Wuppertaler Schwebebahn

Endlich schwebt sie wieder!

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„Wuppertal ohne Schwebebahn ist wie Paris ohne den Eiffelturm“, sagte Oberbürgermeister Andreas Mucke zum Start.

WUPPERTAL Am frühen Donnerstagmorgen startete Wuppertals Wahrzeichen nach langer Zwangspause wieder.

Von Manuel Praest

256 Tage ohne Schwebebahn sind zu Ende: Am frühen Donnerstagmorgen hat die Schwebebahn wieder ihren Passagierbetrieb aufgenommen. Am 18. November des vergangenen Jahres war bekanntlich eine Stromschiene auf mehreren Hundert Metern Länge vom Trägergerüst abgestürzt. Zwar wurde niemand verletzt, doch der Betrieb auf der 13,3 Kilometer langen Trasse wurde erstmal eingestellt.

Pünktlich und ohne Probleme ging es um 5.12 Uhr in Vohwinkel los. Mit großem Presseaufgebot, Oberbürgermeister Andreas Mucke und ersten Fahrgästen. „Wuppertal ohne Schwebebahn ist wie Paris ohne den Eiffelturm“, sagte Mucke zum Start. Und auch Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil, betonte: „Ich bin froh, dass die Schwebebahn zurück ist, und freue mich, dass so viel los ist.“

Auch die Berufspendler freuten sich über die Rückkehr und waren überrascht, vor allem über den Medienauftrieb, wie eine ältere Vohwinkelerin erzählte, die endlich wieder mit Wuppertals Wahrzeichen zur Haltestelle Völklinger Straße fahren konnte. Dass sie so früh auf den Beinen war, habe übrigens nicht daran gelegen, dass sie unbedingt die erste Fahrt mitmachen wollte. „Ich muss immer um die Zeit los.“ Nur jetzt ist sie nicht mehr auf den Ersatzverkehr angewiesen.

Ansonsten hielt sich der Andrang, was die „echten“ Fahrgäste anging, zumindest bei der Premiere noch in Grenzen. „Es sind ja auch Ferien“, erklärte WSW-Sprecher Holger Stephan, der kurz vorher noch mit leicht nervösem Blick auf die Anzeigetafel in der Bahn und geschaut hatte und um Punkt 5.12 Uhr anmahnte: „Wir müssen los.“

Ein bisschen Aufregung sei natürlich da, räumte auch sein Chef, Ulrich Jaeger, ein. „Das erste Mal nach acht Monaten, das muss gut laufen.“ Tat es dann auch. Nach und nach nahm der Betrieb zu, Station um Station füllte sich mit Leben, das seit November fehlte.

Das diese erste Fahrt aber etwas Besonderes ist, machten die Fans deutlich. Drei Jungs aus Barmen waren extra „mit dem Zug und Skateboards nach Vohwinkel gekommen“, wie sie stolz erzählten, um die Rückkehr „ihrer“ Schwebebahn zu feiern. Für Instagram hielten Malik, Ivan und Petros ihre Eindrücke auf der Strecke mit dem Smartphone fest. „So eine Schwebebahn hat eben nur Wuppertal“, betonten die 15-Jährigen. „Und dafür stehen wir auch gerne mal früh auf.“

Auch Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt und Axel Sindram von Pro Bahn gehörten zu den Premierengästen, machten fleißig Fotos und freuten sich über den reibungslosen Neustart.

Die Ehre der ersten Fahrt hatte Schwebebahnfahrer Artur Knodel. Es seien einige an der Aufgabe interessiert gewesen, erzählte Holger Stephan. Schließlich seien die erfahrensten Fahrer ausgewählt worden, „und die haben sich dann geeinigt“, so Stephan mit einem Schmunzeln. So ganz einfach dürfte die Entscheidung wohl nicht gefallen sein.

Ganz großes Tamtam machten die Stadtwerke dann aber auch nicht um den Neustart. Mitarbeiterinnen verteilten ein paar kleine Geschenke an die ersten Fahrgäste, dazu gab es über den Tag verteilt Aktionen, unter anderem mit Waffeln und Eis an der Haltestelle Zoo. Für einige der ersten Passagiere, das merkte man, ist die Rückkehr der Schwebebahn einfach auch Routine, die wieder einkehrt. Der Ersatz, offiziell Schwebebahn-Express, war für viele keine Alternative und oft auch eben alles andere als ein „Express“, wie eine Dame anmerkte. „Das kann man nicht vergleichen“, stellte auch OB Mucke klar. Das sei auch deutlich daran geworden, dass viele Wuppertaler aufs Auto umgestiegen seien. Für die WSW sei deshalb wichtig, dass die Fahrt wieder aufgenommen worden sei, gerade auch aus finanzieller Sicht.

Denn am Donnerstag endete die längste Zwangspause in der Geschichte des Wuppertaler Wahrzeichens. Selbst nach den Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg dauerte es nicht so lange, bis die Schwebebahn zumindest auf Teilstrecken wieder fuhr.

Die Einführung des neuen Betriebssystems wird jetzt aber weitere Fahrpausen erfordern. Und so groß bei Jaeger die Freude über die gelungenen ersten Fahrten auch war: „Daran denken wir pausenlos.“ Die Hoffnung ist, dass bis Ende August die Genehmigung vorliegt, so Jaeger. Die grundlegende Funktionalität sei gegeben, jetzt ginge es nur noch um Formales. Dauert es noch länger mit der Genehmigung, dann wird es wohl eine Pause von einer Woche geben. Denn dann müssten die rund 200 Fahrer und das Personal in der Leitstelle noch einmal geschult werden.

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