Forschung von Herz-/Kreisklauferkrankungen

Drei Disziplinen verbinden sich unter einem Dach

„Carddiab“: Der Neubau entsteht auf dem Gelände des Universitätsklinikums: Am Nikolaustag war die Grundsteinlegung geplant. Foto: HHU
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„Carddiab“: Der Neubau entsteht auf dem Gelände des Universitätsklinikums: Am Nikolaustag war die Grundsteinlegung geplant.

Düsseldorf. Neues Forschungszentrum entsteht an der Uniklinik Düsseldorf.

Von Stephan Eppinger

Im Rahmen des „Bund-Länder-Programms Forschungsbauten“ entsteht am Universitätsklinikum Düsseldorf zurzeit das „Translational science building for Cardiovascular research in Diabetes“, genannt „Carddiab“. Das Vorhaben wird mit rund 73 Millionen Euro vom Bund und dem Land NRW gefördert. Sprecher des Projektes sind Prof. Dr. Malte Kelm und Prof. Dr. Michael Roden.

Professor Kelm leitet die Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des UKD, Professor Roden die Klinik für Endokrinologie und Diabetologie des UKD; er ist gleichzeitig Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) in Düsseldorf.

Pandemiebedingt konnte eine feierliche Grundsteinlegung am Nikolaustag, die den offiziellen Baubeginn markiert hätte, nicht stattfinden.

Herz-/Kreislauferkrankungen weisen schon heute das höchste Risiko für Erkrankung und Sterblichkeit auf und dies mit weiterhin steigender Tendenz. Diabetes mellitus Typ 2 ist die häufigste Stoffwechselerkrankung weltweit. Sie betrifft bereits 25 Prozent der älteren deutschen Bevölkerung. In Zukunft werden auch zunehmend Jüngere an ihr erkranken. Beide Erkrankungsfelder weisen auffällige Gemeinsamkeiten auf, dies nicht nur in ihrer Verbreitung, ihren Ursachen und Folgen, sondern auch im Hinblick auf spezifische krankhafte Veränderungen, Funktionsstörungen und Verläufe.

So verstirbt einerseits die Mehrzahl der Menschen mit Diabetes an den Folgen von Herz-/Kreislauferkrankungen, andererseits weisen mehr als 50 Prozent aller Betroffenen mit akutem Herzinfarkt bereits Störungen des Glukosestoffwechsels auf oder sie entwickeln Diabetes im Rahmen eines Herzinfarktes.

Traditionelle Grenzen einzelner Fächer werden aufgelöst.

Dekan Prof. Dr. Nikolaj Klöcker

„Die Forschung von ‘Carddiab’ konzentriert sich auf Themenfelder, mit denen zukunftsweisende Ansatzpunkte für medikamentöse, medizintechnische und verhaltensbedingte Prävention und therapeutische Maßnahmen ermittelt werden sollen“, beschreibt Kelm das Ziel des Projektes.

Auf die gesellschaftliche Bedeutung der Forschung weist sein Kollege Roden hin: „Aufgrund der Häufigkeit und der gesellschaftlichen Bedeutung von Herz-/Kreislauferkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 ist dieses innovative Vorhaben von dringender medizinischer, sozialer und ökonomischer Notwendigkeit zur Verbesserung der Versorgung.“

Für den Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Nikolaj Klöcker, ist auch der kooperative Ansatz des Projektes zukunftsweisend: „Traditionelle Grenzen einzelner Fächer werden aufgelöst und die Beteiligung von Einrichtungen der Medizinischen und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität lassen den geplanten Forschungsbau zu einem strukturbildenden Element am Standort werden.“

Das Konzept von „Carddiab“ zielt auf die unmittelbare Übertragung von präklinischen und klinisch-experimentellen Erkenntnissen in die medizinisch-praktische Versorgung ab.

Die 3700 Quadratmeter Nutzfläche des neuen Forschungsgebäudes werden unter anderem ambulante und tagesklinische Untersuchungseinheiten enthalten, medizinische Großgeräte, die ganz neuartige Mess- und Analyseverfahren ermöglichen, sowie weitere Einrichtungen für die Forschung. Der Neubau wird auf dem Gelände des Universitätsklinikums errichtet. Die am Nikolaustag erfolgte Grundsteinlegung markiert nun den Baubeginn von „Carddiab“.

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