Blaulicht

Das ist der Imbissmitarbeiter, der seinem Stammkunden das Leben rettete

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Pascal Nebel (30) vor dem Imbiss „Leo‘s Grill“ in Unterbilk.

DÜSSELDORF Weil der 72-Jährige die Tür nicht öffnete, rief ein Imbiss-Lieferant die Polizei. Diese fand den Mann regungslos in seinem Bett.

Von Frederike Grund

Manchmal braucht es die richtige Intuition, um Schlimmeres zu verhindern. Das hat kürzlich Pascal Nebel unter Beweis gestellt, er ist Alltagsheld und Aushilfe des Lieferimbiss' „Leo's Grill“ auf der Martinstraße in Unterbilk.

Weil dem 30-jährigen Auslieferer ein langjähriger Stammkunde die Tür auch nach mehrmaligem klingeln und klopfen nicht öffnete, wählte er kurzerhand den Notruf. Die richtige Entscheidung, wie sich später herausstellte. Einsatzkräfte um Polizei, Feuerwehr und Notdienst, fanden den Kunden regungslos in akuter Lebensgefahr in seiner Wohnung. Der Mann wurde für die stationäre Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Zuvor hatten sich Einsatzkräfte Zugang zu seiner Wohnung verschafft.

Der Auslieferer konnte den Fernseher laufen hören

Dass die Tür bei Auslieferungen hin und wieder nicht geöffnet werde, sei nicht ungewöhnlich, so Nebel. Doch dieser Fall war anders, denn man kannte sich bereits. Sechs Jahre lang habe der 72-jährige Stammkunde im Leo’s Grill zwei Mal wöchentlich telefonisch bestellt: Pommes, ein halbes Huhn und einen gemischten Salat. Die Tür habe er immer geöffnet. Eine Stunde nach Bestellung stand Nebel mit gewünschter Lieferung vor der Haustür des Mannes. Als niemand öffnete, fuhr er hoch in die vierte Etage. Dort hörte er hinter der verschlossenen Tür den Fernseher laufen und das Handy beim Versuch der Kontaktaufnahme läuten. „Das war schon komisch“, sagt Nebel. Zunächst sei er zurück gefahren, habe sich beraten und habe dann die Polizei gerufen.

„Wenn er nichts bestellt hätte oder kein Stammgast gewesen wäre, wäre es wahrscheinlich anders ausgegangen“, sagt Nebel. Er würde gerne erfahren, wie es dem Mann aktuell geht und hofft auf baldige Antworten von Angehörigen oder dem Kunden selbst. „Es ist schön, zu wissen, dass man jemandem geholfen hat.“ Denn nach Angaben der Polizei, wäre der 72-Jährige wahrscheinlich ohne ärztliche Hilfe gestorben. Die Beamten hatten ausdrücklich das Verhalten des Imbiss-Mitarbeiters gelobt.

Unsere Meldung vom 11.03.:

Anmerkung: Im Polizeibericht war die Rede von nicht abgeholtem Essen. Tatsächlich wurde die Tür für den Lieferdienst nicht geöffnet.

Weil ein Stammkunde am vergangenen Samstag nicht sein Essen abgeholt hatte, rief ein Mitarbeiter eines Grillimbisses an der Martinstraße in Düsseldorf-Unterbilk die Polizei. Der 72-jährige Stammkunde hatte sich wie üblich sein Essen bestellt. Als der Düsseldorfer seine Bestellung nicht wie gewohnt gegen 17.45 Uhr in dem Grill geholt hatte, machte sich der aufmerksame 30-jährige Mitarbeiter des Imbisses Sorgen um seinen zuverlässigen Kunden und rief die Polizei. 

Ein Einsatzteam der Düsseldorfer Polizei stand wenig später vor der Wohnungstür des 72-Jährigen und konnte keine Lebenzeichen aus der Wohnung vernehmen. Schnell forderten die Polizisten Notarzt und Feuerwehr an. Diese öffnete die Wohnungstür des 72-Jährigen. Die Rettungskräfte fanden den Mann ohne Bewusstsein in seiner Wohnung in Düsseldorf-Friedrichstadt vor. 

Nach derzeitigen Informationen bestand für den Düsseldorfer akute Lebensgefahr und er wäre ohne rechtzeitige Hilfe vermutlich verstorben. Ein Rettungswagen brachte den Mann zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. red

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