Düsseldorfs Ärger mit den E-Scootern

Philipp wurde nur mündlich verwarnt. Foto: Dieter Sieckmeyer
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Philipp wurde nur mündlich verwarnt. Foto: Dieter Sieckmeyer

Selbst Verleihfirmen stellen sie falsch ab.

Von Dieter Sieckmeyer

Düsseldorf. Erstmals haben die Stadt Düsseldorf und die Polizei schwerpunktmäßig E-Scooter in der Landeshauptstadt kontrolliert. Seit Juni flitzen die inzwischen rund 1300 Elektro-Roller durch die Stadt. Seitdem gab es 21 Unfälle mit 16 Verletzten. Und auch dem Ordnungs- und Servicedienst machen die neuen Verkehrsmittel jede Menge Ärger.

Laut Ordnungsamt wurden bis Anfang August schon mehr als 100 Bußgelder verhängt. Am Donnerstag kamen eine ganze Reihe dazu. Philipp aus der Schweiz war einer der Ersten, der mit einem Leihscooter in der Fußgängerzone am Corneliusplatz erwischt wurde. Der 20-Jährige wusste es nicht besser: „Bei uns darf man mit dem Roller auf dem Radweg und auf dem Bürgersteig fahren, aber nicht auf der Straße.“

Philipp kam mit einer mündlichen Verwarnung davon. Normalerweise hätte er 15 Euro Bußgeld zahlen müssen. Zehn Euro kostet es, wenn man zu zweit auf dem Scooter fährt. Bei Rotlicht-Verstößen sind 60 Euro fällig.

Im schlimmsten Fall kassiert die Polizei den Führerschein

Grund für das Fehlverhalten ist oft Unwissen. Zum Beispiel ist vielen Nutzern unbekannt, dass E-Scooter Fahrzeuge und keine Fahrräder sind. Darum gilt für ihre Nutzung wie beim Auto die 0,5-Promille-Grenze. Ralph Heuts, Leiter der Verkehrsinspektion 1: „Wir haben auch schon eine ganze Reihe Blutproben angeordnet. Im schlimmsten Fall kann eine unüberlegte Spritztour mit dem Scooter sogar den Führerschein kosten.

Dass die Roller in den Fußgängerzonen genutzt werden, liegt zum Teil auch daran, dass sie von den Verleihfirmen dort abgestellt werden. Die Stadt will dazu das Gespräch suchen. Auch aus Blumenbeeten wurden die Scooter geborgen. Darum will die Stadt von den Firmen bald eine Sondernutzungsgebühr erheben. Zaum: „Es ist nicht einzusehen, warum ein Fahrradhändler, der seine Räder vor das Geschäft stellt, dafür bezahlen muss, die Verleihfirmen aber nicht.“

Bei den registrierten Unfällen geht die Polizei davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt. Denn wenn Rollerfahrer sich ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer auf die Nase legen, gehen sie zwar zum Arzt, melden das aber nicht der Polizei. Bei den gemeldeten Unfällen sind in 76 Prozent der Fälle bislang die Scooterfahrer als Verursacher ausgemacht worden.

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