Kultur

Ein schwieriges Leben für die Kunst

Thomas Koll, im Bergischen aufgewachsen, ist ein Alleskönner. Doch auch er kam um den Gang zum Jobcenter nicht herum.
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Thomas Koll, im Bergischen aufgewachsen, ist ein Alleskönner. Doch auch er kam um den Gang zum Jobcenter nicht herum.

Thomas Koll ist Schauspieler, Musiker, Comedian und Dozent – Gang zum Jobcenter blieb ihm nicht erspart.

Von Peter Klohs

Wuppertal/ Remscheid. Alles Künstlerische war ihm schon von jeher wichtiger als Mathematik oder andere Wissenschaften. Thomas Koll, vor 33 Jahren im niederrheinischen Moers geboren, sagt deutlich: „Kunst bewegt. Und ich möchte ein Teil davon sein.“ Der im Bergischen aufgewachsene und inzwischen in Radevormwald lebende Künstler, besuchte die Waldorf-Schule in Bergisch Born. „Meine Eltern dachten, dass dies eine gute Idee sei“, erzählt er und nickt dann bestätigend. „Und das war es auch. Wäre ich nicht auf die Waldorf-Schule gegangen, hätte ich den Weg eines Künstlers gar nicht eingeschlagen, das ist sicher.“

Obwohl er nach dem Schulabschluss ein Kindergartenpraktikum anging, siegte dann der Wunsch, Schauspieler zu werden. „Ich habe in Siegburg vier Jahre lang die Schauspielschule besucht“, schildert Koll. „Ich bin ein Darsteller für dramatische Bühnenkunst, was der offizielle Name für einen Schauspieler ist.“

Und er gibt erfreulich ehrlich zu, dass er nie einen Plan hatte, wie man (s)eine Karriere plant und was er als Nächstes angehen wollte. „Nicht für einen Monat oder so“, sagte er schmunzelnd. „Ich hatte keinen Plan für die nächsten fünf Minuten.“

Zunächst landete er als Autor bei einem Medienunternehmen. Zwischendurch spielte er immer wieder Theater. „Das große Problem für ‚frische‘ Schauspieler ist folgendes“, weiß er zu berichten und fährt fort: „Du musst als ein Typ funktionieren, der bei den Agenturen ankommt, der die Leute dort umhaut.“

Man müsse viel unterwegs sein und Jobs suchen. Man dürfe sich für nichts zu schade sein. „Und“, fährt Koll fort, „das darf man nie vergessen: Es gehört viel Glück dazu, wie bei jedem Erfolg. Ich hatte insoweit Glück, dass ich durch alle Probleme bisher unbeschadet durchgekommen bin.“ Damit meint er vor allem die Corona-Zeit. „Da gibt es dann nur eins“, konstatiert Thomas Koll. „Man sucht das Jobcenter auf. Das habe ich getan, und zwar recht lange.“

Neues Kinderbuch ist gerade erschienen

Über Wasser gehalten hat ihn die Musik. „Die Musikalität habe ich von meinem Vater geerbt“, weiß der Künstler. Koll spielt Trompete, Klavier, Keyboards, Akkordeon, die Ukulele und noch einige andere Instrumente „nur so“. Bekannt ist er den ST-Lesern auch als musikalischer Begleiter von Redakteur Gunnar Freudenberg, der mit Auszügen aus seinem Buch und der Kolumne „Mein Leben als Papa“ jüngst auf Lesetour war.

Koll freut sich, dass er seit einigen Tagen Dozent an der Bergischen Musikschule in Wuppertal ist. „Ich leite da eine inklusive Gruppe“, erzählt er. „Wir bauen uns kleine Geschichten und spielen dazu. Ich bin zwar kein Pädagoge, bin aber pädagogisch aktiv.“ Außerdem hat er zwei Bücher veröffentlicht. „Milan Mücke mag Melonen“, ein Buch für Kinder ab vier Jahren ist vor wenigen Tagen erschienen. Zusätzlich hat er das Standbein eines Stand-up-Comedians, was er gerne erweitern würde.

Pläne

Thomas Koll würde gerne auf einer kleinen Lesereise, die er sich für Februar 2023 vorstellen kann, aus seinem Buch „Milan Mücke mag Melonen“ vortragen. Darüber hinaus würde er sich freuen, wieder als Stand-up-Comedian arbeiten zu können. „Um das alles unter einen Hut zu kriegen, wäre ein Agent schon wünschenswert.“ Solange er keinen hat, schaut er, wohin die Reise für ihn geht.

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