Nach Anwohner-Beschwerden

Gastronomen kämpfen gegen Lärm

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Gespräche mit allen Beteiligten und Banner sollen auf die Nachtruhe ab 22 Uhr im Luisenviertel aufmerksam machen. (Archivfoto)

WUPPERTAL Zum Semesterstart am 1. April soll es ruhiger zugehen im Wuppertaler Luisenviertel.

Von Markus Wessels

 Nachdem die Diskussion um zunehmenden Lärm im Luisenviertel zuletzt in regelmäßigen Abständen wieder aufkam, sollen nun Banner an den Eingängen des Viertels auf die Nachtruhe hinweisen. Auch ein Gespräch mit Studentenvertretern soll Konflikten wie 2017 vorbeugen.

Ab Ende März sollen 13 Banner an den Eingängen und den Kreuzungen des Luisenviertels die Kneipengäste darauf hinweisen, dass ab 22 Uhr Nachtruhe herrscht und Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen ist, berichtet der neue Vorsitzende der Interessengemeinschaft Luisenstraße (IG), Jörg Eckhardt Kuznik. Die Banner seien ein Teil der Absprachen mit Politik und Anwohnern, die unlängst getroffen wurden.

Dennoch schätzt der Elberfelder Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius die aktuelle Diskussionslage so ein: „Die Stimmung ist zurzeit zwiespältig.“ Vor etwa vier Wochen habe es ein Gespräch im Büro des Oberbürgermeisters mit den Gewerbetreibenden und Gastronomen des Ausgehviertels gegeben. „Es ging darum, sich gegenseitig zu verpflichten, wann auch wirklich Schluss ist“, fasst Vitenius zusammen und fordert: „Das Ordnungsamt muss auch mal mit dem Zeigefinger zeigen.“

STUDIENBEGINN

SOMMERSEMESTER Nur wenige Studiengänge an der Bergischen Universität nehmen im Sommersemester neue Studenten auf. Eine große Einführungsveranstaltung für mehrere tausend Erstsemester ist daher auch nicht vorgesehen – und mit ihnen die Kneipentouren im Luisenviertel.

Die Beschwerden hätten zwar in den vergangenen Wochen nachgelassen, doch Anlass, sich zurückzulehnen, gebe es nicht. „Die Anwohner spüren, dass das Anliegen von den Gewerbetreibenden ernst genommen wird“, beschreibt Vitenius seine Eindrücke. „Wir wollen aber nicht ahnungslos in das Jahr 2019 hineinstolpern.“ Für die genaue Rekonstruktion des nächtlichen Lärmpegels half den Teilnehmern des Gesprächs ein konventionelles Mittel: Eine Anwohnerin führt Tagebuch über die nächtlichen Störungen.

Auch die Universität ist von der Diskussion betroffen, da sich naturgemäß viele Studenten unter den Gästen befinden. Im Oktober 2017 hatte es zuletzt Beschwerden über ausufernde Einführungstage der Erstsemester gegeben. Daraufhin sollte ein „runder Tisch“ die Wirte und Studierendenvertreter zusammenführen. Vor Beginn des Sommersemesters im April sei ein solches Gespräch bisher nicht geplant, zu gering sei die Zahl an Studienanfängern.

Massive Kritik gab es am Einsatz von Megafonen

„Das ist wesentlich weniger“, berichtet Nina Camoeiras vom Beatzundkekse. „Wir haben da nur zwei Reservierungen“, so die Wirtin. Zum Vergleich: Zum Start des Wintersemesters seien es um die zehn Reservierungen. Der Dialog mit den Studenten soll aber dennoch fortgesetzt werden. „Ich würde gerne den Kontakt aufnehmen“, sagt der frischgewählte IG-Vorsitzende Jörg Eckhard Kuznik. „Wir werden auf der nächsten Sitzung der Fachschaftsrätekonferenz im April überlegen, ob es sinnvoll ist, diesmal vor der Ersti-Woche einen Termin zu machen, um zu überlegen, welche Maßnahmen man präventiv treffen könnte“, bestätigt auch die Vorsitzende der Konferenz, Viktoria Boecker, die die Fachschaften koordiniert.

Das letzte Treffen habe nach der Ersti-Woche 2017 stattgefunden. Konflikte während der Einführungstage konnten dadurch im Folgejahr vermieden werden. Besprochen wurden unter anderem Maßnahmen, wie der massiv kritisierte Einsatz von Megafonen unterbunden werden kann. Nicht eingebunden in die Diskussion ist derweil die Universitätsleitung: „Bezüglich der damaligen Probleme im Luisenviertel ist uns nichts bekannt“, so ein Pressesprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

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