Düsseldorf will das olympische Dorf

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Auch die Beachvolleyballer sollen in Düsseldorf spielen – so wie hier Kira Walkenhorst und Laura Ludwig 2016 im Finale in Brasilien. Foto: Soeren Stache/dpa

Kasernengelände könnte ein möglicher Standort sein. BUND sieht die Bewerbung „kritisch“.

Von Dieter Sieckmeyer

Düsseldorf. Im April 2003 zerplatzte der Traum von Olympia wie eine Seifenblase. Obwohl das Team um Alexander Leibkind eine hervorragende Bewerbung vorgelegt hatte, bekam Leipzig den Zuschlag. Seit Mittwoch ist Düsseldorf dem Ziel Olympiastadt ein großes Stück näher gekommen. Die Rhein-Ruhr City mit den Nachbarstädten Köln, Duisburg, Gelsenkirchen, Krefeld, Leverkusen, Recklinghausen, Aachen, Bonn, Mönchengladbach und Dortmund wird sich als einziger deutscher Bewerber der internationalen Konkurrenz für die Olympischen Spiele 2032 stellen.

Doch Düsseldorf möchte nicht nur großen Sport in die Stadt holen, sondern auch Heimat des Olympischen Dorfs sein. Oberbürgermeister Thomas Geisel sieht in der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes die „logische Konsequenz eines hervorragenden Konzeptes der Initiative Rhein-Ruhr City 2032.“

Düsseldorf habe die Initiative von Sportmanager Michael Mronz von Beginn an unterstützt: „Außerdem bieten die Olympischen Spiele an Rhein und Ruhr die einmalige Gelegenheit, auch die Verkehrs- und digitale Infrastruktur bis zum Jahr 2032 grundlegend neu zu entwickeln.“ Mit einer Aktivenquote von 85 Prozent sei Düsseldorf immerhin auch die sportlichste deutsche Großstadt.

Die Stadt soll auch nachhaltig von dem Großereignis profitieren. „Düsseldorf drängt sich praktisch auf für das Olympische Dorf“, so Geisel, „wir liegen zentral. Alle Wettkampforte sind von uns aus gut zu erreichen.“ Mit dem Gelände an der Bergischen Kaserne habe man einen idealen Standort. Allerdings sei noch unklar, wann die Bundeswehr das Grundstück aufgibt. Die Verkehrsanbindung könne mit einer Seilbahn erfolgen. Interessant findet Geisel den Vorschlag einiger junger Architekten, die Gleise am Derendorfer Güterbahnhof zu überbauen.

Laut Düsseldorfs Olympiabeauftragtem Pascal Heithorn könnte die endgültige Entscheidung schon 2022 fallen. Erfreut sei er über die Forsa-Umfrage, nach der die meisten Bürger für Olympia am Rhein sind.

BUND fürchtet Flächenfraß, IHK sieht große Chancen

Aber: Nicht bei allen löst der Gedanke Euphorie aus. „Wir sehen die Bewerbung extrem kritisch“, sagt BUND-Landesvorsitzender Holger Sticht. Es müsse genau geprüft werden, ob die Infrastruktur für Olympische Spiele ausreiche: „Auf keinen Fall dürfen weitere große Flächen versiegelt werden. In Köln ist zum Beispiel der Bau eines neuen Stadions auf einer Grünfläche geplant. Das geht überhaupt nicht.“

Große Chancen sieht Düsseldorfs IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen: „Was es jetzt braucht, ist ein ausgereiftes Konzept, eine transparente Finanzierung, vor allem aber: den ungeteilte Zuspruch der Bevölkerung.“ Sollte Rhein-Ruhr den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2032 erhalten, erhoffe man sich „eine Attraktivitätssteigerung und Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Region Rhein-Ruhr. Und wir würden uns freuen, nach der WM 2006 erneut Gastgeber eines weltoffenen und toleranten Sommermärchens zu sein.“

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