Durch Planungsverzug mehr Lärmschutz?

Im Sonnborner Kreuz werden zahlreiche Brücken und Verbindungen umgebaut. Archiv-Luftfoto: Peter Sondermann
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Im Sonnborner Kreuz werden zahlreiche Brücken und Verbindungen umgebaut. Archiv-Luftfoto: Peter Sondermann

Sonnborner Kreuz: Landesbetrieb Straßen NRW musste Ingenieurbüro wechseln

Von Manuel Praest

Wuppertal Normalerweise sorgen Verzögerungen bei Bauvorhaben bei den Beteiligten für wenig Freude. Anders sieht das aber beim Ausbau des Sonnborner Kreuzes aus – zumindest beim Bürgerverein Sonnborn-Zoo-Varresbeck und der Anwohnerinitiative Boltenberg. Weil Straßen NRW die bislang zuständige Ingenieursbürogemeinschaft wechseln musste, gibt es einen Verzug bei der Planung. Bürgerverein und Initiative hoffen, dass durch die „gewonnene“ Zeit die Chancen auf mehr Lärmschutz steigen.

Das sei der Eindruck nach einem Treffen mit dem Landesbetrieb in Essen, erklärt Bernd Udo Hindrichs, Vorsitzender des Bürgervereins, der sich gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Ludger Kineke und Klaus Schilling, Anwohner des Boltenbergs, seit Jahren intensiv mit dem Thema Lärm beschäftigt hat. Der „bestmögliche Lärmschutz“ sei immer noch das Ziel, betont Hindrichs. Die „Lärmschutzlücke“ müsse geschlossen werden.

„Wir fangen jetzt aber nicht wieder bei Null an.“

Mario Korte, Landesbetrieb

Mario Korte, beim Landesbetrieb für die A 46 im Bereich Wuppertal zuständig, räumt ein, dass man sich von den bisherigen Büros habe trennen müssen. Ein Grund sei unter anderem eine Teilinsolvenz in der Gemeinschaft gewesen, die die Planung für den A 46-Abschnitt vom Sonnborner Kreuz bis Barmen übernommen hatte.

Mit dem Wechsel seien auch die Bereiche neu aufgeteilt worden: Das Sonnborner Kreuz stelle nun einen eigenen Planungsteil dar. „Wir fangen jetzt aber nicht wieder bei Null an“, betont Korte. 2021 soll die Planung jetzt richtig Fahrt aufnehmen, ab 2023 soll gebaut werden. Ziel sei es, einen nahtlosen Übergang zu den Arbeiten am Westring zu schaffen. Dort liefe aktuell der sechsspurige Ausbau, der abgeschlossen sein soll, bevor es im Sonnborner Kreuz richtig losgeht.

Durch die Verzögerung gelten, so Hindrichs, jetzt auf jeden Fall neue Richtwerte für die sogenannte freiwillige Lärmsanierung. Zum 1. August hat der Bund diese nämlich „um wichtige drei Dezibel“ abgesenkt.

Die jetzt neu zu beachtenden Grenzwerte bei der Sanierung des Sonnborner Kreuzes sind 54 Dezibel nachts und 64 tagsüber. Inwieweit die Forderungen, was den Lärmschutz angeht, nun in der Planung berücksichtigt werden können, ist aber noch immer offen, so Hindrichs. Fest steht, was auch Korte bestätigt, dass für die „technisch problematischen Bergstrecken des Sonnborner Kreuzes“ Flüsterasphalt aufgetragen wird.

Die „Gretchenfrage“ aus Sicht des Bürgervereins: Werden die neuen Brückenbauwerke im Sonnborner Kreuz für späteren, zukunftsgerechten Lärmschutz ausgelegt? Die Statik der Bauten müsse so ausgelegt sein, dass sie später moderne Lärmschutzwände tragen kann. Der Verein gehe davon aus, dass in Zukunft die Grenzwerte möglicherweise noch weiter gesenkt würden.

Was Straßen NRW baue, werde auf jeden Fall zukunftsfähig, sagt Korte. „Wir werden nicht jetzt was bauen, was in den zehn Jahren nicht mehr den Richtlinien entspricht.“ Er spricht von „Sicherheitsbeiwerten“: Es gebe einen Puffer, würde jetzt zum Beispiel mit einer Wand von fünf Metern Höhe geplant, sei dann später natürlich nicht bei 5,10 Metern Schluss.

Allerdings: Die Verhältnismäßigkeit müsse gewahrt werden, vor allem was die Kosten angeht. Man sei an die aktuellen Vorgaben der freiwilligen Lärmsanierung des Bundes gebunden. Solle im Sonnborner Kreuz viel mehr als gesetzlich notwendig gemacht werden, sei eine politische Einflussnahme notwendig.

Ein wenig skeptisch ist der Bürgerverein angesichts der neuen Aufgabenverteilung: Ab 1. Januar 2020 kümmert sich die neugegründete Autobahn GmbH bundesweit um die Autobahnen, Straßen NRW bleiben die Bundes- und Landesstraßen. Die Planung der A 46 müsse aber ganzheitlich in Zusammenhang mit der L 418/419 gesehen werden, so Hindrichs. Immerhin: Korte wird für die GmbH weiter für die A 46 zuständig sein.

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