Tierisch

Elefantenbulle Jogi muss zum Zahnarzt

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Tierzahnärztin Lisa Grund bei der Behandlung von Elefantenbulle Jogi.

WUPPERTAL Tierzahnärztin Lisa Grund im Zoo Wuppertal.

Von Lisa Grund

Unter Menschen kennen wir Links- und Rechtshänder. Auch manche Tierarten bevorzugen eine bestimmte Körperseite bei ihren täglichen Verhaltensweisen. Unser vierjähriger Elefantenbulle „Jogi“ hat von Anfang an hauptsächlich mit seinem linken Stoßzahn gearbeitet. Elefanten schälen damit die Rinde von Ästen und klemmen zum Beispiel Heu zwischen Rüssel und Stoßzahn ein, um es zu tragen.

Stoßzähne sind nicht mit Zahnschmelz bedeckt und Jogi scheint eine besonders weiche Zahnsubstanz zu haben. So hat er sich den linken Zahn immer weiter abgenutzt, bis sogar ein Stück davon abbrach. Eine Infektion des frei liegenden Zahnmarks war die Folge.

Solche Zahnerkrankungen sind bei Elefanten keine Seltenheit, doch für die Behandlung braucht man viel Geduld. Täglich muss die Zahnhöhle gespült werden, damit Entzündungsprodukte abfließen können. Dafür arbeiten „Jogi“ und seine Trainerin eng zusammen: Der Elefant wickelt seinen Rüssel um ein Geländer, wird mit Brotstücken belohnt und lässt sich von einem zweiten Tierpfleger mit einem Schlauch den Zahn ausspülen.

Eine Schutzkappe verhindert Schlimmeres

Schmerzhaft ist diese Behandlung für Jogi zum Glück nicht. Das Vertrauen zwischen Pflegern und Tieren ermöglicht es mir als Tierärztin sogar, mit einem Endoskop in die Zahnhöhle hineinzuschauen und Videos vom Inneren des Stoßzahns zu machen. So können wir uns ganz detailliert mit internationalen Tierzahn-Spezialisten austauschen und unsere Fälle vergleichen.

Sicher ist es noch nicht, ob Jogi um eine Zahnoperation herum kommen wird. Als Folge dieser Zahnerkrankung hat Jogi zudem begonnen, den rechten Zahn stärker abzunutzen. Eine Schutzkappe aus formbaren Plastik, die direkt an den Stoßzahn modelliert wurde und jederzeit individuell verstärkt werden kann, verhindert nun Schlimmeres.

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