Elberfeld bekommt ein neues Gesicht

Wuppertal will das Zentrum entwickeln– und dafür rund 40 Millionen Euro ausgeben.

Von Eike Rüdebusch

Wuppertal. Die Stadt Wuppertal will bis 2026 weitere 40 Millionen Euro in die Innenstadtentwicklung Elberfelds stecken. Das geht aus einer Vorlage hervor, die am 23. September im Stadtrat diskutiert wird. Darin geht es um die „Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) in ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) Innenstadt Elberfeld“. Das Konzept sieht 35 Einzelprojekte auf den Gebieten Handel, Wohnen, Mobilität und Kultur vor.

Rund acht Millionen Euro wird die Stadt selbst investieren müssen – trotz der angespannten Finanzlage und des Zwangs zur schwarzen Null sei das finanzierbar, sagt Kämmerer Johannes Slawig. Alle Projekte seien mittelfristig in den Haushalt eingeplant. Ganz risikofrei sei das aber nicht. Die größte Gefahr sieht er in steigenden Baukosten. Die Politik muss dem Ganzen noch zustimmen. Erst generell, später den detailliert geplanten Einzelmaßnahmen.

Ein Prozess vergleichbar mit der Umgestaltung des Döppersbergs

Das Ganze dürfte ein Prozess werden, der das Gesicht Elberfelds verändert. Gunther Stoldt, Abteilungsleiter Städtebau, sieht in allen Projekten zusammengenommen Wirkungen, die dem Umbau des Döppersbergs nahe kommen.

Die Pläne beziehen unter anderem die Umgestaltung des Neumarkts, des Kerstenplatzes und des Walls ein und könnten auch Konsequenzen für die Verkehrsführung haben. Daher auch die Dauer, die bis 2026 angegeben ist. „Das wird schon ein Kraftakt für den Haushalt, aber auch für die Politik“, sagt Stoldt. Er sieht viel Arbeit, hohe Ausgaben und viele Einzelentscheidungen auf die Stadt zukommen.

Was abstrakt klingt, wird in den Plänen bereits deutlich. Die Ratsvorlage enthält mehrere konkrete Projekte und die mit ihnen verbunden Kosten.

Die Umgestaltung der Poststraße / Alte Freiheit steht etwa mit 2,6 Millionen Euro in dem Konzept. Die Stadt nennt sie „die zentrale Achse der Fußgängerzone“. Die soll sich gestalterisch am Döppersberg orientieren. Mit Hilfe der ISG Poststraße soll sie attraktiver werden – mit neuem Pflaster, mehr Platz für die Bäume und einem Lichtkonzept. Weg von den 1950er und 60er Jahren. Die Stadt Wuppertal sieht solche Maßnahmen in einem Zusammenhang – weil Alte Freiheit und Poststraße eben die Achse zwischen Döppersberg und Neumarkt sind. Und der wiederum zum Wall führt, ebenso wie zur Rathaus-Galerie.

Viele dieser Orte sollen von Grund auf neu gedacht werden und eine neue „stadtstrukturelle Funktion“ erhalten.

Während die Vorlage durch die Gremien geht – bisher Verkehrsausschuss und Bezirksvertretung Elberfeld – wird aktuell eine Mobilitätsuntersuchung ausgeschrieben. Die soll die Konsequenzen für den Verkehr und die Wegebeziehungen beleuchten, wenn etwa Plätze wie der Neumarkt umgestaltet werden und der Verkehr dort möglicherweise nicht mehr am Verwaltungsgebäude vorbeigeführt wird. Ein beauftragtes Ingenieurbüro soll die Konsequenzen für die Plätze, Strecken und Ausweichrouten einordnen, erklärt Stoldt. Mit den Ergebnissen sollen dann neue Diskussionen mit den Bürgern angestoßen werden, in einem Verfahren ähnlich den Innenstadtkonferenzen.

Weitere Felder der Planungen sind die Schloßbleiche, der Dewerth’sche Garten, der Kirchplatz, der Platz am Kolk, der Kasinokreisel – alle wichtigen Plätze und Straßen von der Hofaue über die Fußgängerzone bis zum Luisenviertel. Das ganze Konzept ist die Fortschreibung des bisherigen Integrierten Handlungskonzepts „Döppersberg und Innenstadt Elberfeld“. Das neue Konzept umfasst nun alle Pläne und Projekte, die bisher aus eben diesem Handlungskonzept hervorgegangen sind.

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