Waldstück

Rodung im Osterholz: Geschäftsführer fühlt sich bedroht

Ende Januar räumte die Polizei das private Waldstück im Osterholz, welches die Aktivisten besetzt hatten. Archivfoto: Andreas Fischer
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Ende Januar räumte die Polizei das private Waldstück im Osterholz, welches die Aktivisten besetzt hatten. Archivfoto: Andreas Fischer

Wuppertal. Seit der Räumung und Rodung des besetzten Waldstücks im Osterholz ist es ruhig geblieben. Die Baumbesetzer sind zum Teil weitergezogen.

Es ist aber noch einmal zu mehreren Strafanzeigen gekommen – weil die Besitzerfamilie der Kalkwerke Oetelshofen Drohungen erhielt. An Bäume vor einigen privaten Wohnhäusern der Familie seien Plakate mit Drohungen angehängt worden, berichtet Geschäftsführer Till H. Iseke. „Wenn du mich tötest, dann wirst du auch sterben“, habe darauf gestanden.

„Vergangene Woche gab es auch Graffiti in der Nordstadt, die sich explizit auch auf mich bezogen haben. Da habe ich Strafanzeige erstattet“, berichtet Iseke. Er selbst fühle sich nicht so sehr bedroht wie andere Familienmitglieder. „Einigen ist es sehr nah gegangen“, sagt er.

„Wenn du mich tötest, dann wirst du auch sterben.“

Wortlaut einer Drohung

Vor Ort aber sei alles ruhig geblieben. Die Überbleibsel der Baumbesetzer hat die Firma nun selbst entsorgt. Insgesamt seien es rund 200 Kubikmeter Müll gewesen. „Bauholz und Plastik, aber auch Töpfe und Pfannen und Metall“, sagt Iseke. Das meiste hätten sie schon abgefahren, kleinere Mengen Müll befinden sich aber immer noch auf der Fläche. Die Rechnung für den Müll steht noch aus, günstig wird es nicht: „Da kommt schon was zusammen“, meint Iseke. Die Baumbesetzer hätten nur ihre persönlichen Gegenstände mitgenommen, als sie das Gelände verließen.

Marjolein Schlüter von der Bürgerinitiative „Osterholz bleibt“ berichtet, dass einige Baumbesetzer nun andere Projekte verfolgen. „Manche konzentrieren sich wieder voll auf das Studium“, sagt sie. Andere machten auch einfach mal Pause. Manche berichteten ihr auch, dass sie nicht mehr in das Waldstück kommen können. „Denen ist das ja auch ans Herz gewachsen“, so Schlüter.

Ihr selbst gehe es aktuell nicht gut. Sie sei wütend und enttäuscht. Durch die Stürme seien noch mehr Bäume gefallen. In der vergangenen Woche habe es mit Wald und Holz NRW zudem einen Ortstermin gegeben. „Weil teilweise außerhalb des Rodungsgebiets gerodet wurde“, so Schlüter. Eine entstandene Waldschneise soll im Frühjahr wieder bepflanzt werden. Auch nach der Rodung will die Initiative aktiv bleiben. Am 6. März etwa ist erneut ein Waldspaziergang geplant. -kar-

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