Umbau

Elberfelder City wird zehn Jahre zur Dauerbaustelle

Die Umgestaltung des Platzes am Kolk wird seit Jahren geplant. Nun könnte sich der Umbau weiter verzögern. Archivfoto: Stefan Fries
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Die Umgestaltung des Platzes am Kolk wird seit Jahren geplant. Nun könnte sich der Umbau weiter verzögern.

Umbau der Stadtplätze für 40 Millionen Euro verzögert sich - WSW modernisieren für 30 Millionen Euro das Fernwärmenetz.

Von Andreas Boller

Wuppertal Der Umbau des Wuppertaler Von-der-Heydt-Platzes macht Fortschritte, steht aber erst am Anfang einer Reihe von Baumaßnahmen zur Modernisierung der Elberfelder City. Eine Beschlussvorlage der Wuppertaler Verwaltung sieht nun vor, dass sich die Baumaßnahmen in der Fußgängerzone bis 2030 hinziehen werden. Ursprünglich sollte die Umgestaltung von Neumarkt, Platz Am Kolk, Kasinokreisel, Wall, Poststraße oder Kerstenplatz bis 2025 abgeschlossen sein, doch nun schlägt die Stadt einen neuen Zeitplan vor, der mit der Modernisierung des Fernwärmenetzes der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) abgestimmt wird. Das hat zur Folge, dass es bis 2030 dauern kann, bis der Umbau der Elberfelder City abgeschlossen ist.

Fernwärme-System bald mit Heißwasser statt Heißdampf

Am 7. Dezember soll der Stadtrat der Stadt über die neue Zielsetzung entscheiden. Stimmt der er zu, wird die Verwaltung die Verlängerung der „Förderkulisse Innenstadt Elberfeld“ bis zum Jahr 2030 beantragen. Fördergelder sind für die Stadt die Voraussetzung, um die Projekte finanzieren zu können. 40,5 Millionen Euro soll die Umsetzung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes kosten. 80 Prozent davon würden gefördert, 20 Prozent trägt die Stadt als Eigenanteil.

„Wenn Fernwärmestrukturen geschaffen und das Städtebaukonzept umgesetzt werden soll, dann ist es alternativlos, die Projekte zu verzahnen, um so die Belastung durch die Bauarbeiten für Anlieger und Einzelhändler zu minimieren“, sagt Frank Pieper, Kaufmännischer Geschäftsführer von WSW Netz. Die WSW planen ihr Fernwärmenetz zu erneuern. So soll zum Beispiel vom Heißdampfsystem auf das wesentlich effektivere Heißwassersystem umgestellt werden. Dazu müssen Kunden- und Hausanschlüsse erneuert werden.

Begonnen werden soll mit den Arbeiten im Bereich Calvinstraße, Poststraße und Alte Freiheit. „Einmal auf, einmal zu – fertig“, beschreibt Frank Pieper die Vorgabe. In fast allen Achsen, in denen das Fernwärmenetz erneuert werden soll, ist auch eine städtebauliche Neugestaltung geplant.

Umbau von Wall und Poststraße soll im Jahr 2022 beginnen

Das mache eine Abstimmung zwischen dem Fernwärme-Projekt und dem Städtebauprojekt zwingend erforderlich. Die Erneuerung des Fernwärmenetzes wird rund 30 Millionen Euro kosten, bei einer Förderungsquote von 40 Prozent. Die WSW wollen mit dem Umbau eine C02-Einsparung von 5500 Tonnen im Jahr erzielen, womit sie einen weiteren Beitrag zur Umsetzung des Wuppertaler Klimaschutzkonzeptes leisten würden. Gleichzeitig könnten noch mehr Kunden an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Durch die Abschaltung des Steinkohlekraftwerks Elberfeld werden bereits 500 000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

Mit der Attraktivierung der Stadtplätze in der Elberfelder City sollte ein städtebauliches Gegengewicht zum neuen Döppersberg geschaffen werden. Dieses Ziel erscheint der Stadt offensichtlich nicht mehr so dringlich. „Mit dem Umbau von Poststraße und Wall soll ab 2022 begonnen werden“, sagt Dezernent Frank Meyer.

Hannelore Reichl, Ressortleiterin Straßen und Verkehr, schließt aus, dass das bereits neuverlegte Pflaster in der Fußgängerzone wieder aufgerissen werden muss.

Thomas Kring, Bezirksbürgermeister von Elberfeld, findet die Pläne „aus ökologischer Sicht sinnvoll, und die Verzahnung der Prozesse ist es auch. Von daher bietet es sich an, die Erweiterung der Förderkulisse bis 2030 zu beantragen. Im Prinzip muss ich aber davon ausgehen, dass ein Teil des Schiebens von Projekten mit der Finanzierung des städtischen Eigenanteils zu tun hat“, sagt Kring und verweist auf die Kassenlage der Stadt. Insbesondere für den Platz Am Kolk wünscht er sich schnellere Lösungen.

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