heute auf morgen, zumal auch Fachleute nicht leicht zu bekommen sind.

Die neue Trockenoptik bleibt auch den Wanderern nicht verborgen. Die haben jedoch viel Verständnis für die Situation: Christian Weiher und seine Frau Sabine beispielsweise. Das Ehepaar hat bei seinen Wanderungen immer mal gerne Halt gemacht, um das Teich-Idyll zu genießen. „Es wäre toll, wenn nächsten Sommer alles wieder funktionieren würde“, sagen die beiden. Die Mühle sei schließlich ein so schöner Ort mit so langer Tradition.

In der Tat wird sie zum ersten Mal bereits im Jahr 1683 im sogenannten „Solinger Hebbuch“ erwähnt. Dabei gehört die Ortschaft Heidberg heute zur Stadt Haan, liegt etwa 50 Meter von der Solinger Stadtgrenze entfernt. Die eigentliche Mahl- beziehungsweise Ölmühle (ihr Erbauer ist unbekannt) war ein Fachwerkgebäude, das schon vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) in Betrieb war.

Es wäre toll, wenn nächsten Sommer wieder alles funktionieren würde.

Die Wanderer Sabine und Christian Weiher vermissen den Teich

Die Geschichte der Ortschaft ist über 200 Jahre so eng mit der Familie Kratz – über viele Jahre Besitzer der Mühle – verbunden, dass bei Nachforschungen sogar der Begriff „Kratzheidberg“ erscheint. Im Jahr 1894 wurde die Mühle in einen Tanzraum verwandelt. Der spätere Besitzer Max Meurer baute dann um 1900 die Scheune und die Stallungen in einen Gastraum um.

Der heutige Teich mit seiner in der Mitte stehenden kleinen Mühle war 1880 noch ein Bauernhof. Den Zweiten Weltkrieg (1939-45) hat die „Heidberger Mühle“ nicht ganz unversehrt überstanden, am 20. Mai 1945 wurde die Gastronomie nach einem Bombenschaden wieder eröffnet. Im Juni 1980 übernahm schließlich die Familie Bernd und Ulla Ulrich die Heidberger Mühle.

Heute ist die Mühle nicht nur für ihr Ambiente bekannt, sondern auch für die gute Küche: gutbürgerlich bis fein, von ausgewählten saisonalen Spezialitäten bis zu täglich frischen Kuchen, Torten und Waffeln aus der Hausbäckerei reicht das Angebot für die Besucher.

Nur der besagte Teich fehlt momentan noch zum perfekten Glück. Aber auch diese Wartezeit wird die Heidbeger Mühle zwischen Solingen und Haan sicher auch wieder unbeschadet überstehen.

Hintergrund

Trauzimmer: Das Standesamt hat den Mühlenpavillon als Trauzimmer umgewidmet. Eheleute in spe können sich das Ja- Wort in der Mühle geben, sofern nicht mehr als 20 Personen der Zeremonie beiwohnen sollen.

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