Mobilität

Fahrradfahren mit Wasserstoffantrieb

Alexia von Wismar und Michael Schumacher (Kamera) drehen einen Film über das Wasserstoff-Rad „Sitdriver“. Die Agentur Engel und Norden betreut das Wuppertaler „Senior Start-up“ – gegründet 2018 von Günter Rood. Foto: Stefan Fries
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Alexia von Wismar und Michael Schumacher (Kamera) drehen einen Film über das Wasserstoff-Rad „Sitdriver“. Die Agentur Engel und Norden betreut das Wuppertaler „Senior Start-up“ – gegründet 2018 von Günter Rood. 

Günter Rood möchte mit dem selbst entwickelten Fahrrad die Mobilitätswende voranbringen.

Von Julia Pfau

Wuppertal. Bereits im August wurden die ersten Meter mit einem Prototyp des Sitdrivers in Remscheid zurückgelegt, vergangene Woche dann das erste Stück auf der Sambatrasse. Der Sitdriver ist eine Vision für die Zukunft. Ein Kleinfahrzeug, das per Pedal und zukünftig auch mit Wasserstoff angetrieben werden soll. Privater und öffentlicher Verkehr sollen durch das Fahrzeug verknüpft werden.

Fünf Jahre Entwicklungsarbeit stecken in dem Rad

Fünf Jahre hat Unternehmer und Erfinder Günter Rood in dieses Projekt investiert, mit 66 Jahren gründete er die Sitdrive GmbH. Die Fahrt wurde von einem Filmteam begleitet, der Status des Projektes solle dokumentiert werden: „Es ist wichtig zu zeigen, dass es sich bei dem SitDriver nicht nur mehr um eine bloße Idee handelt“, berichtet Verena Engel, Geschäftsführung des Grafik- und Designbüros Engel und Norden. Sie begleitet das Start-up SitDriver seit 2017. Als nächsten Schritt müssen Investoren gefunden werden, dabei soll das animierte Material helfen. Doch es fehle an der Bereitschaft für Risikoinvestitionen, das mache es nicht einfach: „Die Amerikaner prägen den Begriff des Wagniskapitals. Ein Beispiel hierfür ist der Einstieg von Risikoinvestoren bei Tesla. In Deutschland ist die Bereitschaft für solche Risikokapital-Investitionen gering“ berichtet Rood.

Der Sitdriver sieht aus wie einige Liegendfahrräder – tiefergelegt und mit drei Rädern. „Es ist das zweite Modell, das richtig fährt“ berichtet Rood. Dieser Prototyp fahre bisher jedoch noch mit einem konventionellen Motor und solle zudem noch bis zu 25 Prozent kompakter werden. Aber auch optisch habe man noch nicht den Endstatus erreicht, berichtet Rood: „Das ‚Sexy Design‘ fehlt noch. Es wird in Saint Etienne angefertigt, der Designhauptstadt und Partnerstadt von Wuppertal.“

Die Wasserstofftechnologie, mit der das Fahrzeug dann zukünftig fahren soll, hat Rood in Gemeinschaft mit der Bergischen Universität entwickelt. Wasserstoff sei der Antrieb der Zukunft, berichtet Rood: „Voll zu tanken dauert zwei Minuten. Eine Tankladung beinhaltet dann 40g, das reicht etwa für 100 bis 150 Kilometer. Der Preis für ein Kilogramm liegt bei 15 Dollar. 100 bis 150 Kilometer zurückzulegen kostet somit unter einem Euro.“

‚Für die letzte Meile‘, sei das Fahrzeug gedacht. Es kann mit wenigen Handgriffen zusammengeschoben werden, als Trolley. Dockingmöglichkeiten in Bus und Bahn sollen den Transport über weitere Strecken ermöglichen. Man habe dann, vor allem in Zeiten von Corona, einen eigenen Sitz dabei, der einem den Abstand gewährleistet, berichtet Engel: „Denkbar wären solchen Dockingmöglichkeiten auch beispielsweise in Fußballstadien.“ Also quasi eine eigene kleine Welt, die man sich mitnehmen kann.

Das Unternehmen will Mobilität anders denken

Aber zunächst müsste die Infrastruktur darauf abgestimmt werden, „es würde ein Umdenken erfordern“. Mobilität eben neu gedacht, das ist das Motto des Start-ups. Das sei die Welt des Wuppertaler Erfinders, die permanente Innovation: „Man muss dabei immer das Große und Ganze im Auge haben.“

Für Engel prägt Rood den Ausdruck des ‚kontinuierlichen Verbesserungsprojektes‘: „Es gibt immer wieder Revisionen des Produktes. Es ist eine ‚One man show‘. Rood ist Inhaber und Erfinder, alles in einer Person.“ Doch der Sitdrive ist nicht die erste Innovation des Wuppertalers. Der Wille zur Innovation spiegele sich in seiner Biografie wieder. Das vergangene Projekt, ein Rollator, wurde erfolgreich verkauft.

Für den Sitdrive ist dies jedoch zunächst nicht geplant. Zahlreiche Features und technische Teilleistungen wurden im Sommer bereits zum Patent angemeldet. Derzeit wird ein europäisches Experten-Netzwerk für die weitere Arbeit organisiert.

Wasserstoff

Wasserstoff wird etwa für Autos und Busse als Antrieb genutzt. Die Wuppertaler Stadtwerke haben zehn Wasserstoffbusse in Betrieb genommen, die an der Müllverbrennungsanlage auf Korzert betankt werden.

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