Die einarmige Prinzessin

Gina Rühl wirbt auf Instagram fürs Blutspenden

Gina Rühl alias „Die einarmige Prinzessin“ wirbt auf Instagram fürs Blutspenden. Ohne Spenderblut hätte sie nach einem Motorradunfall vielleicht nicht überlebt.
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Gina Rühl alias „Die einarmige Prinzessin“ wirbt auf Instagram fürs Blutspenden. Ohne Spenderblut hätte sie nach einem Motorradunfall vielleicht nicht überlebt.

Wuppertal. Gina Rühl überlebte nur dank Blutkonserven.

Von Anne Palka

„Das hat mein Leben gerettet“, sagt die Wuppertalerin Gina Rühl. „Über mehrere Tage habe ich einige Blutkonserven bekommen.“ In ihrem linken Arm waren Gefäße abgerissen, ihr Becken beidseitig gebrochen, der rechte Unterschenkel zertrümmert.

Die lebensgefährlichen Verletzungen zog sie sich bei einem Motorradunfall im September 2019 zu. Sie war 20 Jahre alt und als Sozia in Radevormwald unterwegs, als in einer Kurve die Kontrolle verloren ging und sie durch die Luft vor einen Baum geschleudert wurde. Mehr als 15 Mal wurde sie operiert.

Blutpräparate werden nicht nur nach Unfällen benötigt, sondern auch für die medizinische Grundversorgung von Patienten. Täglich sind in Deutschland rund 15 000 Spenden nötig, alleine im Bereich des Blutspendedienstes West des Deutschen Roten Kreuzes sind es 3000 bis 3500.

Doch in diesem Winter könnten die Spenden knapp werden, befürchten Krankenhäuser. Grund sind Viren: Bei einer akuten Infektion, etwa mit Grippe- oder Corona-Viren, darf nicht gespendet werden, und auch nach Genesung sollten Betroffene je nach Krankheitsverlauf eine bis vier Wochen warten, sagt Janine von Heyking, Sprecherin des Helios-Klinikums Wuppertal. Die Spendenbereitschaft sei insgesamt gesunken.

Verschärfend könnte die Grippewelle in diesem Jahr stärker ausfallen als sonst. In Australien verlaufe die aktuelle Grippesaison besonders schwer – es sei damit zu rechnen, dass dieser Trend sich in Europa fortsetzen wird, sagt Bernd Sanner, Ärztlicher Direktor im Agaplesion Bethesda Krankenhaus.

Um Engpässen vorzubeugen, setzen die Wuppertaler Krankenhäuser Blutpräparate ganz bewusst ein; wo immer es geht, setze man auf blutsparende Operationstechniken und minimalinvasive Chirurgie. Außerdem könne von den Patienten Eigenblut gespendet werden, sagt Bethesda-Arzt Martin Weiss.

Im Klinikverbund von Petrus- und St.-Josef-Krankenhaus in Wuppertal werden monatlich rund 330 Blutkonserven benötigt, sagt Sprecher Carsten Noth. Engpässe befürchtet er dank eigener Spende-Organisation nicht.

Gina Rühl wirbt dafür, Blut zu spenden, macht mit Videos darauf aufmerksam. „Ich erzähle meine Geschichte. Warum Spenden gebraucht werden. Es geht schneller, als man denkt, dass man selbst eine benötigt. Das Spenden geht schnell und tut nicht weh. Mit dieser Kleinigkeit kann man so viel bewirken.“

www.drk-blutspende.de/blutspendetermine

Termine Solingen

11. November: 13 bis 17 Uhr, Blutspendemobil Graf-Wilhelm-Platz

16. November: 14 bis 19 Uhr, Clemenssaal, Goerdelerstraße 78

23. November: 15.30 bis 19.30 Uhr, Grundschule Südstraße 52

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