Sanierung erst nach 2021 geplant

Die Fassade der Historischen Stadthalle in Wuppertal löst sich auf

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Die Historische Stadthalle in Elberfeld (Archivfoto).

WUPPERTAL Bis 2021 sollen Netze dafür sorgen, dass in Elberfeld keine Steinbrocken herabfallen.

Von Daniel Neukirchen und Lothar Leuschen

Die Fassade der Historischen Stadthalle muss saniert werden. Wie die Stadt am Montag mitgeteilt hat, sind bereits Stücke von der Größe eines Handtellers aus der Sandsteinfassade gebröckelt und herabgefallen. Dabei ist niemand zu Schaden gekommen. Inzwischen sichern Fangnetze das Gebäude ab.

GESCHICHTE

KÜPPER Bis 1894 war das Gelände, auf dem sich die Historische Stadthalle befindet, Privatbesitz der Familie Küpper. 1831 hatte Abraham Küpper das Wirtshaus auf dem Johannisberg übernommen, in dessen Saal 1000 Personen Platz fanden. Die Entscheidung, ein Konzert- und Versammlungshaus zu errichten, mündete 1895 in einem Architekturwettbewerb. Der Bau des „Konzert- und Versammlungshauses Stadthalle Wuppertal“ dauerte von 1896 bis 1900.

An diesen Anblick müssen sich die Wuppertaler wohl bis 2021 gewöhnen. Erst dann soll die Fassade in Ordnung gebracht werden. Ursache sind Wind, Wetter und eine Schutztechnik, die inzwischen als veraltet gilt. Die Sanierung kostet nach Angaben des städtischen Gebäudemanagements gut fünf Millionen Euro, die Hälfte davon bezahlt der Bund.

Die Halle ist für Konzerte aller Art gefragt

Die Historische Stadthalle am Johannisberg hat eine lange Sanierungstradition. In den 1990er Jahren ist das wohl schönste Gebäude Wuppertals von Grund auf hergerichtet worden. Die aufwendigen Arbeiten dauerten etwa fünf Jahre und verschlangen letztlich statt zunächst geplanter gut 30 Millionen letztlich mehr als 80 Millionen D-Mark, also etwa 41 Millionen Euro.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Heute ist die Historische Stadthalle nicht nur ihrer Optik wegen ein Publikumsmagnet. Unter der Leitung von Geschäftsführerin Silke Asbeck hat sie sich zu einer überregional gefragten Adresse auch für Seminare und Firmenveranstaltungen entwickelt. Zuletzt war für Kobold-Hersteller Vorwerk weiß-grün geflaggt.

Netze sichern die Fassade der Historischen Stadthalle. Foto: Gordon Binder

Seit Jahrzehnten ist die Halle ihres prachtvollen Großen Saales für Konzerte aller Art gefragt. Klassik-Künstler aus aller Welt buchen ihn wegen seiner europaweit einmaligen Akustik. Aber auch die Freunde härterer Klänge sind regelmäßig am Johannisberg zu Gast. Am 20. April gibt sich die Wuppertal-Solinger Band „Accept“ mit Metal-Symphonien die Ehre.

Dass die eigentlichen Sanierungsarbeiten erst in zwei Jahren beginnen und bis dahin Fangnetze das Schlimmste verhindern sollen, erklärt Uwe Flunkert, der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, so: „Wir wollen die Fassade der Stadthalle nicht während des Engels-Jahres sanieren, weil sie für das Programm eine herausragende Bedeutung hat.“ Die Stadthalle sei mit ihrem Dichtheitsproblem in „bester Gesellschaft“. Ähnlich sei nämlich die Lage beim Kölner Dom. Während der Arbeiten nach 2021 soll die Stadthalle geöffnet bleiben.

Stadt wird mit mehr als 3,5 Millionen Euro unterstützt

Wuppertal ist mit 4500 Baudenkmälern nach Köln die Stadt in NRW mit den meisten denkmalgeschützten Bauwerken. Das hat sich bis nach Berlin herumgesprochen. Deshalb wird die Stadt allein in diesem Jahr mit mehr als 3,5 Millionen Euro in dem Bemühen unterstützt, ihre Denkmäler zu unterhalten. Das Geld fließt dabei aber nicht nur in Gebäude, die sich im Besitz der Stadt befinden. So engagiert sich der Bund mit 355.000 Euro bei der Instandsetzung der reformierten Kirche in Ronsdorf, die Alte Kirche am Kolk kann auch dank 50.000 Euro aus Berlin saniert werden, und der Verein Bergische Museumsbahnen freute sich zuletzt über die Zusage von 12.000 Euro.

„Die Bundesregierung würdigt damit die herausragende Bedeutung dieser Wuppertaler Baudenkmäler für die deutsche Architekturgeschichte“, sagt Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD).

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