Natur

Flatterulme und Winterlinde ersetzen Fichten

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Die Stadt Wuppertal forstet Wälder auf – rund 30 000 neue Bäume sollen gepflanzt werden.

Von Martin Juhre

WUPPERTAL Sebastian Rabe, Leiter der städtischen Forstabteilung, schaut prüfend über die Aufforstungsfläche nicht weit von der Ronsdorfer Talsperre. Pflanzstäbe stehen dort in Reihe, halten die kleinen Setzlinge, die einmal so große Bäume werden sollen wie ihre Kollegen rund um die 10 000 Quadratmeter große Fläche. Flatterulme wächst jetzt dort, Winterlinde, Schwarzerle und Bergahorn, da wo im vergangenen Sommer noch Fichte an Fichte stand. Nach zwei Dürrejahren mächtig unter Stress, hatte ihnen der Borkenkäfer den Rest gegeben.

Die 2500 Bäumchen in Ronsdorf gehören zu den 10 000 Exemplaren, die die Stadt im vergangenen Herbst in ihren Wäldern gepflanzt hat. 20 000 weitere sollen im kommenden Herbst dazukommen.

„Die Natur soll einfach mal machen.“
Stadt lässt Flächen im Wald frei

„Die Stadt setzt seit rund 30 Jahren darauf, den Wald ökologisch umzubauen“, sagt Dezernent Frank Meyer. Mischwald hauptsächlich mit heimischen Laubbaumarten soll da wachsen, wo vorher die Fichte dominierte.

Gedacht war da an ein Vorgehen in kleinen Schritten nach und nach. Jetzt sieht sich die Stadt allerdings zu größeren Schritten veranlasst. Klimawandel, Trockenheit, Borkenkäfer und schädliche Pilze, dazu der eine oder andere heftige Sturm zwingen sie dazu, größere Flächen in Angriff zu nehmen. Rund 60 000 Quadratmeter hat sie seit vergangenem Herbst wiederbewaldet, vor allem um die Ronsdorfer Talsperre und im Gebiet Nöllenhammer in Cronenberg.

„Wir setzen dabei nicht auf fremde Bäume aus wärmeren Klimazonen“, sagt Rabe dazu. „Man muss ja nicht nur die einzelnen Bäume sehen, sondern auch das ganze Ökosystem.“ Dazu setzt er darauf, dass Setzlingen heimischer Arten in ihrer Entwicklung die Anpassung besser gelingt als ihren älteren Kollegen, die ihre Jugend in kühlerer und feuchterer Zeit verbracht haben. Rabe: „Und bei der Sortenwahl haben wir als Stadt ja auch nicht in erster Linie auf den zu erwartenden holzwirtschaftlichen Ertrag zu gucken, sondern auf Ökologie und Erholungspotenzial für die Bürger.“

Zur Starthilfe sind die kleinen Bäume in Ronsdorf mit Schafsfett eingerieben worden. Das finden nämlich die Rehe ziemlich eklig, die sonst eine solche Fläche als ein höchst appetitliches Buffet betrachten würden. Das Fett macht eine Umzäunung der Fläche überflüssig.

Guckt man zwischen die Reihen der Pflanzstöcke, sieht man, dass sich dazwischen kleine Buchen und Ahorne angesiedelt haben. Ganz von alleine. Das gehört beim Wuppertaler Wiederbewaldungskonzept dazu. Auf den Flächen werden einige Bereiche nicht bepflanzt. Dort soll die Natur entscheiden, welche Bäume dort in Zukunft wachsen. Frank Meyer sagt dazu: „Wir haben viele Freiflächen, bei denen wir davon ausgehen können, dass die Natur selbst für einen stabilen Mischwald sorgen wird. Dort lassen wir die Natur auch einfach mal machen.“ Mit all diesen Mitteln soll der Wald widerstandsfähiger sein. Rabe: „Und wenn eine Art Probleme mit speziellen Krankheiten bekommt, sind immer noch all die anderen Arten da.“

Als „sehr wahrscheinlich“ gelten laut einer Studie des Landesbetriebs Wald und Forst NRW folgende Veränderungen durch den Klimawandel: Es komme zu einem weiteren Anstieg der Temperaturen, der vor allem den Westen von NRW betrifft. Insgesamt werde es etwas mehr Niederschlag geben – allerdings verteilt der sich weniger gut als bisher. Die Sommer werden dürrer, die Winter feuchter. Zudem komme es zu vermehrten Starkregen-Ereignissen. Jährlich werde es 11 bis 29 Frosttage weniger geben. Während diese Klimaveränderungen als relativ gesichert gelten, sei die Vorhersage zu Stürmen schwieriger. Allerdings gehen die Experten von einer Zunahme an Stürmen aus.

Klimawandel: Vorhersagen

Als „sehr wahrscheinlich“ gelten laut einer Studie des Landesbetriebs Wald und Forst NRW folgende Veränderungen durch den Klimawandel: Es komme zu einem weiteren Anstieg der Temperaturen, der vor allem den Westen von NRW betrifft. Insgesamt werde es etwas mehr Niederschlag geben – allerdings verteilt der sich weniger gut als bisher. Die Sommer werden dürrer, die Winter feuchter. Zudem komme es zu vermehrten Starkregen-Ereignissen. Jährlich werde es 11 bis 29 Frosttage weniger geben. Während diese Klimaveränderungen als relativ gesichert gelten, sei die Vorhersage zu Stürmen schwieriger. Allerdings gehen die Experten von einer Zunahme an Stürmen aus.

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