Mauer mit Netzen gesichert

Döppersbergmauer: Gericht verhandelt im Oktober

Die Natursteinmauer am Döppersberg wird zum Streitpunkt zwischen Stadt und Arge. Archivfoto: Anna Schwartz
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Die Natursteinmauer am Döppersberg wird zum Streitpunkt zwischen Stadt und Arge.

Wuppertal. Aus dem Naturstein platzen immer wieder Stücke ab. Die Stadt Wuppertal verklagte die Verantwortlichen.

Von Daniel Neukirchen

Eine schnelle Lösung ist in Sachen Döppersbergmauer nicht in Sicht. Das Gerichtsverfahren zur Natursteinfassade verzögert sich immer weiter. Ursprünglich hatte das Landgericht zu einem ersten Termin im Januar eingeladen. Der wurde immer weiter nach hinten verschoben: von März auf Juli – und jetzt in den Oktober.

„Wir haben nicht bemerkt, dass die herunterfallenden Steine größer werden.“

Martina Langer, Projektleiterin, über den Zustand der Mauer

An der Mauer platzen seit geraumer Zeit Stücke des Steins ab, ein Gutachter stellte daraufhin fest, dass „ungeeignetes Material nicht fachgerecht eingebaut wurde“. Die Stadt verklagt die Arge, die Gemeinschaft der am Döppersberg beteiligten Hochbau-Firmen, und fünf weitere Beteiligte, wie beispielsweise Architekten. Es geht um einen Streitwert von 6,3 Millionen Euro. Doch ob die Stadt dieses Geld jemals erhält, steht jetzt noch länger in den Sternen.

Martina Langer, Projektleiterin des Umbaus am Döppersberg, ist von der Verzögerung nicht begeistert. Sie sagt: „Das ist eine Katastrophe.“ Die Mauer am Döppersberg muss weiterhin mit Netzen gesichert werden, damit herausbrechende Steine nicht auf Passanten fallen. Die Netze sind aber zum optischen Manko des neuen Döppersbergs geworden, weil sie immer wieder als Müllbehälter missbraucht werden.

Das Ziel der Stadt sei es, mit der erklagten Summe die Mauer zurückzubauen und fachgerecht neu zu errichten. Eine Alternative zur Natursteinmauer wird es laut Langer jedoch auf keinen Fall geben. Die Optik bleibt. Die Projektleiterin erklärt: „Die Mauer ist das Ergebnis eines Wettbewerbs und der Bau ist ja auch gefördert worden.“ Diese Fördergelder müsste die Stadt zurückzahlen, wenn sie von den ursprünglichen Plänen abweiche.

Arge fordert von der Stadt 12,6 Millionen Euro

Die Stadt habe, so sagt es die Projektleiterin, mehrfach versucht, sich mit der Arge gütlich zu einigen. Ohne Erfolg. Ein Gutachter der Gegenseite komme in Sachen Mauer zu einem anderen Ergebnis, sagt Langer.

Zwischen Stadt und Arge scheint das Band zerschnitten. In einem zweiten Verfahren fordert die Arge als Klägerin von der Stadt 12,6 Millionen Euro an Werklohnforderungen.

Laut Landgerichtssprecher Matthias Roth ist für diesen Rechtsstreit aber noch kein Termin angesetzt. Es könne sein, dass die Zivilkammer erst einmal auf den Ausgang des Mauerprozesses wartet. „Die Entscheidung fällt aber die Zivilkammer selbst“, sagt Roth. Bei diesem zweiten Prozess gehe es um Zahlungen, die von der Stadt im Zusammenhang mit dem Ärger um die Natursteinmauer ausgesetzt worden sind.

Und so müssen die Wuppertaler sich wohl noch längere Zeit mit dem Anblick der Netze arrangieren. Wenigstens, so Martina Langer, schreite der Schaden an den Steinen nicht merklich voran. „Wir haben nicht bemerkt, dass die herunterfallenden Steine größer werden“, sagt die Projektleiterin des Umbaus am Döppersberg.

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