Provisorium

Feuerwehr-Chef: Haltestelle vor der Garage

Stefan Dickten an der provisorischen Bushaltestelle, die ihm im Falle eines Einsatzes wichtige Minuten kosten könnte.
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Stefan Dickten an der provisorischen Bushaltestelle, die ihm im Falle eines Einsatzes wichtige Minuten kosten könnte.

Bezirkspolitiker fordern schnelle Lösung – Stadt prüft Situation.

Von Eike Birkmeier

Wuppertal. Stefan Dickten ist immer in Alarmbereitschaft. Als erfahrener Feuerwehrmann weiß er, dass Einsätze zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich sind. Im Ernstfall zählt dann jede Sekunde. Künftig könnte es nach Ansicht des langjährigen Löschzugführers der Freiwilligen Feuerwehr Vohwinkel allerdings schwieriger werden, von seiner Wohnung an der Kaiserstraße zur Wache neben dem Rathaus an der Rubensstraße zu kommen. Denn: Ein Teil der Kaiserstraße – eigentlich Einbahnstraße – wird für den Schwebebahnersatzverkehr (SEV) in entgegengesetzter Richtung geöffnet. Dadurch entsteht dort eine neue Bushaltestelle – und die liegt genau vor der Garage des Brandschützers.

„Das ist ein absolutes Unding“, schimpft Stefan Dickten. Besonders ärgert er sich darüber, dass er im Vorfeld nicht über die Maßnahme informiert worden sei. „Wenn die Stadt eine so stark genutzte Haltestelle genau vor eine Garage setzt, könnte sie die betroffenen Anwohner ja mal fragen, ob das für sie ein Problem ist“, findet der Löschzugführer. Er befürchtet Verzögerungen durch den Haltepunkt.

„Das geht überhaupt nicht.“

Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann

„Der Schwebebahnersatzverkehr hat eine hohe Taktfrequenz, da kann es schnell passieren, dass ein Bus genau dann vor meiner Garage steht, wenn ich zum Einsatz muss“, erläutert Stefan Dickten. Auch durch die Länge der Fahrzeuge könne wertvolle Zeit verstreichen, bis die Ausfahrt frei ist. „Im Zweifelsfall muss ich dem Busfahrer erst die Situation klarmachen“, so der Feuerwehrmann. Er verweist außerdem auf die künftig vor seiner Garage wartenden Fahrgäste. „Gerade morgens ist an den Haltestellen des Schwebebahnersatzverkehrs viel los“, sagt Stefan Dickten. Er sei erst kürzlich um 7 Uhr zu einem Brand gerufen worden. Im vergangenen Jahr habe die Freiwillige Feuerwehr Vohwinkel insgesamt über 100 Mal ausrücken müssen.

Die bisherige Linienführung für die Schwebebahn-Ersatzbusse sorgte gerade in den Hauptverkehrszeiten für Staus. Eine einjährige Ausnahmeregelung für Busse soll dieses Problem nun lösen. Das macht die Verlegung der Bushaltestelle notwendig, die vorher an der Haeselerstraße lag – und nun eben vor die Garage von Stefan Dickten platziert werden soll. Im Plan des entsprechenden Antrags der Stadtverwaltung ist sie genau vor der Garage von Löschzugführer Stefan Dickten eingezeichnet.

„Das geht überhaupt nicht“, findet auch Vohwinkels Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD). Er und viele andere Stadtteilpolitiker befürworten zwar die zuletzt beschlossene Öffnung der Einbahnstraße für Busse. „Die Haltestelle muss aber so schnell wie möglich verlegt werden“, fordert Fragemann. Die Stadt will jetzt prüfen, ob und inwieweit das umsetzbar ist. „Wir werden uns vor Ort anschauen, ob die Lage tatsächlich so dramatisch ist und dann eine Entscheidung treffen“, sagt Rathaussprecher Thomas Eiting.

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