Merkur-Spielarena

Düsseldorfer Rat sagt Ja zu Open-Air-Fläche

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Die Open-Air-Fläche in Stockum für 80 0000 Zuschauer soll kommen, beschloss der Rat.

DÜSSELDORF Vor allem um die „Merkur-Spielarena“ wurde gestritten. Die Fronten liefen quer durch die Parteien. Wehrhahn-Gedenktafel kommt.

Von Alexander Schulte

Der Stadtrat hat in seiner gut vierstündigen Sitzung am Donnerstagnachmittag einige schon seit Monaten diskutierte, wichtige Themen für die Stadt abgearbeitet.

Arena-Namen

Nach einer leidenschaftlich geführten Diskussion hat sich eine Mehrheit des Rates für die Beibehaltung des Namens „Merkur-Spielarena“ ausgesprochen. In der von den Fraktionen freigegebenen Abstimmung folgten aber immerhin 24 Ratsmitglieder dem Antrag der Linken, diesen Namen wieder zurückzunehmen.

Neben der Linken votierten vor allem die Grünen sowie die klare Mehrheit in der FDP gegen den neuen Namenssponsor: „Wir bemühen uns händeringend um ein besseres Image für Düsseldorf und jetzt strahlt zehn Jahre lang diese peinliche Spielhallen-Sonne auf unserer Arena“ sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP).

Annelies Böcker (CDU) verwies auf die Gefahren der Spielsucht und das fatale Signal, das von solch einem Werbenamen ausgehe. CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt gab zu, dass man sich einen besseren Namenssponsor gewünscht hätte, es habe aber keinen gegeben. Für die SPD verteidigte Helga Leibauer und Claudia Bednarski einerseits die Gauselmann-Gruppe, andererseits den „guten Deal für die Sportstadt“. Außerdem gebe es kaum noch einen Namensgeber, der moralisch völlig unproblematisch sei.

Eventfläche

OLYMPIA

BEWERBUNG Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit die Bewerbung der „Initiative Rhein- Ruhr-City“ um die Olympischen Spiele 2032 unterstützt. Zugleich wurde die Stadt Düsseldorf beauftragt, das Projekt zu bestärken. Ein großer Pluspunkt sei das Nachhaltigkeitsargument, 80 Prozent der Sportstätten gibt es bereits. Allerdings sei auch klar, dass eine Bewerbung nur unter Einbezug der Bevölkerung infrage komme. Zu oft wurden Olympische Spiele oder andere Großveranstaltungen durch Bürgerproteste gekippt. Und zu verbreitet sind Vorbehalte gegen das Internationale Olympische Comitee (IOC).

Die Stadt soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Anlage einer großen Open-Air-Fläche auf dem Parkplatz 1 (P1) der Messe schaffen. Nach der Absage des Ed-Sheeran-Konzerts im Juli soll nun dauerhaft eine Fläche von 200 000 Quadratmetern Größe und mit einer Gesamtkapazität für 80 000 Zuschauer geschaffen werden. Die Ampel- Mehrheit nahm einige Ergänzungen der CDU, etwa für das Verkehrs- und Sicherheitskonzept, auf. Die Prüfung solle gründlich erfolgen, die Ergebnisse sollen aber nicht bis zum St. Nimmerleinstag auf sich warten lassen, sagte Manfred Neuenhaus (FDP). Auch die Grünen, die bei Ed Sheeran noch Nein gesagt hatten, begrüßen nun die Open- Air-Fläche in Stockum. Fraktionschef Norbert Czerwinski betont, dass dafür nicht mehr als 60 Bäume gefällt werden sollen und eine umfassende Beteiligung der Bürger eingehalten wird. D-Live war bisher davon ausgegangen, dass 98 Bäume entfernt werden müssen, wovon 28 umgesetzt werden können.

Gedenktafel

Einstimmig (wenngleich bei Enthaltung der Christdemokraten) stimmte der Stadtrat dafür, für die Opfer des Wehrhahn-Anschlages vom Juli 2001 eine Gedenktafel oder eine Stele zu errichten. Die Initiative dazu war wie berichtet von der Bezirksvertretung 1 (unter anderem auch für Stadtmitte zuständig) ausgegangen.

Neue Gesamtschule

Die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP mit Unterstützung auch der Linken will eine neue interkommunale Gesamtschule im Linksrheinischen einrichten. Die Politik beauftragte die Verwaltung, insbesondere einen geeigneten Standort mit der Nachbargemeinde Meerbusch zusammen zu prüfen. Die nicht gerade als gesamtschulfreundlich bekannte FDP initiierte diesen Vorstoß innerhalb der Ampel – da im gesamten linksrheinischen Raum ganz besonders eine Gesamtschule fehle.

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