Düsseldorf: Parken kostet bald 4 Euro je Stunde

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Mit 20 Cent kommt man in Düsseldorf demnächst nicht mehr weit. Das Parken in den bergischen Städten ist deutlich günstiger. Archivfoto: Michael Sieber

Stadtverwaltung will Preise erhöhen. Neue Tarife sollen rund um die Uhr im Zentrum und den angrenzenden Bereichen gelten.

Von Alexander Schulte

Düsseldorf. Der nächste Schritt für die Verkehrswende in Düsseldorf steht an – und wird teuer für viele Autofahrer. Denn die Stadt plant nunmehr eine Erhöhung der Parkgebühren in allen zentralen Stadtteilen. Die entsprechende Vorlage von Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke gelangt noch im November in die ersten Bezirksvertretungen, der Stadtrat entscheidet dann endgültig Anfang Februar.

Zuletzt waren die Parkgebühren im öffentlichen Straßenraum der Landeshauptstadt im Jahr 2015 angehoben worden, in der Innenstadt zum Beispiel von 1,90 auf 2,90 Euro pro Stunde. Jetzt soll es raufgehen auf 4 Euro je Stunde in Altstadt und City, eine Steigerung von fast 38 Prozent. In der Parkzone 2, also allen innenstadtnahen Stadtteilen wie Oberkassel, Unterbilk, Pempelfort oder Düsseltal kostet die Stunde am Parkscheinautomaten künftig glatte 3 statt wie bisher 2,10 Euro. In allen restlichen Stadtteilen (Zone 3) dagegen sollen die Tarife sinken, von 1,50 auf einen Euro.

Zudem werden die Bewirtschaftungszeiten in den Tarifzonen 1 und 2 auf 24 Stunden an allen Werktagen ausgedehnt – mit einem pauschalen Nachttarif von 5 Euro für die Zeit zwischen 22 und 9 Uhr. Der Nachttarif soll vor allem ortsfremde Parker in den dicht besiedelten Quartieren abschrecken und die Parkplatzsuche der Anwohner erleichtern. Diese Neuerung am Düsseldorfer Parkraumkonzept hatte OB Thomas Geisel schon Anfang des Jahres angekündigt, von einer Erhöhung der Parkgebühren war dagegen nicht die Rede. Zu deren Begründung heißt es in der neuen Vorlage der Stadt, die Anhebung der Gebühren in den Tarifzonen 1 und 2 sowie die Abrundung in Zone 3 diene der „Vereinfachung der Gebührenstruktur auf glatte Euro-Beträge und dem zusätzlichen Anreiz, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen“ beziehungsweise die Parkhäuser zu nutzen.

Der Düsseldorfer CDU-Politiker Christian Rütz übt scharfe Kritik an der in seinen Augen „erneuten massiven Erhöhung der Parkgebühren“, denn: „Das ist auch schlecht für den Einzelhandel sowohl in der City als auch in den Stadtteilzentren etwa auf Nord- und Lorettostraße oder der Luegallee.“ Der Einkaufsstandort Düsseldorf werde so von OB Geisel systematisch unattraktiv gemacht, fürchtet Rütz.

Wien hat noch drastischer erhöht – und damit die Luft verbessert

SPD-Verkehrsexperte Martin Volkenrath widerspricht. Er nennt die Erhöhung der Parkgebühren in den Zonen I und II „sehr moderat“, in anderen Metropolen wie Wien habe man das Parken im Straßenraum viel drastischer verteuert und damit gute Erfolge erzielt, nämlich weniger Autos und Staus in der Innenstadt und bessere Luft und Aufenthaltsqualität. Volkenrath: „Ja, es soll nicht auch finanziell attraktiver bleiben, mit dem Auto in die Stadt zu fahren als mit Bus und Bahn.“ Deshalb müsse das Parken teurer werden und den Tarifen der Parkhäuser entsprechen.

E-Autos werden von den Tariferhöhungen ausdrücklich nicht befreit, denn auch sie sollten „bevorzugt im privaten Straßenraum“ abgestellt werden, nicht im öffentlichen, heißt es in Zuschkes Vorlage.

Zur Kasse gebeten werden sollen künftig aber auch Nutzer von Park & Ride (P+R)-Plätzen. Vorgeschlagen werde 150 Euro pro Jahr für Rheinbahn-Abonnenten, ohne Abo-Ticket soll es wohl nicht teurer werden. Ob dadurch mehr Pendler diese Plätze und dann die Stadtbahn nutzen, wird abzuwarten sein.

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