Uni geht mit gutem Beispiel voran

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Die Uni setzt vielfach erneuerbare Energien ein. Archivfoto: Stefan Fries

Klimaschutz ist in Forschung und Praxis an der Wuppertaler Hochschule Thema – auch bei Neubauten.

Von Martin Wosnitza

Wuppertal. Die Bergische Universität geht in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel voran. Das bescheinigt ihr zumindest Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes und Papieratlas-Partner. Die Uni habe „ihren Recyclingpapier-Anteil von 0 auf 100“ hochgefahren. Aber wurde zuvor umweltunfreundlich gedruckt? Dazu erklärt eine Sprecherin der Hochschulleitung, dass schon in den Vorjahren mit Kriterien wie „100 Prozent Altpapier“ oder „ohne Chlorbleiche“ ausgeschrieben worden sei und nur die „Blaue Engel“-Zertifizierung gefehlt habe.

Zudem sei diese Umstellung nicht die einzige Maßnahme an der Uni. So seien am Campus Freudenberg Wildwiesen errichtet worden, von denen die meisten „sogar die Hitzeperiode überstanden haben“ und über die sich Bienen und andere Insekten nun freuen.

125 Meter lange Photovoltaik-Anlage lässt kostenfrei tanken

Zudem steht dort die 125 Meter lange Photovoltaikanlage der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Medientechnik. Diese ist mit einer E-Tankstelle verbunden, die kostenlos genutzt werden kann und soll darüber hinaus die erzeugte Energie ins hochschuleigene Verteilnetz einspeisen. Hier könnte unter anderem der Fuhrpark des Hochschul-Sozialwerks (HSW) tanken. „Wir hatten eines der ersten 100 Elektroautos in Wuppertal, das war der Twizzy, mit dem unsere Wohnheimhausmeister fahren“, erklärt HSW-Geschäftsführer Fritz Berger.

Er ist für die Mensen und Wohnheime am Campus verantwortlich. Letztere wurden in energetischer Hinsicht schon mehrfach ausgezeichnet – dank Einsatz von Blockheizkraftwerk, Niedrig- und später Passivhausenergie-Standard, Fernwärme und Gründächern. Im neusten, derzeit noch im Bau befindlichen Wohnheim soll zudem „Urban Gardening“, also Nutzgärten für Gemüse, ermöglicht werden.

Am Campus kümmert sich der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) darum. 2018 wurden in der Nähe des Mensa-Gebäudes am Campus Grifflenberg zwei Hochbeete aufgestellt. Angepflanzt werden beispielsweise Minze, Sonnenblumen oder Pflücksalat. Mittlerweile sind es vier Beete geworden und das Projekt soll weiter wachsen. „Wir möchten gerne Hochbeete an den Wohnheimen und am Campus Haspel aufstellen“, schildert Asta-Vorsitzender Sven Bischoff. Unterstützt wird das Projekt vom Sozialwerk und der Hochschulverwaltung, die die Aufstellungsorte freigeben.

Fernwärme-Versorgung soll weiter optimiert werden

Wo beide eher wenig Einfluss haben, ist am Hochschulgebäude selbst. Das liege am Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB NRW) als Vermieter, der nach eigenen Standards baue. „Unser Vorschlag, die Dachebene 05 des Mensagebäudes zu begrünen, wurde umgesetzt.“

Auch die Uni selbst agiert in Rahmen ihrer Möglichkeiten: „Es ist der Ausbau des nachhaltigen Heizens durch eine Optimierung der Fernwärmeversorgung in Zusammenarbeit mit den Wuppertaler Stadtwerken geplant.“ Daneben betont eine Uni-Pressesprecherin den Transferschwerpunkt Umwelt, Engineering und Sicherheit, der viele Projekte beinhaltet – wie FreshBrains, das die Radverkehrsplanung in Kommunen verbessern soll. Die Schülerakademie 2˚-CAMPUS sucht nach Lösungen, wie die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2050 um 95 Prozent gesenkt werden können.

Die Bergische Universität verbleibt mit ihren Aktivitäten nicht nur auf dem Campus, sondern trägt diese auch in die Gesellschaft hinaus.

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