Gewächshaus sollen alle nutzen können

120 Jahre Gartenkultur soll bewahrt werden

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Das historische Gewächshaus soll wieder mit Leben gefüllt werden.

WUPPERTAL Der Georg-Arends- Förderkreis will 120 Jahre Gartenkultur in historischer Umgebung bewahren.

Von Anke Strotmann

Auf dem Gelände von Arends Staudengärtnerei in Wuppertal-Ronsdorf steht das „Flache Haus“. Es gehört zu den ältesten noch existierenden Gewächshäusern in Deutschland. Dieses historische Gewächshaus für Pflanzenzüchtung und Staudenkultur will der Georg-Arends-Förderkreis restaurieren.

Benannt hat sich der Förderkreis mit etwa 120 Mitgliedern nach dem Pionier für Staudenzucht und Gartenkultur Georg Arends (1863- 1952). „Er war einer der wichtigsten Züchter“, sagt die Vorsitzen- de Annelie Brücher-Mohrhenn.

Sein Verdienst sei die Züchtung von winterharten Stauden wie Astilbe und Phlox, die es Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht gab. Damals belieferte Georg Arends auch eine Gärtnerei am Vierwaldstättersee in der Schweiz mit alpinen Pflanzen, die er auch im Steingarten in Ronsdorf kultivierte. Bis heute kann man die Züchtungen von Georg Arends an der Bezeichnung „X Arendsii“ erkennen.

Der Förderkreis will das „Flache Haus“ als historischen Ort für die Öffentlichkeit erhalten und das gärtnerische und kulturelle Vermächtnis für die Zukunft sichern und nutzbar machen.

„Der erste wichtigste Schritt war die Neuverglasung im vergangenen Jahr“, sagt Annelie Brücher-Mohrhenn. Diese konnte zum Teil aus Spenden von „Gut für Wuppertal“ realisiert werden.

TAG DER OFFENEN TÜR

EINBLICK Wer sich das Gewächshaus anschauen möchte, kann das am 24. und 25. August.

ONLINE Infos unter:

www.gut-fuer-wuppertal.de/projects/37272

Das Gewächshaus sei jetzt dicht. Jede Spende honoriert der Förderverein mit einem Glasbaustein, der das Zeichen des Jupiter trägt. „Das ist das internationale Symbol für Stauden“, sagt die Vorsitzende Brücher-Mohrhenn, die auch erzählt, dass es länger gedauert habe, das Geld zusammenzubekommen. „Ein historisches Gewächshaus lässt sich vielleicht nicht so leicht vermitteln“, sagt Brücher-Mohrhenn. „Es ist aber nicht irgendein Gewächshaus.“ Weitere finanzielle Unterstützung benötigt der Verein für Kulturtische, Schatten- spender sowie die Gieß- und Lüftungseinrichtung, die bis- her per Hand gesteuert werden muss.

Förderkreis will „lebendiges Pflanzenarchiv“ aufbauen

Dann soll das historische Gewächshaus auch als Lerngewächshaus für alle Wuppertaler genutzt werden, die hier al- les rund um das Pflanzen ler- nen können: richtig aussäen, Gießen, Vereinzeln (Pikieren), Düngen, Vermehren, zum Blühen bringen, Umtopfen, Zurückschneiden, Ernten, Schattieren, Überwintern.

„Viele Menschen wissen nicht mehr, wie Stecklinge gemacht werden und wann man am besten pflanzt“, sagt Annelie Brücher-Mohrhenn, die bewusst machen will, dass Pflanzen durchaus auch etwas mit Geduld und den Jahreszeiten zu tun hat.

Der Förderkreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Be- stände der sogenannten Edel- weiß-Bibliothek zu dokumentieren, die historische Schau- pflanzung der Felspartie zu pflegen und die Grundstruktur des Arends Gartens mit einem „Lebendigen Pflanzenarchiv“ anzulegen.

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