Trinkwasser

Eschbachtalsperre soll reaktiviert werden

In etwa drei Jahren soll die 1891 eröffnete Eschbachtalsperre wieder Trinkwasser liefern. Archivfoto: Christian Beier
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In etwa drei Jahren soll die 1891 eröffnete Eschbachtalsperre wieder Trinkwasser liefern.

Remscheider Trinkwasserversorgung bekommt zweites Standbein.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Eschbachtalsperre soll zukünftig wieder als Trinkwassertalsperre genutzt werden. Das hat der Remscheider Umweltausschuss am Montag in einer Sondersitzung beschlossen. Stimmt dem der Hauptausschuss in seiner Funktion als Stadtrat am 18. Juni auch zu, sollen in den kommenden drei Jahren 4,5 Millionen Euro investiert werden, um die Wasserversorgung von Remscheid auf ein zweites Standbein zu stellen.

„Wir werden uns stabiler aufstellen müssen“, fasste Mike Giera, Leiter des Geschäftsbereichs Netze bei der Stadtwerketochter EWR, zusammen. In einem kurzen Vortrag hatte er die aktuelle Situation und die Überlegungen im Aufsichtsrat der Stadtwerke erläutert.

Derzeit bezieht Remscheid nahezu sein komplettes Trinkwasser aus der Großen Dhünntalsperre zwischen Wermelskirchen und Kürten, der zweitgrößten Trinkwassertalsperre Deutschlands. Die dort geförderten Mengen würden bisher absolut ausreichen, so Giera. Doch der Klimawandel und die Abhängigkeit von einer Quelle bereiten den EWR zunehmend Sorge.

Dhünntalsperre war zuletzt 2006 komplett voll

So seien die Regenmengen seit 2007 beinah durchgehend unter dem langjährigen Durchschnitt geblieben, letztmalig komplett gefüllt gewesen sei die Große Dhünn 2006. Und durch die höheren Temperaturen erhöhe sich die Gefahr, dass Algen oder Bakterien das Wasser verunreinigen.

Deswegen hatte man bei den EWR verschiedene Überlegungen angestellt, auch zu möglichen Lösungen im Verbund mit den umliegenden Städten. Schlussendlich habe man sich aber für die Reaktivierung der ältesten Trinkwassertalsperre Deutschlands als nachhaltigste Variante ausgesprochen, so Giera. Auch weil die Eschbachtalsperre, sollte dort weiterhin kein Trinkwasser entnommen werden, ihren Status als Trinkwassertalsperre verlieren könnte. Giera: „Wenn man die Rechte einmal verloren hat, gibt es keinen Weg zurück.“

Nun soll das 2004 aufgegebene Wasserwerk erneuert werden. Mit moderner Technik und einer Notstromversorgung. Damit wäre die Eschbachtalsperre bei Stromausfall die einzige Trinkwassertalsperre im Bergischen, die weiterhin liefern kann. Die Kapazität des Wasserwerks soll bei etwa 40 Prozent des Remscheider Gesamtverbrauchs liegen. Genug, um die Große Dhünn im Falle eines Falles zu entlasten. Und auch genug, um Remscheid in einer Krisensituation mit dem empfohlenen Minimum von 50 Litern pro Einwohner und Tag zu versorgen.

Die Entscheidung ist auch eine Rolle rückwärts. Denn 2001 hatte man, in der Annahme steigender Niederschlagsmengen und steigender Einwohnerzahlen, beschlossen, das Wasserwerk im Eschbachtal stillzulegen. Damals eine nachvollziehbare Entscheidung, betonte Mike Giera. Nun gelte es aber, die Versorgung erneut anzupassen. Das sah der Ausschuss ähnlich und stimmte, trotz Mehrkosten von 630 000 Euro pro Jahr, einstimmig zu.

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