Millionenschaden

Großbrand in Burscheid zerstört Industriehalle

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Wegen der starken Hitzeentwicklung mussten die Spritzen aus sicherer Entfernung auf die Halle gerichtet werden. Gerettet werden konnte das Gebäude von der Feuerwehr nicht mehr.

BURSCHEID Bei dem Feuer in der Nacht zu Mittwoch in Linde ist ein Schaden von 15 Millionen Euro entstanden.

Von Anja Wollschlaeger und Jürgen Heimann

Zumeist von Drehleitern aus wurde der Brand in der Industriehalle bekämpft. 

Dichte schwarze Rauchsäulen türmten sich am späten Dienstagabend über Burscheid-Linde auf. Sie waren kilometerweit über das Stadtgebiet zu sehen. In einem Betrieb im Industriegebiet Linde stand eine Industriehalle voll in Flammen. Alle vier Löschzüge der Burscheider Feuerwehr rückten nach dem Alarm um 22.31 Uhr aus. Verletzt wurde niemand. Schon in der Nacht stand fest: Die Halle war nicht mehr zu retten. „Wir hatten keine Chance“, sagte der stellvertretende Stadtbrandmeister Klaus Kopisch am Morgen danach, noch ohne seit dem Brand sein Bett gesehen zu haben. Bei der Alarmierung am Abend sei lediglich von einer Rauchentwicklung aus der Halle im Industriegebiet die Rede gewesen. Schon bei der Anfahrt sei dann das Feuer zu sehen gewesen. „15 Minuten später war schon alles im Vollbrand.“

Die Warn-App Nina hatte der Bevölkerung schon kurz nach der Alarmierung das Signal gegeben, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Leitstelle der Feuerwehr befürchtete zunächst eine mögliche Gefährdung durch den starken Rauch. Der zog laut Stadtbrandmeister Achim Lütz bis nach Bergisch Gladbach. Dort führten die Rettungskräfte in einem Krankenhaus zur Sicherheit Luftmessungen durch, so Lütz. Die Klimaanlage wurde abgestellt.

„Die Halle ist völlig heruntergebrannt und muss abgerissen werden.“
Klaus Kopisch, stellvertretender Stadtbrandmeister

KEIN EINDRINGEN

URSACHE Es wird wohl noch lange dauern, bis die endgültige Ursache des Großbrandes geklärt ist. Trotz der großen Hitze und der unsicheren Statik verschaffte sich gestern ein Brandermittler der Kreispolizei einen groben Überblick von dem Brandort. Demnach gebe es bislang keine Erkenntnisse über ein gewaltsames Eindringen in das Gebäude. In den kommenden Tagen soll die Untersuchung dann fortgeführt werden.

130 Feuerwehrleute mussten nicht nur gegen das Feuer kämpfen, sondern sich auch um die eigene Sicherheit sorgen. Die Industriehalle in Linde drohte am Abend durch den Brand einzustürzen. Teile des Daches brachen unter der Hitze herunter und Seitenwände bogen sich. Ein massiver Stahlträger hatte sich bei dem Feuer verbogen wie das Bauteil einer Achterbahn in einem Freizeitpark. Die Hitze hatte die Tore der Halle zum Bersten gebracht. Einige in der Halle gelagerte Gasflaschen explodierten während der Löscharbeiten, so Lütz. Das Nachbarhaus, in dem sich eine Wohnung befindet, wurde zur Sicherheit evakuiert.

Laut Feuerwehr ist ein Schaden in Höhe von mindestens 15 Millionen Euro entstanden. Zerstört worden seien in einer Halle bereits verpackte Werkzeuge für den Verkauf und Maschinenteile, in einer anderen Halle Kantmaschinen und Blechwaren. Die betroffene Firma stellt Präzisionswerkzeuge für die Zerspanung her. In dem genannten Schaden ist auch die Immobilie mit einem Wert von 5 Millionen Euro enthalten. Kopisch: „Die Halle ist völlig heruntergebrannt und muss abgerissen werden.“

Um die Flammen zu löschen, musste die Feuerwehr lange Schlauchleitungen legen. Von der Kreuzung in Kaltenherberg und vom Kreisverkehr am Eifgenweg aus stellten die Löschkräfte die Wasserversorgung her. Die Polizei sperrte den Straßenabschnitt, auf dem sich am Abend auch viele Schaulustige versammelt hatten. Die Feuerwehr konnte die Flammen mit mehreren Löschrohren erst gegen 2 Uhr richtig unter Kontrolle bringen. Gelöscht wurde zumeist von Drehleitern aus.

Arbeiten dauerten noch bis Mittwochmittag an

Die Arbeiten dauerten dann aber noch die ganze Nacht durch bis zum Mittag. „Ich hoffe, dass ich um 13 Uhr ins Bett gehen kann“, erklärte ein erschöpfter Klaus Kopisch am Mittwoch an der Hauptwache. Dort wurden noch die Schläuche gewaschen. „Wir wollen das abschließen heute“, so der Vizechef der Feuerwehr.

Der Brandort ist von der Polizei beschlagnahmt worden. Das Betreten des Geländes ist verboten.

Neben der Feuerwehr aus Burscheid waren auch die Wehren aus Leverkusen und Leichlingen im Einsatz. Die Feuerwehren aus Odenthal und Wermelskirchen unterstützen mit Schlauchwagen. Umliegende Betriebe in dem Industriegebiet kamen augenscheinlich nicht zu Schaden. Gegen 0.34 Uhr wurde per Katastrophenapp Nina Entwarnung gegeben. Im Einsatz waren auch die Johanniter. Sie unterstützten die Feuerwehr, um sie bei Kräften zu halten, mit Würstchen und Kaffee. Strategisch wurde zudem von der Feuerwehr Burscheid mit dem Personal gehaushaltet. Der Löschzug II (Hilgen) wurde nachts um 3 Uhr nach Hause geschickt, um am Morgen gegen 9.30 Uhr die Kollegen zur Sicherung des Brandortes abzulösen.

Burscheid: Industriehalle nach Großbrand komplett zerstört

Vollbrand Lagerhalle
 © Doro Siewert
Vollbrand Lagerhalle
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