Handel

Geschäftsleute vermissen alte Kundenströme

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Die Sperrung der Schlossbleiche ist inzwischen beendet. 

WUPPERTAL Nach Wiedereröffnung der Straße Schloßbleiche in Wuppertal hat sich die Lage noch nicht entspannt.

Von Markus Wessels

Seit Anfang November ist die Schlossbleiche wieder durchgängig begehbar. Durchgangsverkehr und Kundenaufkommen haben sich aber längst noch nicht normalisiert, berichten die Geschäftsleute. Auch letzte Arbeiten am neuen Hotel und im KöBo-Haus trüben das Bild weiter.

„Unter das Jahr 2018 müssen wir jetzt einfach einen Haken machen“, sagt Mathias Mayer, Inhaber des Drachengeschäfts „Aufwind“ an der Schlossbleiche: „Es lief schlecht.“ Fast anderthalb Jahre war die Straße am Wupperufer eine Sackgasse – wegen eines Schadens an der Kanalisation, der im Zuge der Bauarbeiten am Hotel an der Ecke Wall/Schlossbleiche entstand. „Sackgasse heißt, die Kunden konnten nur von der Seite der Fußgängerzone das Geschäft erreichen“, erklärt Mayer.

Geschäftsleute beißen die Zähne zusammen und machten weiter

Die Folge: Laufkundschaft blieb aus und suchte sich neue Wege. „Die Leute sind es jetzt gewohnt, andere Wege zu gehen. Es kommen zwar mehr Menschen als vor zwei Monaten. Aber zu sagen, es wären so viele wie vor der Sperrung, wäre gelogen“, so Mayer.

Der Schwebebahnausfall erschwere ebenfalls das Geschäft. „Vom Schwebebahnersatzhalt am Brausenwerth bis zum Geschäft ist es weiter, als wenn ich direkt aus der Schwebebahn komme“, sagt der Einzelhändler. Er fügt hinzu: „Der große Gewinner des Ausfalls ist Amazon.“

Eindrücke, die Thomas Weber vom TUI-Reisecenter Elberfeld bestätigt: „Wir sind natürlich froh, dass die Straße wieder offen ist. Aber immer noch wird am neuen Hotel gebaut. Mit der Laufkundschaft ist es immer noch schwierig.“

Das Geschäft aufzugeben, war für Mathias Mayer jedoch keine Option. Zu bindend sei der Mietvertrag. „Hätte ich gekonnt, wäre ich sofort umgezogen“, sagt er. Doch wie die anderen Geschäftsleute habe er „auf die Zähne gebissen“ und weitergemacht. Lediglich für einen Monat habe er seinen Laden zugemacht. „Das erste Mal in 30 Jahren, die ich das Geschäft führe“, sagt Mayer. Die Personalkosten hätten keinen wirtschaftlichen Betrieb in der Nebensaison der Wintermonate erlaubt. Ein angrenzender Handyladen hatte sogar für drei Monate geschlossen. „Wir hoffen auf das nächste Jahr“, erklärt Mayer.

Auch wenn er sagt, die ganze Geschichte mittlerweile leid zu sein, hat er noch zahlreiche Kritikpunkte. „Hier liegen immer noch Sachen rum, es sieht einfach auch jetzt noch nach Baustelle aus“, beklagt sich Mayer, der sich den ständigen Mailverkehr und Telefonkontakt mit WSW und der Stadt lieber sparen würde. „Ich bin ein bisschen müde, was das anbelangt.“

Dass der Baustellenzustand an der Schlossbleiche demnächst ein Ende haben wird, können die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) ziemlich sicher sagen: „Auf Höhe des Hotels müssen noch Rohrleitungen mit den Hausanschlüssen verknüpft werden“, erklärt Sascha Burghoff von den WSW. „Von unserer Seite wird aber nichts mehr aufgerissen“, versichert er im Namen der Baustellenkommunikation der WSW. Die Zäune, die jetzt noch stehen, hingen mit dem Hotelneubau zusammen. „Wir sind da grundsätzlich durch.“

BAUSTELLE

VERZÖGERUNG Mehrere Verzögerungen bei der Fertigstellung der Baustelle an der Schlossbleiche hatten die Geschäftsleute zu verkraften. Nicht nur der Verdacht einer Weltkriegsbombe im Untergrund, sondern auch die Beschädigung eines Stromkabels beim Ausbau des Hotels führten zur Verlängerung der Bauzeit.

Auch der Elberfelder Lichtermarkt gefällt dem „Aufwind“-Inhaber mit überregionaler Kundschaft nicht. „Es gibt Städte, wo die Weihnachtsmärkte Kunden in die Innenstädte locken“, sagt Mayer, „in Elberfeld vertreibt er sie.“ Hinzu komme dann noch der anstehende Konflikt mit den Versicherungen. „Ich kann nur so viel sagen, dass andere betroffene Geschäftsleute und ich uns anwaltlich beraten lassen“, sagt er.

Thomas Weber vom TUI-Reisecenter wünscht sich außerdem eine grundsätzliche Verbesserung an der Schlossbleiche. „Die Straße sollte insgesamt gemacht werden“, fordert er. „Wenn man auf die andere Wupperseite guckt, ist alles schön gemacht und kein Mensch geht da lang.“ Auch die Neugestaltung des KöBo-Hauses führe noch zu Unsicherheit. Denn die Baustellenzufahrt könnte dann über die Schlossbleiche erfolgen.

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