Eisbahn wird dieses Jahr nicht aufgebaut

Der Weihnachtstreff vor dem Remscheider Rathaus wird wohl ohne die Eisbahn auskommen. Archivfoto: RK
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Der Weihnachtstreff vor dem Remscheider Rathaus wird wohl ohne die Eisbahn auskommen. Archivfoto: RK

Remscheider Weihnachtstreff am Rathaus soll als offener Markt stattfinden

Von Andreas Weber

Remscheid Der Remscheider Weihnachtstreff könnte ein Lichtblick im ausgedünnten städtischen Terminkalender der Großveranstaltungen in diesem Jahr werden. Veranstalter Marcel Müller ist zuversichtlich, dass die finale Fassung seines Hygienekonzeptes von Ordnungs- und Gesundheitsamt in Remscheid gutgeheißen wird.

Ende dieser Woche wird der niedersächsische Schausteller die Pläne für den 8. Remscheider Weihnachtstreff unter seiner Regie bei der Stadt einreichen. Zeitnah hofft er dann auf grünes Licht. Eins sei völlig klar: „Es wird ein ganz anderer Markt als sonst werden.“

Der Rathausplatz ist groß genug, um mit weniger Hütten und Wagen als gewohnt die Abstandsregeln einzuhalten. Marcel Müller und sein Bruder Alexander rechnen mit 20 bis 25 Buden. „Die Stammbeschicker werden dabei sein.“ Ganz schlecht steht es indes um den Aufbau der Eisbahn.

„Es wird ein ganz anderer Markt als sonst werden.“

Marcel Müller, Veranstalter

„Keine Frage, sie ist der Knackpunkt“, räumt der Organisator ein. Zwei Gründe sprechen gegen die Schlittschuhfläche. Zum einen müssen die Kosten von 150 000 Euro nicht zuletzt über Sponsoren gestemmt werden. „Und die sind in Corona-Zeiten sehr zurückhaltend bei ihren Ausgaben.“ Zum anderen aber lassen sich Sicherheitsabstandsstände auf dem Eis nicht einhalten. „Wie soll eine Kontaktverfolgung möglich sein, wenn ständig wechselnde Personen im Pulk auf dem Eis unterwegs sind?“

Marcel Müller hat zwar vorsichtshalber eine Variante mit Eisbahn ausgearbeitet, geht aber davon aus, dass Covid-19 der Hauptattraktion einen Strich durch die Rechnung macht. Der Weihnachtsmarkt wird deutlich ruhiger als gewohnt ausfallen. Auf Anreize wie das Feuerwerk, die für Gedränge auf dem zentralen Platz sorgen, wird bewusst verzichtet. Stattfinden soll der Treff vom 13. November bis 23. Dezember – etwas länger als gewohnt. Zum einen sollen mehr Markttage dafür sorgen, dass der Andrang gerade an den frequenzstarken Freitagen und Samstagen entzerrt wird.

An den beiden Zugängen zum Theodor-Heuss-Platz soll es keine Eingangsschleuse geben. „Ich bin ein Verfechter eines offenen Marktes“, sagt Marcel Müller. Die Gefahr, dass es zu voll wird, sieht der Veranstalter zunächst einmal nicht, versichert aber: „Wir werden die Security aufstocken, können reagieren, wenn es zu voll wird und dann mit Gittern abriegeln.“

Marktbeschicker klammern sich an jeden Strohhalm

Marcel Müller denkt auch an die wirtschaftliche Not der Anbieter. „Es gibt Kollegen, die haben ihren letzten Euro beim Weihnachtstreff 2019 eingenommen. Logisch, dass wir uns an jeden Strohhalm klammern“ Es geht um Existenzen. Um denen Einnahmen zu bescheren, muss in Kauf genommen werden, dass die Corona-Prävention den Takt angibt: Der Platz wird mit Markierungen zur Besucher-Führung und Abstandswahrung versehen, größere Toilettenwagen werden bereitstehen, um die Zahl der Handwaschbecken zu erhöhen, über Lautsprecherboxen werden Durchsagen eingespielt, die an die Hygieneregeln erinnern.

In den vergangenen Jahren haben die Brüder Müller in Verbesserungen des Weihnachtstreffs investiert. 2020 werden sie sich damit zurückhalten. „Diesmal wird es eine Light-Variante geben“, meint Marcel Müller. Vorausgesetzt, sein Konzept wird genehmigt. Da ist er zuversichtlich: „Ich bin mir sicher, dass es eine Lösung geben wird.“ Was auf Wochenmärkten funktioniere, das müsse auch auf dem Weihnachtsmarkt möglich sein.

Bewährte Hände

Der Weihnachtstreff vor dem Remscheider Rathaus ist seit 2013 in bewährten Händen. 2018 erhielt Marcel Müller mit seinem Bruder den Zuschlag für vier Jahre – mit der Option einer Verlängerung um ein Jahr. 2020 wäre die 8. Auflage des Marktes.

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