Gesicht der Herzogstraße ändert sich

Entwicklung zur Gastronomiemeile in Wuppertal nimmt Formen an

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Der WMF-Shop im Sticher Haus ist Geschichte. Er ist an die Poststraße umgezogen.

WUPPERTAL Das Gesicht der Herzogstraße in Wuppertal wird sich ab Anfang Januar ein wenig verändern.

Von Friedemann Bräuer

Das Gesicht der Herzogstraße wird sich ab Anfang Januar ein wenig verändern, denn „Wir schließen – Alles muss raus“ steht am Ladenlokal des Schuhhauses Romano, das nur noch im Januar geöffnet haben wird. Unabhängig davon sieht Heinz-Werner Döring, der Prokurist des Schuhhauses Klauser, zu dem „Romano“ gehört, durchaus Zukunft für das Konzept des Schuhhauses, wo hochwertige Schuhe, vornehmlich von italienischen Herstellern, angeboten werden. Folge: „Über einen neuen Standort wird nachgedacht.“

Gleich nebenan war das Geschäft von WMF, Händler für hochwertige Haushaltswaren, mit dem Schmuckanbieter Swarowski „als Shop im Shop“. Nun werden hier die Vorbeigehenden informiert, dass WMF an die Poststraße 16 umgezogen ist. „Ein Geschäft, das die Poststraße aufwertet“, sieht Matthias Zenker von der IG1, der Interessengemeinschaft der Elberfelder Geschäftswelt, den Umzug positiv und hat bezüglich eventueller Leerstände an der Herzogstraße wenig Sorgen. „Ich gehe davon aus, dass auch da Gastronomie einziehen wird“, so der Inhaber des Optikers „Brillen Arlt“.

„Dass die Herzogstraße sich immer mehr zu einer – inzwischen allerdings ausreichend bestückten – Gastronomiemeile entwickelt, ist von der IG1 durchaus gewünscht. Schließlich haben wir selbst vor Jahren dazu den Anstoß gegeben“, so Zenker, der dafür plädiert, dass Restaurants und Bars eine Einheit bilden und für gehobene Aufenthaltsqualität sorgen sollen, während sich die Geschäfte des Einzelhandels immer mehr in Richtung neuem Döppersberg orientieren würden. „Eine Entwicklung, die natürlich ihre Zeit braucht“, weiß Matthias Zenker, der die Herzogstraße als prädestiniertes Bindeglied zwischen der „Altstadt“ in der Friedrich-Ebert-Straße und dem Luisenviertel erachtet.

Leerstände sind vielen ein Dorn im Auge

DIE ISG POSTSTRASSE

VERTRAGSUNTERZEICHNUNG Der im September im Beisein von Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) unterzeichnete Vertrag für die Immobilien- und Standortgemeinschaft Poststraße/Alte Freiheit soll den Stellenwert des Elberfelder Zentrums für die Stadt Wuppertal dokumentieren. „Die Fußgängerzone ist die eigentliche 1A-Lage in Elberfeld, und genau das soll sie auch wieder werden“, erklärt Marcus Hüttermann, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, in dessen Wirken die an der ISG beteiligten Hauseigentümer insgesamt eine Million Euro investieren.

„Allerdings wünschen die Gastronomen an der Herzogstraße und der nächsten Umgebung auch, dass die Restaurationsgäste in der Elberfelder City auch hochwertige Geschäfte vorfinden.“ Doch da wollen an der Elberfelder Innenstadt interessierte Investoren, unter anderem ein Anbieter hochwertiger Textilien, natürlich wissen, ob und wann das schon für 2017 angekündigte Factory Outlet Center in der ehemaligen Bundesbahndirektion kommen wird, und welche Branchen dort vertreten sein werden. „Das schafft natürlich ein Klima der Unsicherheit. Und Unsicherheit ist schlimmer als es Hiobsbotschaften sind“, findet Zenker, dem der Billig-Textilanbieter am Eingang des Walls überhaupt nicht in die Gedankenwelt passt. „So etwas lockt natürlich keine anspruchsvolle Kundschaft in die Stadt“, stellt Zenker unmissverständlich fest und sieht im Branchen-Mix der Friedrich-Ebert-Straße derzeit noch Vorteile gegenüber der Elberfelder Innenstadt. „Er ist einfach spannender“, lautet sein Urteil.

Recht gelassen reagiert der Vorstand der IG1 darauf, dass am Neumarkt/Ecke Poststraße in einem aufgegebenen Ladenlokal derzeit Schuhe nach dem Motto: „Alles muss raus“ verramscht werden. „Da ist nur eine vorübergehende Erscheinung, die in drei Monaten vorbei sein wird. Dann zieht da wieder ein dauerhafter Mieter ein.“

Dann soll auch ein weiterer Schritt in die „richtige Richtung“, nämlich eine Gesamtgestaltung von Wall, Poststraße, Turmhof, und Kerstenplatz getan werden, in die auch der Neumarkt integriert werden soll. „Da arbeiten wir eng mit der Wuppertaler Wirtschaftsförderung und hier mit Marco Trienes zusammen“, versichert Zenker, dem Leerstände natürlich ein Dorn im Auge sind.

Ein weiterer kündigt sich an: „Wir schließen – Alles muss raus“, diese unheilvollen Worte sind schon seit einiger Zeit im Wirmhof, einer Nebenstraße der Herzogstraße, an den zugeklebten Schaufenstern des traditionsreichen Wuppertaler Schuhhauses Voss zu lesen. Das Geschäft mit der soliden Holztür und dem gediegenen Interieur schließt im kommenden März. „Wie es da mit einem eventuellen Nachmieter aussieht, weiß ich allerdings auch nicht“, gesteht Matthias Zenker.

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