23,7 Millionen Euro Baukosten

Elefanten können sich auf eine Savanne freuen

Die Savanne wäre auch von der Buga-Seilbahn aus zu sehen.
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Die Savanne wäre auch von der Buga-Seilbahn aus zu sehen.

Wuppertal. Grüner Zoo: Eine vergrößerte Anlage soll eine zeitgemäße Haltung ermöglichen.

Von Katharina Rüth

Eine Savannenlandschaft, dreimal so groß wie das heutige Außengelände, und ein Elefantenhaus, in dem die kontaktlose Pflege der Tiere nach internationalem Standard möglich ist: Der Wuppertaler Zoo will spätestens bis zu seinem 150-Jahre-Jubiläum und zur Bundesgartenschau 2031 einen großen Sprung in der Elefantenhaltung vollziehen. Dafür soll die Politik jetzt die Planung auf den Weg bringen.

So könnte die vergrößerte Elefantenanlage aussehen.

Die Vergrößerung der Anlage ist dabei nicht nur ein Wunsch nach einer neuen Attraktion, sondern die Grundvoraussetzung, um die Elefantenhaltung in Wuppertal zu erhalten, macht Zoodirektor Arne Lawrenz deutlich. „Ansonsten wäre abzusehen, dass wir keine Zucht mehr durchführen könnten, das wäre megaschädlich.“ Denn der Wuppertaler Zoo ist nicht nur einer der erfolgreichsten in der Elefantenzucht – 14 kleine Elefanten wurden hier schon geboren –, sondern führt auch das Zuchtbuch für alle Afrikanischen Elefanten in europäischen Zoos. Er hat daher als Zentrum der europäischen Elefantenhaltung eine besondere Verpflichtung. Wichtiger Bestandteil internationaler Standards ist der sogenannte „geschützte Kontakt“ zwischen Pflegern und Tieren.

Die Pfleger sollen sich nur noch durch schützende Gitter um die Elefanten kümmern. Lawrenz sagt: „Als Tierarzt liebe ich den direkten Kontakt, aber ich bin für meine Mitarbeiter verantwortlich.“ Ein gewisses Risiko bestehe für die Pfleger im direkten Kontakt. „Das funktioniert bei uns, weil wir tolle Pfleger und einen tollen Kontakt zu den Tieren haben“, betont Lawrenz. Weil die Pfleger dabei zu ihrem Schutz die Tiere mit sogenannten Elefantenhaken dirigieren, ist der geschützte Kontakt auch eine Forderung von Tierschützern. Lawrenz sagt, mittlerweile arbeiteten bereits 90 Prozent der Zoos mit geschütztem Kontakt: „Wir sind ganz schön hintendran.“

Das Außengelände soll rund 10.000 Quadratmeter groß sein

Geplant ist dafür im Elefantenhaus ein System aus großen Toren und Gittern und ein „Trainings- und Behandlungsstand“, bei dem Aussparungen im Gitter zum Beispiel die Pflege der Elefantenfüße ermöglichen. Ein zusätzlicher Anbau an das Elefantenhaus mit transparenter Decke soll den Elefanten auch im Winter Tageslicht bieten.

Das Außengelände soll auf insgesamt rund 10.000 Quadratmeter bis an das gerade Stück des Boettingerwegs vergrößert und als Savannenlandschaft gestaltet werden. Hier hätten die Elefanten mehr Platz und könnten Gesellschaft von weiteren Tieren erhalten, um Zoobesuchern einen Eindruck der natürlichen Lebenswelt zu vermitteln. Zunächst ist an die Zebras gedacht. Zudem soll ein weiteres kleineres Elefantenhaus entstehen. „Ich brauche eine Option für die Bullen“, erklärt Zoodirektor Lawrenz. Bis jetzt hätten sie männliche Jungtiere an andere Zoos abgegeben. Inzwischen müssten sich züchtende Tierparks aber verpflichten, auch Bullen zu halten. Diese sollen wie in der Natur als Junggesellengruppe leben, mal die Herde besuchen, mal in getrennten Bereichen bleiben. Alles solle „so naturnah wie möglich“ gestaltet werden. Für die Vergrößerung der Anlage muss der Spielplatz hinter der Elefantenanlage verlegt werden. Als Ersatz soll ein neuer naturnaher Spielplatz oberhalb des Elefantenhauses entstehen.

„Wir sind ganz schön hintendran.“

Arne Lawrenz, Zoodirektor

Im Haushalt 2022 sind bisher für das laufende und folgende Jahre insgesamt 13,7 Millionen Euro für den Ausbau der Elefantenanlage vorgesehen. Gemäß dem vom städtischen Gebäudemanagement (GMW) angewandten Baukostenindex von 8,5 Prozent Steigerung pro Jahr ist mit Kosten von 23,7 Millionen zu rechnen. Der Risikoaufschlag des GMW beträgt noch einmal 9,5 Millionen Euro. Die Verwaltung soll nun mit der Detailplanung, Kostenberechnung und einem Plan zur Finanzierung beauftragt werden. Die Bezirksvertretung Elberfeld-West hat diesen Beschluss bereits empfohlen, am 19. Dezember soll der Rat den Beschluss fassen. „Ich hoffe, dass die Stadt einsieht, wie wichtig das für uns ist“, sagt Arne Lawrenz.

Bruno Hensel, Vorsitzender des Zoo-Vereins, betont, der Wuppertaler Zoo müsse sich an Maßstäbe halten, die er als Zuchtbuchführer von anderen Zoos verlangt. Da der Verein zuletzt die Aralandia-Anlage finanziert habe, habe man „eine gewisse Erwartungshaltung“, dass nun die Stadt als Betreiberin des Zoos Geld investiert. Er macht außerdem klar: „Die Savanne ist auch ein wichtiger Aspekt für die Buga: Genau darüber soll die Seilbahn führen.“ Zoo-Dezernent Matthias Nocke betont, die Elefantenhaltung „gehört zur DNA unseres Zoologischen Gartens.“ Es sei daher von zentraler Bedeutung, die Voraussetzungen für Haltungsbedingungen zu schaffen, die „state of the art“ sind. „Ich bin mir sicher, dass unsere mittlerweile sozial stabile Elefantenherde gemeinsam mit anderen Huftieren der afrikanischen Savanne die Attraktivität unseres Zoos erheblich steigern und den Publikumszuspruch wachsen lassen wird.“

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