Corona-Krise

Doc Esser warnt vor „Verrückten und Gefährdern“

Dr. Heinz-Wilhelm Esser behandelt Covid-19-Patienten. Foto: R. Keusch
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Dr. Heinz-Wilhelm Esser behandelt Covid-19-Patienten. 

Die Zahl der Masken-Verweigerer wächst – noch belässt es das Ordnungsamt bei Ermahnungen

Von Axel Richter

Remscheid. Dr. Heinz-Wilhelm Esser spricht von einem Etappensieg. „Wir haben im Kampf gegen das neue Coronavirus in Deutschland sehr viel richtig gemacht“, erklärt der Lungenfacharzt des Remscheider Sana-Klinikums, den die Fernsehzuschauer auch als Doc Esser kennen.

Auf der vor einigen Wochen eingerichteten Covid-Station behandelt er derzeit vier Patienten. Alle sind alt, haben diverse Vorerkrankungen. Mit ihrem Zustand ist Esser aber zufrieden. „Alle sind stabil.“ Er hat schon andere Krankheitsverläufe gesehen. „Wir haben es mit einem Virus zu tun, das nicht nur die Lunge befällt, sondern den gesamten Körper“, sagt er und verweist auf Gefäßverengungen wie auch Organversagen. Umso wichtiger sei es, dass das exponentielle Wachstum gestoppt sei. Nur dürfe sich die Gesellschaft diesen mit viel Disziplin erkämpften Erfolg nun nicht zunichtemachen lassen.

„Gefährder“ und „Verrückte“ nennt Esser jene Bürger, die auch für das kommende Wochenende in zahlreichen Großstädten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen demonstrieren wollen. Dabei ist der Mediziner für weitere Lockerungen. Das aber unter Beibehaltung der Hygienemaßnahmen.

Auch im Bergischen wächst unterdessen der Widerstand gegen das Tragen der Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit. Noch belässt es das Ordnungsamt in Remscheid bei Ermahnungen. „Ob wir demnächst Bußgelder aussprechen müssen, hängt von den Zahlen derer ab, die sich verweigern“, sagt Amtsleiter Jürgen Beckmann. Mindestens 50 Euro dürften dann fällig werden.

Doc Esser hofft auf die Vernunft der Menschen: „Es ist gelungen, die rasante Verbreitung des Coronavirus zu bremsen, so dass die medizinischen Ressourcen nicht überfordert wurden. Damit haben wir jetzt die Chance auf eine gezielte Durchseuchung.“ Das wäre gut, denn fest stehe auch: „Die zweite Welle wird kommen. Wir können aber darauf hoffen, dass wir sie gemeinsam gut überstehen.“

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