Ursache noch unklar

Einsturzgefährdete Wuppertaler Häuser: Hinweise auf einen Wasserrohrbruch

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Die Risse im Haus Beyeröhde 45 werden stündlich größer.

WUPPERTAL Noch steht die Ursache für die Gebäudeschäden in Wuppertal-Langerfeld nicht fest. Doch es besteht der Verdacht, dass es zunächst unbemerkt einen Wasserrohrbruch gegeben hat.

Update vom 12.03.:

Entgegen zunächst anderslautender Aussagen der Stadt von Montag gibt es Anzeichen für einen Wasserrohrbruch, der das Absacken mehrerer Häuser im Wuppertaler Stadtteil Langerfeld ausgelöst haben könnte. Mit ersten Ergebnissen der Untersuchungen rechnen die Experten in den nächsten Tagen. Die Sicherung des gesamten Bereiches wird voraussichtlich Monate in Anspruch nehmen. Vor 30 Jahren an der Ehrenberger Straße in Langerfeld und bei einem Vorfall In der Fleute im Jahr 2008 waren defekte Wasserleitungen für Gebäudeschäden verantwortlich.

Bohrungen sollen Überblick geben

Experten der Bergbehörde der Bezirksregierung Arnsberg sind seit Montag in Wuppertal damit befasst, die vermuteten Hohlräume unter den Gebäuden in der Beyeröhde zu erkunden und möglichst bald mit der Sicherung des Bereiches zu beginnen. Ein anerkannter Sachverständiger leitet die Arbeiten einer Fachfirma, die mit Hilfe von Bohrungen und seismischen Untersuchungen zunächst einen Überblick gewinnen will. Die Experten gehen davon aus, dass die Schäden an den Gebäuden durch Bergbau-Altlasten im Untergrund entstanden sind, die wiederum durch massiven Wasserzufluss am Wochenende instabil geworden sind. Die Bezirksregierung Arnsberg ist die für ganz Nordrhein-Westfalen zuständige Bergbehörde. (ab)

Der Bericht vom 11.03.:

In Wuppertal drohen mehrere Häuser einzustürzen - die Feuerwehr hat am Sonntag 70 Menschen in Sicherheit gebracht. Insgesamt wurden acht Gebäude evakuiert, teilte die Stadt Wuppertal am Sonntagabend mit. Unter den Häusern befinden sich circa 170 Jahre alte Bergbau-Stollen, bestätigte Matthias Nocke, Ordnungsdezernent der Stadt Wuppertal, am Sonntagabend. Trotzdem sei unklar, ob die Schäden an den Häusern auf die Stollen zurückzuführen sind. Laut Nocke haben die Ereignisse nichts mit dem Sturm zu tun. Zudem könnten zwei der geräumten Häuser wieder bezogen werden.

Ein Knacken und erste Risse in den Wänden hatten Bewohner des Hauses an der Beyeröhde Nummer 45 am Sonntag aufgeschreckt. Als die Feuerwehr eintraf, waren die Risse zunächst nur im Innern sichtbar, doch das änderte sich im Laufe des Tages: Auch am Abend ergaben die Messungen, die alle zehn Sekunden automatisch an Messpunkten vorgenommen wurden, dass das Gebäude weiter in Bewegung ist. An einer Hausseite ziehen sich Risse deutlich sichtbar von oben nach unten, sogar einige Putz- und Steinbrocken sind inzwischen aus dem Mauerwerk herausgefallen. „Man kann das Fortschreiten fast mit dem bloßen Auge erkennen", sagte Tobias Krebba, Einsatzleiter der Feuerwehr, am Sonntag.

Am Sonntagmittag wurden das Haus, wie auch die bis zur Eisenstraße verlaufende Häuserzeile und drei Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite, evakuiert. Für den Übergang war den Bewohnern ein Gelenkbus der Stadtwerke in der Nähe auf der Langerfelder Straße aufgestellt worden, denn das Wetter war ungemütlich. Am Abend waren aber alle rund 70 Personen, die die betroffenen Häuser bewohnen, anderweitig untergekommen - bei Verwandten, in Hotels oder Jugendherbergen. Die Stadt ist in solchen Fällen für eine Unterbringung zuständig. 

Spekulationen zur Ursache gibt es viele

Zufällig gab es auch in einem Nachbarhaus eine für Evakuierungen zur Verfügung stehende Wohnung. Dieses Haus musste aber zwischenzeitlich ebenfalls evakuiert werden, weil sich dort Risse im Mauerwerk gezeigt hatten. Feine Risse zeigen sich nun ebenfalls an Nachbargebäuden von außen. 

Wo und wie große Einsturzgefahr besteht, da möchte Feuerwehr-Einsatzleiter Tobias Krebba nicht spekulieren. Am Montag sollen weitere Experten anrücken, vor allem auch um die Ursache der Verwerfungen abzuklären. Klar ist, dass es Hohlräume unter der Straße gibt. Die hat man entdeckt, als sie vor dem Haus Nummer 45 geöffnet wurde. „Die Ursache dafür steht noch nicht fest“, sagt Klebba. 

Spekulationen gibt es viele. Da ist ein Wasserrohrbruch - in der Straße befindet sich eine Notwasserstelle der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Da sind die starken Regenfälle und da ist der Bergbau, den es früher in der Gegend gegeben hat. Der ehemalige Eingang zur Zeche Karl ist nicht weit entfernt, sodass man Stollen unter der Erde vermuten kann. Die Namen Eisenstraße und Galmeistraße deuten auf den ehemaligen Abbau von Erzen hin. An der Ehrenberger Straße ist vor 20 Jahren mal ein Haus wegen Bergbauschäden eingestürzt, erinnert sich jemand. red

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