Doppelmord

Zweiter Springmann-Prozess beginnt am Donnerstag

Polizeiabsperrung bei Springmann-Mord
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Beinahe drei Jahre sind seit dem Doppelmord am Unternehmerpaar Springmann vergangen (Archivfoto)

Angeklagt ist diesmal nur der 47-jährige Geschäftspartner des Enkels der Getöteten. Außer dem Mord wird noch eine weitere Straftat verhandelt. 

Düsseldorf. Kommenden Donnerstag, 20. August, beginnt vor dem Düsseldorfer Landgericht die Hauptverhandlung im zweiten Prozess zum Mord an dem Wuppertaler Unternehmerpaar Springmann.  Angeklagt ist diesmal nur der 47-jährige Geschäftspartner des Enkels der Getöteten. Außer dem Mord wird noch eine weitere Straftat verhandelt. Den Enkel (29) des Paares hatte das Landgericht Wuppertal im November 2018 wegen Totschlags an seinem Großvater und wegen Mordes an seiner Großmutter zu einer lebenslangen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Das Urteil ist rechtskräftig. Den mit dem Enkel angeklagten Geschäftspartner hatte das Landgericht Wuppertal freigesprochen, diesen Freispruch hob der Bundesgerichtshof im Januar auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung an das Landgericht Düsseldorf.

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal wirft dem 47-Jährigen vor, zusammen mit dem Enkel am Sonntag, 19. März 2017, gegen 16.30 Uhr, das Ehepaar getötet zu haben. Nach Darstellung in der Anklageschrift sei es in dem Haus der Getöteten zu einem Streit zwischen dem Enkel und seinem Großvater gekommen, weil der Großvater mit dem Lebenswandel seines Enkels unzufrieden gewesen sei. Der von seinem Großvater als Erbe eingesetzte Enkel habe sich dann entschlossen, den Großvater zu töten, damit er ihn nicht enterbe.

Großvater auf den Kopf geschlagen und anschließend erdrosselt

Der Enkel oder der Geschäftspartner, den der Enkel in das Haus eingelassen habe, sollen den Großvater in dessen Schlafzimmer mit einem harten Gegenstand auf den Kopf geschlagen und ihn anschließend erdrosselt haben.

Einer oder beide sollen dann in das Zimmer der Großmutter gegangen sein, ihren Kopf auf den hinter ihr stehenden Sekretär geschlagen haben, um sie zu töten und um zu verhindern, dass sie sie als Täter erkennt. Dann sollen sie das Wohnzimmer durchwühlt haben, um einen Einbruch vorzutäuschen. Als sie nach 20 bis 30 Minuten merkten, dass die Großmutter noch lebte, soll einer von beiden sie erdrosselt haben. Die Polizei hatte im Schlafzimmer von Enno Springmann DNA-Material des 47-Jährigen gefunden.

Das Landgericht Wuppertal hat in seinem Urteil vom 13. November 2018 festgestellt, dass der Enkel seine Großeltern getötet hat. Der Geschäftspartner habe sich zwar zur Tatzeit in dem Haus des Unternehmerehepaars aufgehalten. Gleichwohl konnte das Landgericht Wuppertal keine Überzeugung davon gewinnen, dass der Geschäftspartner an der Tötung der Eheleute beteiligt war. Der Bundesgerichtshof hat am 9. Januar 2020 diesen Freispruch des Landgerichts Wuppertal wegen Mängeln in der Beweiswürdigung aufgehoben.

Weitere Anklage wegen zwei Waffen und Munition

Mit einer weiteren – zunächst bei dem Amtsgericht Leverkusen erhobenen – Anklage wird dem 47-Jährigen vorgeworfen, am 29. April 2017 in Leverkusen zwei halbautomatische Kurzwaffen und jeweils 30 Patronen gekauft zu haben. Der Bundesgerichtshof hat dieses Strafverfahren mit dem nun vor dem Landgericht Düsseldorf zu verhandelnden Verfahren verbunden.

Ermittler hatten im Mai, einige Wochen nach der Tötung der Springmanns, beobachtet, wie der 47-Jährige mit einem Mittäter Waffen und Munition kaufte und die beiden auf der Leverkusener Stadtautobahn gestellt. Der 47-Jährige wurde dabei schwer verletzt.

Für den Prozess in Düsseldorf sind zunächst 36 Hauptverhandlungstermine bis zum 22. Januar 2021 angesetzt. red

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