Zoo

Geburtsvorbereitung mit Leckerchen

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Tierärztin Saskia Dreyer untersucht Elefantenkuh Tika, Claus Kühn hält das Ultraschallgerät. Filipe von Gilsa steht am Kopf des Elefanten.

Der Wuppertaler Zoo erwartet zwei Elefantenbabys. Die Aufregung steigt, Tika und Sweni werden täglich untersucht.

Von Tanja Heil

Wuppertal. Bald ist es soweit: Der Wuppertaler Zoo erwartet dieses Frühjahr gleich zwei Elefantenbabys. Für Tika ist es das erste Baby, während Sweni erfahrene Mutter ist.

Wie bei menschlichen Schwangeren auch, werden die beiden werdenden Mütter engmaschig überwacht. „Wir nehmen den beiden Kühen jeden Tag Blut ab und messen die Hormonwerte im Blut“, erklärt die Zoo-Ärztin Dr. Lisa Grund. Anhand der Werte lasse sich oft schon einige Tage vorher erkennen, dass die Geburt bevorsteht. Sicher sei das allerdings nicht, betont die Ärztin. Manchmal werden die Pfleger trotzdem von einer Geburt überrascht. Bei Elefanten mit ihrer langen Tragezeit von 22 Monaten lasse sich ein Geburtstermin viel schlechter vorhersagen als bei Menschen.

Leitkuh Sabie vermittelt den anderen Sicherheit

Auf dem Ultraschall-Bild kann die Tierärztin das ungeborene Elefantenbaby schon genau untersuchen.

Sweni könnte morgen gebären oder erst Ende März – beides sei völlig normal. Trotzdem wollen die Pfleger ihren Schützlingen bei der Geburt – wenn nötig – beistehen. Wenn sie ahnen, dass eine Geburt naht, bleiben die Ärztin und die wichtigsten Pfleger auf dem Zoogelände. Ein Pfleger wohnt sowieso dort. Meistens kommen Elefantenbabys nachts. „Das ist schon ein besonderer Moment im beruflichen Leben“, sagt Lisa Grund.

Nur ein Pfleger wacht direkt bei der gebärenden Elefantenkuh. Ansonsten kümmert sich die Herde um die werdende Mutter. Leitkuh Sabie hat selbst schon mehrere Kinder geboren und kann ihren Kühen Sicherheit vermitteln. Seit 2013 werden alle Elefantenbabys so im Familienverband geboren. Sollte es zu Komplikationen kommen, können Pfleger und Ärzte eingreifen. Bisher war das jedoch zum Glück nie nötig.

Um festzustellen, ob mit dem Nachwuchs im Elefantenbauch alles in Ordnung ist, wird einmal pro Woche ein Ultraschallbild angefertigt. Einmal wird dabei von der Bauchseite das Baby betrachtet und beobachtet, ob genügend Fruchtwasser vorhanden ist. Dann wird ein transrektales Ultraschall gemacht, also durch den Darm hindurch, um den Gebärmutterhals zu kontrollieren. „Das ist auch ein Training, damit das Tier das kennt, falls wir bei der Geburt eingreifen müssen“, erklärt die Tierärztin. Das funktioniert: „Tika ist ganz wild darauf und stellt sich immer schon an.“ Denn anschließend gibt es zur Belohnung ein Leckerli.

Nirgendwo gibt es mehr Elefanten-Babys als in Wuppertal

Regelmäßig getestet wird auch der Calciumwert der beiden Schwangeren. „Bei einem Calciummangel arbeitet die Muskulatur nicht richtig“, sagt Lisa Grund. Das wäre für eine Geburt hinderlich. Und ein Calciummangel sei bei Großtieren immer ein Risiko.

Während Sweni, die als erste entbindet, noch munter durchs Gehege spaziert und sich nichts anmerken lässt, wird Tika etwas träge. Die beiden Babys werden übrigens keine Geschwister sein: Während Sweni von Elefantenbullen Tusker gedeckt wurde, ging das bei Tika nicht – Tusker ist ihr Vater. Deshalb wurde sie künstlich befruchtet mit dem Samen eines Hallenser Bullen.

Der Wuppertaler Zoo ist der erfolgreichste Züchter afrikanischer Elefanten in Europa. Im Europäischen Zuchtbuch, das in Wuppertal geführt wird, gibt es nirgendwo so viel Nachwuchs wie im Grünen Zoo.

DER GRÜNE ZOO

ÖFFNUNGSZEITEN Der Zoo ist bis Ende März täglich von 8.30 bis 17 Uhr, ab 29. März von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet.

EINTRITT Tageskarten kosten für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren 18,50 Euro, für Kinder bis 14 Jahren 1,70 Euro.

FÜHRUNG Am Montag, 23. März, findet um 17 Uhr eine Abendführung statt.

ARALANDIA Die neue Freifluganlage wird am Montag, 30. März, 15 Uhr, eröffnet.

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