Klimawandel

Viele exotische Tiere leben inzwischen in Düsseldorf

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Die Halsbandsittiche leben seit Jahren in Düsseldorf, vor allem in den Bäumen an der Königsallee gefällt es ihnen. 

DÜSSELDORF Das Umweltamt dokumentiert die Veränderung des Artenspektrums durch den Klimawandel.

Von Alexander Schulte

Rote Tomaten am Rheinufer, grüne Papageien-Schwärme an der Königsallee, gelbliche Heuschrecken im Eller Forst: Der Klimawandel hat Düsseldorf verändert. Neue Tier- und Pflanzenarten haben sich angesiedelt, andere kommen durch die steigenden Temperaturen in Schwierigkeiten und verschwinden.

Seit zehn Jahren führt das städtische Umweltamt mit der Biologischen Station Haus Bürgel ein sogenanntes Klimafolgenmonitoring durch. Im Umweltausschuss legten Gründezernentin Helga Stulgies und Tobias Krause von der Unteren Naturschutzbehörde eine aktuelle Zusammenfassung vor.

Der allgemeine Trend: Wärme liebende Arten treten vermehrt in der Stadt auf, Kälte bevorzugende Arten werden seltener. Kein Wunder, ist doch die Jahresdurchschnittstemperatur in Düsseldorf seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 um mehr als ein Grad Celsius gestiegen. 2018 lag die mittlere Jahrestemperatur bei über 12 Grad, das ist der höchste jemals in Düsseldorf gemessene Wert. Im Detail zeigt sich, dass neue Pflanzenarten, die unter anderem über den internationalen Warentransport nach Düsseldorf gelangen, bereits einen Anteil von mehr als 30 Prozent an der Artenvielfalt am Rhein ausmachen.

Insekten reisen meist in Frachtcontainern ein

Besonders klar ist der Befund bei den Flechten, einer Symbiose aus Pilz und Alge. In Düsseldorf wachsen mehr und mehr Flechten, die für gewöhnlich in Süd-Frankreich anzutreffen sind. Aus dem Mittelmeerraum wandern Insekten wie die Feuerlibelle ein, via Schiffe und Flugzeuge importiert werden auch andere exotische Arten. Meist reisen sie in Frachtcontainern ein.

Der lange Untersuchungszeitraum ist unabdingbar, um mögliche andere Ursachen für die Veränderung von Pflanzen- und Tierwelt ausschließen zu können: „Denn ein Grund dafür kann auch zum Beispiel ein verändertes Nahrungsangebot sein“, sagt Umweltamtsleiter Thomas Loosen.

Klimabedingte Bestandsänderungen bei Schmetterlingen und Vögeln sind in Düsseldorf bislang nicht so eindeutig zu erkennen. Aber auch bei diesen Arten sind Veränderungen nachweisbar: Die Halsbandsittiche, Düsseldorfs grüne Papageien, vermehren sich sehr erfolgreich und gehören ebenso zu den „Klimagewinnern“ wie die Nilgänse. Auch das Taubenschwänzchen ist mittlerweile in Düsseldorf heimisch geworden.

Die Ergebnisse können als wissenschaftliche Grundlage für Maßnahmen dienen, die die Abmilderung der negativen Folgen des Klimawandels auf die Pflanzen- und Tierwelt zum Ziel haben, heißt es im Fazit des Berichtes. Dies könnten zum Beispiel effiziente Frischluftschneisen für die „überwärmte Innenstadt“ sein.

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