Untersuchung

Todesfälle in Köln: Die Glukose selbst war ungefährlich

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Der Hauptsitz des Pharmazulieferers Caelo ist in Hilden. Dort wird unter anderem Glukose abgefüllt. 

HILDEN Hildener Firma „Caesar & Loretz“ prüft nach Todesfällen in Köln seine Glukose-Chargen.

Von Carsten Pfarr

Bei einer Routineuntersuchung zum Test auf Schwangerschaftsdiabetes starben vor kurzem eine Frau und ihr ungeborenes Kind in Köln. Nach aktuellem Kenntnisstand war das eingenommene Glukosepräparat mit einem toxischen Stoff (Lidocainhydrochlorid) verunreinigt. Dass das Produkt selbst ungefährlich und die Glukose-Charge rein ist, versichert jetzt der Pharmazulieferer.

„Eine Verunreinigung bei uns können wir definitiv ausschließen“, informiert Ulrich von der Linde, Geschäftsführer der Hildener „Caesar & Loretz“ (Caelo). Umgehend nach Bekanntwerden der Todesfälle habe Caelo zusammen mit der Aufsichtsbehörde alle von der Firma auf dem Markt befindlichen Glukose-Chargen überprüft, sagt er. Die Überprüfung der kompletten Dokumentation habe keine Unregelmäßigkeiten ergeben. Ferner, so von der Linde, hätte eine verunreinigte Charge auffallen müssen, da Apotheken verpflichtet seien, die Ware beim Eingang zu überprüfen – entsprechende Reklamationen zu einem Gebinde blieben jedoch aus.

Caelo ist nach eigenen Angaben deutscher Marktführer in Apothekenrezeptur und Versand von pharmazeutischen Ausgangsstoffen. Der Hauptsitz befindet sich in Hilden, ein weiterer Produktionsstandort in Bonn.

Eingehende Substanzen werden im hauseigenen Labor geprüft

In der Firma wird mit einer modernen Schleusen- und Lufttechnik und unter Reinraumbedingungen gearbeitet. Eingehende Substanzen werden im hauseigenen Labor geprüft. Durch das GMP-Qualitätssicherungssystem seien Verwechslung, Kontamination oder falsche Deklaration auszuschließen, so von der Linde.

Ferner gehöre der in Köln nachgewiesene Giftstoff zu einer Substanzgruppe, die in Bonn bearbeitet werde, Glukose hingegen werde in Hilden abgefüllt. „Die Substanz, die wir geliefert haben, war in Ordnung. Das hat die Bezirksregierung auch bestätigt“, ergänzt der Geschäftsführer.

In einer Pressemeldung der Firma drückt Caelo sein Beileid für die Angehörigen aus. Ferner weist die Firma ein Eigenverschulden ab und erklärt, dass eine „Beimischung erst nach der Vereinnahmung der Ware in der Apotheke erfolgt ist.“ Daher gelte für die Glukose-Chargen von Caelo: „Nichts spricht gegen den weiteren Einsatz dieser Substanzen in Rezeptur-Arzneimitteln, zum Beispiel für den Glukose-Toleranztest.“

Auch von der Linde unterstreicht, dass das Präparat als solches ungefährlich sei und daher zurecht weiter umfassend eingesetzt werde – oft als Geschmackskorrigens, wie der Geschäftsführer informiert.

Im Kölner Fall wurde das Glukose-Präparat für einen Diabetes-Test angewandt. Dabei löst die Patientin 75 Gramm Glukose in Wasser, trinkt die Zuckerlösung und lässt die Veränderung des Blutzuckerspiegels bestimmen. Das Verfahren ist im Grunde, selbst für Diabetes-Erkrankte, völlig ungefährlich. Wieso das Präparat aus der Kölner Apotheke verunreinigt und letztlich tödlich war, ist Teil der Ermittlung. Aktuell geht die Staatsanwaltschaft von einer Verwechslung statt eines vorsätzlichen Handelns aus.

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