Winterdienst

Gurkenwasser gegen Eis in Remscheid?

Technische Betriebe prüfen Idee

Von Axel Richter

Remscheid. Sorgt Gurkenwasser in Zukunft für eisfreie Straßen? Brauchen Entrümpler auch nach dem Lockdown einen Termin für den Remscheider Wertstoffhof? Und: Werden die Standorte der Abfallcontainer jemals sauber sein? Den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) stellen sich im neuen Jahr so einige Fragen. Erste Antworten gab es jetzt im Betriebsausschuss.

Gurkenwasser: Seit 2019 setzen die niederbayrischen Straßenmeistereien Dingolfing, Landshut und Abensberg Gurkenwasser als Alternative zum Streusalz ein. Das Wasser stammt aus der Produktion von Salzgurken und war bislang als Abfallprodukt zu entsorgen. Heute ersetzt es in Bayern eine Million Tonnen umweltfeindliches Streusalz. Auch im Märkischen Kreis gibt es Versuche. Wäre das nicht auch was fürs Bergische?, fragt die FDP in Remscheid. Mit seinem zuständigen Bereichsleiter Michael Sauer will sich TBR-Chef Michael Zirngiebl den Gurkenwasser-Einsatz in Dingolfing anschauen. Eins weiß er aber schon jetzt: „Auch die Essiggurke ist ein Opfer der Pandemie geworden.“ Schon 2020 fehlten die Erntehelfer und auch 2021 dürfte ein ernteschwaches Gurkenjahr werden. Prognose: Im nächsten Winter wird (noch?) Salz gestreut.

Wertstoffhof: Seit Mitte Januar ist der Wertstoffhof in der Solinger Straße im Lockdown wieder geöffnet. Wer seine Abfälle dort loswerden möchte, braucht einen Termin. Das läuft jedoch so gut, dass sich nicht wenige wünschen, dass es nach dem Lockdown auch genauso weitergeht. Die Bürger schätzen den Platz, den sie beim Entladen haben. Zunächst bis Ostern soll es dabei bleiben. Die Terminvergabe wollen die TBR in Kürze über ihr Online-Portal möglich machen.

Balkantrasse: Der Wander- und Freizeitweg blieb ungeräumt, was für Kritik sorgte. Allein: Es besteht dort heute keine Räum- und Streupflicht, weshalb an der Trasse entsprechende Schilder stehen: „Kein Winterdienst“. Nun wird die Trasse auch von Berufspendlern auf Rädern genutzt. Die TBR zeigen sich deshalb offen, auf die Trasse auszurücken. „Dazu bedarf es jedoch eines Auftrages der Stadt“, sagt Michael Zirngiebl. Dazu müsse die Kostenfrage geklärt werden, denn den Gebührenzahler über die Straßenreinigungsgebühr heranzuziehen, wäre unzulässig. TBR-Chef Zirngiebl wies zudem darauf hin, dass nicht nur Radfahrer auf der Trasse unterwegs sind. Sondern auch Spaziergänger, Kinder mit Schlitten oder auch Skilangläufer. Denen würde eine geräumte Trasse wahrscheinlich weniger gefallen. Prognose: Hier lauert Konfliktpotenzial.

Containerstandorte: Leute, die ihre Abfälle an den Sammelbehältern für Glas und Papier abladen, bleiben ein Dauerärgernis. Problem: Nur wenn Müllsünder auf frischer Tat ertappt werden, können sie belangt werden. Eine Videoüberwachung ist ausgeschlossen, denn Müllcontainer sind keine Gefahrenorte. Das Einzige, was in Remscheid bislang geholfen hat, sind Einhausungen der Container: „Bevor die Menschen den Unrat sehen, haben wir ihn weggeräumt.“ Eine Einhausung ist jedoch nicht überall möglich.

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