Namenspaten

Gibt es eine neue „Wuppertal“ für die Lufthansa?

Der letzte Patenflieger der Bergischen Metropole, ein Airbus A 340-600, wurde 2017 nach Arizona überführt und verschrottet. Foto: Lufthansa Bildarchiv
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Der letzte Patenflieger der Bergischen Metropole, ein Airbus A 340-600, wurde 2017 nach Arizona überführt und verschrottet.

Alter Patenflieger wurde 2017 in Arizona verschrottet. Neue Maschinen der Airline sind noch namenlos.

Von Jonas Meister

Wuppertal. Mit über einer Stunde Verspätung hob Lufthansa-Flug LH9922 am 24. Januar 2017 am Flughafen München ab. Nach 11 Stunden und 38 Minuten landete der Airbus A 340-600 mit der Kennung D-AIHM schließlich in der Wüste im US-Bundesstaat Arizona. Für die „Wuppertal“ war der Flug nach Marana der letzte. Und mit der Verschrottung im gleichen Jahr wurde das Kapitel rund um die Bergische Metropole in Reihen der Kranich-Airline geschlossen – vorerst.

Denn für Namenspaten gilt bei der größten deutschen Fluggesellschaft das Motto: „Einmal Lufthansa, immer Lufthansa.“ 2022 und darüber hinaus hat die Airline nämlich aktuell noch Namenskapazitäten frei. „Dieses Jahr und in den kommenden Jahren wird die Langstreckenflotte der Lufthansa planmäßig durch weitere Maschinen ergänzt. Diese werden auch jeweils nach einer Stadt benannt. Bisher sind den künftigen Lufthansa-Flugzeugen noch keine Namen zugeordnet worden“, berichtet Lufthansa-Sprecherin Sandra Kraft.

Wartezeit kann bis zu 15 Jahre betragen

Nach ihrer Auskunft erwartet man noch im Laufe dieses Jahres insgesamt neun neue Langstreckenflugzeuge: fünf Boeing 787-9 und vier Airbus A 350-900. Das Interesse der Städte, mit ihrem Namen Pate für einen Flieger zu stehen, ist dabei riesig. Mittlerweile ist die Warteliste in den Fachabteilungen der Lufthansa auf 245 Gemeinden angewachsen, die sich alle für einen Schriftzug auf der Außenhaut eines Fliegers beworben haben.

Aufgrund der großen Nachfrage kann die Wartezeit auf eine feierliche Flugzeugtaufe mit dem amtierenden Stadtoberhaupt und Vertretern der Airline zwischen zehn und 15 Jahren betragen. Für den Fall der Fälle müsste Wuppertal aber aus einem ganz speziellen Grund gar nicht so lange warten: „Städten wie Wuppertal oder Krefeld, die bereits einmal Namenspaten eines Flugzeugs waren, das mittlerweile aus der Lufthansa-Flotte ausgeschieden ist, müssen sich jedoch nicht neu bewerben. Bei anstehenden Namensvergaben werden diese Kommunen in der Regel priorisiert“, klärt Sandra Kraft auf.

Aufseiten von Lufthansa will man die Erwartungen im Bergischen für eine kurzfristige Indienststellung einer neuen „Wuppertal“ zwar nicht zu hoch schrauben. Da sich die Größe der Maschinen auch an der Größe der jeweiligen Patenstadt orientiert, ist davon auszugehen, dass der Name der 17.-größten Stadt Deutschlands in Zukunft wieder auf einem Langstreckenflieger wie einer 787 oder einem A 350 prangen wird.

Die Frage ist nur: wann? Das würde den Geschäftsführer von „Wuppertal Marketing“ auch interessieren, denn für Martin Bang ist die Aussicht auf einen Patenflieger für seine Heimatstadt sehr reizvoll: „Bessere Werbung kann man gar nicht machen, als wenn eine ‚Wuppertal‘ im Dienst der Lufthansa tausende Fluggäste sicher um den Globus fliegt.“

Die Tradition, Maschinen nach Gemeinden aus der Bundesrepublik zu benennen, lobt Bang ausdrücklich. Eine „fliegende Werbetafel“ zu haben, verorte das Erlebnis des Reisens um die Welt nicht nur für die Bürger der Stadt, sondern auch die von anderen Fluggästen in der jeweiligen Region.

Die Idee, Flieger der Lufthansa nach deutschen Städten zu benennen, wurde erstmals am 16. September 1960 in die Tat umgesetzt. Damals taufte der damalige Regierende Bürgermeister der heutigen Bundeshauptstadt, Willy Brandt, eine Boeing 707 auf den Namen „Berlin“. Noch im gleichen Jahrzehnt gab es dann auch schon die erste „Wuppertal“. 1967 wurde eine Boeing 727 erstmals auf den Namen der Bergischen Metropole getauft.

Nach Angaben der Stadt blieb das aber nicht die einzige, denn der Name wurde nach der jeweiligen Außerdienststellung der alten Maschine im Laufe der Jahre auf mehrere Flugzeuge vom Typ Boeing 737 und zuletzt eben auf den großen, 75 Meter langen A 340 übertragen.

Die alte „Wuppertal“ wurde aufgrund ihrer Bauweise von der Lufthansa schon etwas mehr als zehn Jahre nach ihrer Auslieferung im September 2006 in den Ruhestand geschickt. Die vier Triebwerke verbrauchten einfach zu viel Kerosin und machten den Betrieb der Maschine unwirtschaftlich.

Städtedreieck: Zwei der drei Kommunen aus dem Bergischen Städtedreieck haben noch einen Patenflieger, der sich im aktiven Dienst der Lufthansa befindet. Der Airbus A 340 „Solingen“ hat seine Heimatbasis am Frankfurter Flughafen und wird auf der Langstrecke eingesetzt. Die „Remscheid“, ein Airbus A 321, ist in München stationiert und bedient europäische Routen.

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