Fachangestellter für Bäderbetriebe

Er ist „Bademeister“ aus Leidenschaft

Frank Fitsch schaut im Naturfreibad Mettmann nach dem Rechten. Foto: Stephan Köhlen
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Frank Fitsch schaut im Naturfreibad Mettmann nach dem Rechten.

Mettmann. Frank Fitschs Berufsbezeichnung lautet Fachangestellter für Bäderbetriebe.

Von Sabine Maguire

Früher nannten ihn alle nur „Bademeister“ und selbst heute wird er noch so genannt, wenn er im Naturfreibad nach dem Rechten schaut. Doch seit langem ist die korrekte Berufsbezeichnung „Fachangestellter für Bäderbetriebe“.

Nicht nur der Name, auch das Berufsbild hat sich im Laufe der Jahre verändert. „Seit 1972 ist es ein Ausbildungsberuf auf handwerklicher Basis“, erklärt Frank Fitsch, Betriebsleiter der Mettmanner Bäder, „heute steht die Bespaßung im Vordergrund.“ Seit 1978 ist Fitsch dabei. „Ich war lange sportlich aktiv“, erinnert er sich, „und mochte den Sport.“

„Früher waren die Bademeister saisonbedingt beschäftigt – wie Skilehrer.“

Frank Fitsch über die Veränderungen des Berufsbilds

Als ihm ein ehemaliger Lehrer den Tipp gab, dass die Stadt Mettmann eine Ausbildungsstelle ausgeschrieben hat, hat Fitsch zugegriffen. „Es hat ja auch etwas mit Sport zu tun.“ Als Fachangestellter für Bäderbetriebe hat er mit dem Naturfreibad einen nicht alltäglichen Arbeitsplatz, denn die Tätigkeiten unterscheiden sich schon sehr von denen in einem regulären Freibad. Das liegt vor allem am Wasser. „In konventionellen Bädern wird mit chemischen Hilfsmitteln gearbeitet, im Naturfreibad auf biologische Weise“, erklärt Frank Fitsch. Die Technik ist dieselbe, das Wasser wird über eine Rinne abgeleitet, gefiltert und danach gereinigt dem Becken wieder zugeführt.

Im Naturfreibad funktioniert das ohne Chemie. „Das Wasser muss sich stabilisieren“, sagt Fitsch. Dazu braucht es einige Zeit. „Die konventionellen Bäder sind mit Chemie schneller bereit.“ Überhaupt sei seine Tätigkeit im Naturfreibad sehr abwechslungsreich. „Man muss jeden Tag improvisieren, nicht jeder Tag ist gleich.“ Das beginnt schon beim Umgang mit den Badegästen und geht bei der Technik weiter. „Wenn wir Technik-Ausfälle haben, heißt es improvisieren, um den Badebetrieb trotzdem stattfinden zu lassen“, erzählt Frank Fitsch. Da er als Betriebsleiter für die Mettmanner Bäder nicht nur für das Naturfreibad zuständig ist, gibt es für Frank Fitsch keine Verschnaufpause. „Im Herbst geht es dann nahtlos über in die Hallenbadsaison und im Frühling dann wieder nahtlos über in die Freibadsaison.“ Auch das war früher anders. „Früher waren die Bademeister saisonbedingt beschäftigt – wie Skilehrer.“ Die Beschäftigung währte für die Freibadsaison und im Winter musste der Bademeister sich eine andere Arbeit suchen. „Nun ist das ganzjährig.“

Was in diesem Sommer die Saison im Naturfreibad etwas trübt, ist das kühle und regennasse Wetter. „Wir hatten einen späten Start und nun dieses Mischwetter“, bedauert Frank Fitsch. „Mittlerweile schaut jeder Badegast auf seine Wetter-App.“ Erst dann wird entschieden, ob das Naturfreibad besucht wird. Glücklicherweise gibt es derzeit aber keine größeren Reparaturen oder sonstigen Herausforderungen zu meistern. „Es läuft alles ganz entspannt“, freut sich Fitsch, „das ist auch mal schön.“ Der Beruf und der Name haben sich geändert, aber Fitsch macht ihn nach 43 Jahren noch gerne: „Es gefällt mir immer noch.“

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