30.000 Menschen betroffen

Bombe in Düsseldorf-Derendorf erfolgreich entschärft - Lange Verzögerung

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Die Räumung des Gefahrenbereichs zog sich bis weit nach 22 Uhr noch hin, da die Feuerwehr immer wieder vereinzelt Menschen dort antraf.

DÜSSELDORF Wegen einer Weltkriegsbombe gibt es in Düsseldorf eine der größten Evakuierungen der vergangenen Jahrzehnte. Die Entschärfung sollte am späten Abend stattfinden, verzögerte sich aber um Stunden.

Bei Bauarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt in Düsseldorf Derendorf wurde am Freitagvormittag eine englische Zehn-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder gefunden. Freitagnacht wurde der Blindgänger noch entschärft.Für die Entschärfung war am späten Nachmittag eine große Evakuierung mit mehr als 11.000 unmittelbar betroffenen Menschen angelaufen

Die Sperrungen im Gefahrenbereich begannen um 18.30 Uhr. Rund 31.000 Menschen waren insgesamt davon betroffen. Die Entschärfung des Blindgängers begann rund zwei Stunden später als geplant, da sich die Evakuierung hinzog. Nach der Entschärfung gegen 1.11 Uhr wurden die umfangreichen Sperrungen wieder aufgehoben. Die Anwohner kehrten in der Nacht in ihre Häuser zurück.

Zwei Altenheime mussten  geräumt werden

Im Evakuierungsbereich lagen zwei Altenheime, die für die Entschärfung geräumt werden mussten. Davon betroffen waren insgesamt rund 200 Seniorinnen und Senioren, die zwischenzeitlich in anderen Einrichtungen untergebracht wurden.

Im Radius von 500 Metern mussten 11.650 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Im Radius von 1000 Metern waren 19.245 Menschen betroffen. Sie durften sich in ihren Wohnungen aufhalten, sich aber nicht im Freien begeben. Sie sollten während der Entschärfung der Bombe Türen und Fenster geschlossen halten.

Evakuierung dauert länger als geplant 

Der 500-Meter-Radius um den Fundort im Stadtteil Derendorf musste laut Feuerwehr bis spätestens 22 Uhr geräumt sein. „Danach beginnen wir mit den Kontrollen“, sagte ein Sprecher am Freitagabend. Erst danach könne die eigentliche Entschärfung erfolgen. Den späten Zeitpunkt begründete er mit den umfangreichen Vorbereitungen und den aufwendigen Maßnahmen.

Die Räumung des Gefahrenbereichs zog sich aber bis weit nach 22 Uhr noch hin, da die Feuerwehr immer wieder vereinzelt Menschen dort antraf. Teilweise weigerten sich die angetroffenen Personen, den Gefahrenbereich zu verlassen.

Einschränkungen beim Verkehr und Rheinbahn 

Von den Sperrungen waren der Straßenverkehr und die Rheinbahn betroffen. Es kam zu erheblichen Einschränkungen. Der S-Bahnhof Derendorf wurde ab 23.00 Uhr nicht mehr angefahren. Der Bahnverkehr selber wurde nicht eingestellt.

Insgesamt waren über 500 Kräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes, der Hilfsorganisationen, des städtischen Ordnungsamtes, der Polizei, Rheinbahn, dem Amt für Verkehrsmanagement und der Infoline der Stadt im Einsatz.

Bis etwa 23.15 Uhr seien beim Gefahrentelefon 1200 Anrufe eingegangen. Rund 600 Personen befanden sich in der Betreungsstelle, teilt die Feuerwehr über Twitter mit.

22 Remscheider halfen bei der Evakuierung vor der Bombenentschärfung in Dortmund. Etwa 13.000 Menschen mussten ihre Wohnungen räumen.

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