Wuppertal denkt an Auftaktveranstaltung

Erstes Geld für Pina Bausch Zentrum

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Das Tanzzentrum soll 2027 kommen, ist sich Stadtdirektor Johannes Slawig sicher.

Coronakrise verzögerte Bewilligung der Zuschüsse von Bund und Land - Auftaktfest im November.

Von Monika Werner-Staude

Wuppertal. So viel Leben war in den letzten Jahren selten. Der Platz vor dem alten Schauspielhaus an der Kluse lädt derzeit zum Beachgenuss mit Sandstrand, Cocktail und Liegestuhl. Das Gebäude dahinter muss weiter auf Erweckung warten. Im Herbst aber soll endlich die sogenannte Vorlaufphase beginnen. Die Gelder dafür wurden gerade bewilligt, die Stadt denkt an eine Auftaktveranstaltung im denkmalgeschützten Graubner-Bau. Damit die Menschen in der Stadt (wieder) an das dort geplante Pina Bausch Zentrum glauben.

Der Kämmerer ist sich sicher: Das Tanzzentrum kommt und es kommt 2027. Auch die Baukosten, die seit Ende 2019 auf 84 Millionen Euro veranschlagt werden, nachdem sie vor Jahren mit 54,8 Millionen gestartet waren, seien nicht weiter nach oben zu korrigieren. Geschätzte Kostensteigerungen seien bereits eingepreist worden. Bleibt nur die Unbekannte, Coronakrise, die aber, so Johannes Slawig, Chance oder Risiko sein könne.

Dem Bauen voraus geht eine ausgiebige Planungsphase (drei Jahre Planen, drei Jahre Bauen lautet die Faustformel). Aktuell geht es um den Architektenwettbewerb für Um- beziehungsweise Anbau. „Die Ausschreibung dafür wird 2020 oder 2021 anstehen.“ Außerdem werde über einen städtebaulichen Ideen-Wettbewerb nachgedacht, der die attraktive Verbindung der Kluse über die Hofaue mit der Innenstadt zum Thema haben soll.

Um in der Zwischenzeit deutlich zu machen, dass das Pina Bausch Zentrum keine Fata Morgana bleibt, sollten in diesem Jahr Veranstaltungen das Gebäude beleben. Tanztheater und Foundation 630 000 Euro stehen für das Jahr 2020 zur Verfügung. „Chance und Risiko zugleich“ sei die endlich zustande gekommene Finanzierung, meint Kulturdezernent Matthias Nocke. Er setzt darauf, dass die Gelder nicht unbedingt in diesem Coronakrisen-Jahr noch zur Gänze ausgegeben werden müssen, sondern auch nächstes Jahr noch zur Verfügung stehen.

Für die Zeit ab 2021 müssen die Zuschüsse noch beantragt werden, was aber für mehrere Jahre und für alle Bereiche gemeinsam geschehen soll, um „einen dramatischen Spannungsbogen bis 2027 zu spannen“, so Nocke.

Vorlaufphase mit dramatischem Spannungsbogen bis 2027

Dennoch soll jetzt auf jeden Fall neuer Schwung her, so Nocke, der in dieser Woche mit allen Beteiligten über die Vorbereitungsphase weitere Gespräche führen will, um das Zentrum „jetzt erleb- und erfahrbar“ zu machen. Die Veranstaltungen müssen freilich den coronabedingten Hygieneschutzmaßnahmen und Abstandsgeboten genügen. Einstieg soll ein Großereignis im November sein, das sicherlich einen Schwerpunkt auf Workshops legen werde, so Slawig. Schließlich soll das partizipative Forum Wupperbogen eine Säule des Pina Bausch Zentrums werden. Ein Problem könnte freilich werden, dass im November auch das Engels-Jubiläumsjahr mit der Wiedereröffnung des Engelshauses seinem Höhepunkt zustrebt.

Davon unberührt bleibt das Betriebskonzept, das vor kurzem erst an die Tatsache angepasst werden musste, dass nach der Absage des Bundes ein Drittel der ehedem veranschlagten Gelder fehlen. „Dass eine qualitative Bespielung möglich ist, hat das Papier bewiesen“, so Slawig. Alle weiteren Fragen müssen mit Politik und freier Szene in einem offenen Prozess geklärt werden. Und dafür sei auch nach der Kommunalwahl noch Zeit genug.

Stimmungsbild

Wuppertals Parteien (CDU, FDP, SPD, Grüne, Die Linke) sprechen sich in ihren Programmen zur Kommunalwahl mehr oder weniger ausführlich für das Pina Bausch Zentrum aus. Allein Henrik Dahlmann, OB-Kandidat, der Freien Wähler, ist dagegen: Die Stadt könne sich ein solches Leuchtturmprojekt derzeit nicht leisten.

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