Von der Heydt-Museum

Eingelagerte Kunst soll vor Flut geschützt werden

Beim Starkregen 2021 kam das Von der Heydt-Museum glimpflich davon.
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Beim Starkregen 2021 kam das Von der Heydt-Museum glimpflich davon.

Wuppertal. Die Umbauten zur Gebäudesicherung des Von der Heydt-Museums sind erst ab dem Jahr 2028 geplant.

Von Martin Gehr

Darauf hat Kulturdezernent Matthias Nocke im Kulturausschuss hingewiesen. Zum Zwischenbericht des Wuppertaler Gebäudemanagements (GMW) offenbarte er, dass es um Räume geht, in denen früher die Museumsverwaltung saß. Sie liegen auf der Rückseite des Gebäudes an der Ecke Burgstraße/Schwanenstraße. Die Verwaltung zog vor drei Jahren in die Räumlichkeiten schräg gegenüber am Wall, in denen sie kostenfrei beherbergt wird.

Bibliothek und Atelier sollenmehr Platz bekommen

Ein Grund für die Notwendigkeit der Maßnahmen sei der Klimawandel. „Dass bei Starkregen das Wasser durch die Lüftungsschächte des Daches in den Innenraum eingedrungen ist, ist bisher zum Glück nur ein einziges Mal eingetreten“, berichtet Roland Mönig, Direktor des Von der Heydt-Museums, auf Nachfrage. „Viel gefährlicher scheint für uns das Flutereignis im Sommer 2021 zu sein, das uns zwar verschont hat, dem wir aber dennoch entgegentreten müssen.“

Das Museum besitzt auch in den Kellergeschossen Depots, in denen Kunstwerke gelagert werden. Um das Sammlungsgut dauerhaft zu sichern, plant das Museum, die frei gewordenen Räume der Verwaltung unter anderem für die Umlagerung und Erweiterung der Depots zu nutzen und den Keller zu entlasten. Zudem sollen die Fachbibliothek und das Atelier für die Restaurierung Teile der neuen Räume nutzen können, wodurch ihnen mehr Platz zur Verfügung stünde.

„Aber um diesen Räumen neue Funktionen zuweisen zu können, reicht es nicht, wenn man sie einfach anstreicht und Dichtungen an den Fenstern erneuert“, betont Mönig. Unter anderem müsse eine Klimatisierung eingerichtet werden. „Wir kämpfen zusammen mit Matthias Nocke dafür, dass die Maßnahmen frühzeitig durchgesetzt werden. Deshalb ist die neue Planung seitens des Gebäudemanagements, die Umbauten auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben, nicht akzeptabel.“ Man habe ein Raumkonzept mit Anforderungsprofilen entworfen, nun müsse geprüft werden, wie sich die Mischnutzung erschließen lasse.

Da die Räume vor allem für die Magazinierung der Bestände geplant seien, müsse das Konzept so beschaffen sein, dass die Bestände dauerhaft gesichert sind, sagte Nocke im Ausschuss. „Dafür bewerben wir uns um Planungsmittel. Solange allerdings keine Freigabe vorliegt, können wir damit nicht beginnen.“ Nach den bisherigen Investitionsvorhaben des Gebäudemanagements war das Maßnahmenpaket „zur Ertüchtigung von Flächen zur Sicherung“ für die Zeit ab 2026 geplant. Die Verschiebung stieß in Teilen des Kulturausschusses auf Unverständnis. Angesichts der steigenden Bedrohungslage durch Starkregen sei es geradezu vermessen, damit noch mindestens sechs Jahre zu warten.

„Natürlich geht es in einem Haushalt darum, Prioritäten zu setzen“, sagte Dagmar Liste-Frinker (Grüne). Der Umbau von Feuerwachen oder Schulen, der Teil des Programms ist, sei ebenso wichtig. „Nur leider ist es sehr traurig, dass die Kultur viel zu oft hintangestellt wird.“ Auch Parteikollege Rainer Widmann zeigte sich überrascht. Man werde sich dafür einsetzen, dass der Umbau der entsprechenden Museumsräume, „wenn es finanziell irgendwie möglich ist, bereits 2026 anlaufen kann“. Heiner Fragemann (SPD) betonte, zur Sicherung der Objekte sei eine Zwischenlösung unvermeidbar. Zudem wies der stellvertretende Ausschussvorsitzende darauf hin, dass über die Priorisierung der Projekte des GMW noch einmal beraten werde.

Investitionen

Der Zwischenbericht des Gebäudemanagements umfasst Investitionen für die nächsten fünf Jahre. Es geht um Sanierungen und Neubauten von Schulen, Kitas und Feuerwachen, aber auch um den Umbau des Schauspielhauses zum Pina-Bausch-Zentrum und langfristige Maßnahmen, zu denen der Teilumbau des Von-der-Heydt-Museums zählt. Bislang stehen für alles 450 Millionen Euro zur Verfügung.

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