Kinderbuch

Eddas Moospfad liegt mitten in Wuppertal

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Das Kinderbuch von Jasmin Schaudinn ist jetzt im renommierten Oetinger-Verlag erschienen.

Von Annette Spickhoff

Wuppertal. Die Welt von Edda aus dem Moospfad ist grün: herrliche Gärten zum Spielen, kleine Einfamilienhäuser, ein gewachsenes Viertel mit jungen Familien und älteren Anwohnern. Jeder kennt jeden und jeder kümmert sich um die Kinder. Die kleinen Abenteuer, Ärgernisse und Aha-Erlebnisse der 6-Jährigen erinnern ein bisschen an Astrid Lindgrens Kinder aus Bullerbü oder die Lotta aus der Krachmacherstraße. Allerdings 70 Jahre später.

Und Eddas Moospfad liegt nicht in Schweden. Ihr Leben findet im Moospfad in Wuppertal statt. Das steht zwar nicht explizit im gerade erschienenen Buch von Jasmin Schaudinn („Der Moospfad kann natürlich überall sein“). Die gebürtige Wuppertalerin wohnt aber selbst mit ihrer Familie im Moospfad am Katernberg auf der Grenze zu Neviges. Auch sie hat drei Kinder, eine Tochter und zwei ältere Söhne. Die Familie ist also der von Edda sehr ähnlich.

Zauber der Geschichte bleibt trotz Erstleser-Niveau erhalten

Die Sicht auf die Welt des Mädchens habe sie durch ihre Kinder gut nachempfinden können, erzählt die 44-Jährige. Und das macht gerade den Charme der Handlung aus. Klein, aber fein, mit Fingerspitzengefühl und Witz erzählt sie stilistisch großartig und einfühlsam die Geschehnisse aus der Sicht der sechsjährigen Hauptfigur. Jedes Familienmitglied wird zum Beispiel von Edda charmant charakterisiert: „Seit meine Brüder Jugendliche werden, sind die zu nix zu gebrauchen!“ Und die sehr liebevolle Mutter kann auch mal ziemlich gut schimpfen. Besser sogar noch als der Vater.

Obwohl der Satzbau einfach und leicht lesbar ist, gelingt es Schaudinn – im Gegensatz zu manchen Erstlesebüchern – den Zauber der Geschichte beizubehalten und authentisch im Stil des kleinen Mädchens zu bleiben. Das macht den Reiz der Geschichte aus, der durch die wunderbaren Illustrationen von Iris Hardt unterstrichen wird.

Besonderen Charme hat Eddas Rhododendron-Versteck, „ihre geheime grüne Höhle“, die sie so sehr liebt. Schaudinn beschreibt diesen für Edda magischen Ort sehr genau, schafft es aber, den Erstleser damit nicht zu langweilen (Beschreibungen sind manchmal anstrengend zu lesen), sondern fasziniert, ja lädt den jungen Leser ein, sich selbst einen solchen Ort zu suchen. „Ich hatte als Kind genau so ein Versteck in den Barmer Anlagen und habe dort mit einer Freundin gespielt“, berichtet Schaudinn.

Sie mag ihre Heimat, schwärmt von den vielen Wäldern und Wiesen, der Luisenstraße mit den netten Restaurants oder dem Café Simonz am Arrenberg. Und Edda? Klar, sie liebt ihren Moospfad, ihre Freunde, ihre Familie und wird noch so manches Abenteuer bestehen. Denn die Fortsetzung folgt im Herbst. Und der Leser oder Vorleser?

Er wird die Fantasie, den Tiefgang, den Humor und die liebevolle Handlung des Buches mögen.

Jasmin Schaudinn: Edda aus dem Moospfad, Oetinger, 125 Seiten, 12 Euro, ISBN978-3-7891-1042-9, ab 5-6 Jahren

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